Verstopfung - Ernährungstherapie

Wer unter Verstopfung leidet, sollte einen Arzt aufsuchen. Der Arzt wird untersuchen, ob eine akute oder chronische Störung vorliegt und/oder ob die Verstopfung Folge einer organischen Erkrankung ist, was eher selten vorkommt.

Meistens handelt es sich um eine chronisch funktionelle Obstipation.Funktionell bedeutet, dass "nur" die Funktion des Darmes gest√∂rt ist. Die Ursachen hierf√ľr sind haupts√§chlich in der Lebens- und Ern√§hrungsweise zu finden. Hier sollte man mit der Therapie ansetzen.

Ernährungsgewohnheiten - eine Bestandsaufnahme

Ist - Soll - Vergleich

Hamburger, Wei√übrot, Schokoriegel, Fleisch, Wurst und Co sind heute sehr beliebte Nahrungsmittel - aber leider nichts f√ľr den Darm. Denn der braucht eine andere Kost, um gesund zu bleiben.

Die folgende Tabelle gibt einen Einblick in den Ist- und Soll-Zustand unserer Ernährung.

zu viel(e) zu wenig
Kalorien Ballaststoffe
Fett, v.a. tierisches Fett Gem√ľse und Salat
S√ľ√üigkeiten Obst
Weißmehlprodukte Vollkornprodukte
Kaffee und Alkohol Fl√ľssigkeit
Eiweiß komplexe Kohlenhydrate
Fast Food aus nat√ľrlichen Zutaten zubereitete Speisen
Salz Kräuter

Fazit

Wir bevorzugen Lebensmittel, die nicht f√∂rderlich f√ľr die Verdauung sind und meiden solche, die unserem Darm und unserer Verdauung gut tun.

Tipp

In unserer Rezeptdatenbank finden Sie zahlreiche ballaststoffreiche Rezepte.

Ernährungsempfehlungen

Eine gesunde, ballaststoffreiche und ausgewogene Ern√§hrung ist eine wesentliche Voraussetzung f√ľr eine optimal funktionierende Verdauung.

Vollwertig sollte es sein

Geben Sie Vollkornprodukten den Vorzug, denn sie sind reich an Ballaststoffen. Tauschen Sie Wei√ümehlprodukte wie helle Br√∂tchen, Toast, helle Nudeln, gesch√§lten Reis, Misch- und Wei√übrot gegen Vollkornprodukte und M√ľsli aus.

Aber Vorsicht: Vollkorn kombiniert mit Zucker - das verträgt nicht jeder, und häufig sind schmerzhafte Blähungen die Folge.

So nat√ľrlich wie m√∂glich

Das bedeutet, die Nahrungsmittel m√∂glichst in ihrer nat√ľrlichen Form verzehren bzw. m√∂glichst wenig be- und verarbeiten, denn dann ist gew√§hrleistet, dass die nat√ľrlichen Inhaltstoffe (z.B. Ballaststoffe, Vitamine) weitgehend erhalten sind.

Beispiel: Pellkartoffeln statt Kartoffelpuffer, Rohkost oder Frischobst essen statt Saft trinken.

Fettarm, aber nicht fettfrei

Viele sparen mit dem Fett am falschen Ende und lassen das wertvolle √Ėl am Salat weg. Bei Wurst, Chips und vor allem K√§se wird dann aber nicht so genau hingeschaut.

Richtig: Oliven√∂l und Sonnenblumen√∂l f√ľr Salat und Gem√ľse verwenden und fette tierische Lebensmittel (Wurst, K√§se etc.) gegen fettarme austauschen. Ganz ohne Fett kann der Darm nicht arbeiten - die Devise hei√üt aber: Fett in Ma√üen und das richtige (pflanzliche) Fett!

Mehr pflanzliche Kost

Basis unserer Ern√§hrung sollten pflanzliche Lebensmittel wie Getreideprodukte, Kartoffeln, H√ľlsenfr√ľchte, Obst, Gem√ľse und Salat sein. Hiervon sollten wir uns satt essen, dann nehmen wir nicht nur die Hauptn√§hrstoffe in einem ausgewogenen Verh√§ltnis sondern auch ausreichend Ballaststoffe auf.

Fleisch, Wurst und Co. enthalten zwar wertvolles tierisches Eiweiß, aber auch meist viel Fett. Ballaststoffe sind keine enthalten. Wer sich gesund ernähren möchte und vor allem, wer unter Verstopfung leidet, sollte diese Lebensmittel möglichst nur gelegentlich und in kleiner Menge verzehren.

Reichlich Fl√ľssigkeit

H√§ufig ist mangelnde Fl√ľssigkeitszufuhr Ausl√∂ser einer Verstopfung. Besonders der Darm braucht ausreichend Fl√ľssigkeit f√ľr die Verdauungs- und Ausscheidet√§tigkeit! T√§glich 2 Liter Fl√ľssigkeit wie Mineralwasser, Kr√§uter- und Fr√ľchtetee, Saftschorle sollten es schon sein.

Bitte beachten: Mit coffeinhaltigen Getr√§nken wie Kaffee oder Schwarztee und Alkohol (auch Bier!) l√§sst sich der Fl√ľssigkeitsbedarf des K√∂rpers aufgrund der harntreibenden Eigenschaften nicht decken.

Kr√§uter, Gew√ľrze und Co.

Seien Sie sparsam mit Salz. Nehmen Sie stattdessen reichlich frische Kr√§uter, denn sie enthalten Inhaltsstoffe, die die Verdauung f√∂rdern. Auch Gew√ľrze wie z.B. Koriander, Anis, Fenchel oder K√ľmmel regen die Verdauung an.

Milchsaures Gem√ľse

Unsere Gro√üm√ľtter wussten schon, dass milchsaures Gem√ľse wie z.B. Sauerkraut, Bohnen und Zwiebel sehr wertvolle Nahrungsmittel sind. Sie sollten jedoch nicht erhitzt werden, damit die Milchs√§urebakterien, die so wertvoll f√ľr die Darmflora und die Verdauung sind, nicht absterben.

Sauermilchprodukte

Molke, Kefir, Buttermilch und Naturjoghurt sind leichtbekömmliche und verdauungsfördernde Nahrungsmittel.

Esskultur

Nicht nur was und wie viel wir essen, hat einen Einfluss auf unsere Verdauung, sondern auch wie wir essen.

Folgende Empfehlungen helfen, neben einer vollwertigen und gesunden Ern√§hrung, der Verdauung wieder auf die Spr√ľnge:

  • Denken Sie daran: Die Verdauung beginnt im Mund! Jeden Bissen gr√ľndlich kauen.
  • Auf das Essen konzentrieren - nicht ablenken durch Lesen oder Fernsehschauen.
  • Gen√ľgend Zeit zum Essen nehmen, nicht in Hektik und Eile essen. Wenn keine Zeit zum Essen besteht, besser zu einem sp√§teren Zeitpunkt essen.
  • Ruhepausen g√∂nnen.
  • Die Speisen appetitlich anrichten, den Tisch liebevoll decken, denn das Auge isst mit.
  • 5 kleine Mahlzeiten werden meist besser vertragen als 3 gro√üe.