Osteoporose - Medikamente / Östrogene
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Allgemein
Die hier angegebenen Dosierungen der Medikamente dienen lediglich der Orientierung. Sie sollten in jedem Fall mit dem Hausarzt oder Apotheker besprochen werden!
Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung ist neben der Ernährung und der Bewegung die dritte Säule der Osteoporosetherapie. Man unterscheidet grundsätzlich zwei Arten von Wirkstoffgruppen. Die eine Gruppe stimuliert den Knochenaufbau, die zweite hemmt den Knochenabbau.
Die Wahl des Medikamentes hängt maßgeblich vom Patienten bzw. der jeweiligen Diagnose ab. Die Entscheidung kann nur der behandelnde Arzt nach gründlicher Untersuchung des Patienten treffen. Im Folgenden wird auf die Wirkstoffgruppen der Osteoporose-Medikamente näher eingegangen.
Östrogene
Die weiblichen Sexualhormone
Die fehlende Östrogenproduktion nach den Wechseljahren ist eine der häufigsten Ursachen der Osteoporose. Um diesen Mangel zu beheben, wird vielen Frauen eine Ersatzbehandlung empfohlen. Die Art der Verabreichung (Tabletten, Spritzen, Pflaster) spielt dabei keine Rolle.
Östrogene hemmen direkt den Knochenabbau, sie verringern die Calciumausscheidung und erhöhen die Calciumabsorption. Dies führt zu einer Zunahme der Knochendichte und damit zu einem verringerten Frakturrisiko. Sie sind ebenfalls in der Lage, die typischen Beschwerden der Wechseljahre zu mildern. Entscheidend ist jedoch, dass die Therapie rechtzeitig begonnen wird, um mögliche Schäden zu vermeiden. Die Theorie, dass Östrogene mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden sind, wurde bisher in keiner Studie bestätigt.
Calcitonin
Das Schilddrüsenhormon
Calcitonin ist ein in der Schilddrüse gebildetes Hormon, das in der Osteoporosetherapie eingesetzt wird, wenn eine Therapie mit Östrogenen abgelehnt wird, Kontraindikationen (Gegenanzeichen) vorliegen sowie bei der Therapie osteoporotischer Männer.
Calcitonin hemmt die Freisetzung von Calcium und Phosphat aus den Knochen und fördert die Einlagerung dieser beiden Mineralstoffe in die Knochenmatrix. Weiterhin begünstigt es die Umwandlung von knochenabbauenden Osteoklasten in knochenaufbauende Osteoblasten. Es besitzt eine schmerzstillende Wirkung, weshalb es häufig zur Schmerzlinderung bei Frakturen eingesetzt wird.
Verabreicht wird es in Form von Spritzen und Nasensprays. Typische Nebenwirkungen dieser Medikamente sind Übelkeit, Hautrötungen sowie Magen-Darm-Beschwerden. Bei der Anwendung von Lachs-Calcitonin kann es zusätzlich zu allergischen Reaktionen kommen.
Calcitriol
Der Körper ist in der Lage, aus UV-Strahlen und einem Cholesterinabkömmling (7-Dehydrocholesterol) Vitamin D (Cholecalciferol) selbst herzustellen. In Leber und Niere erfolgt dann die Umwandlung in die eigentlich wirksame Hormonform, dem sogenannten Calcitriol. Bei vielen älteren Menschen ist diese Umwandlung in der Niere gestört, so dass sie auf eine direkte Zufuhr dieses Hormons angewiesen sind. In diesem Fall sollte eine weitere Vitamin D-Supplementierung unterbleiben und die Calciumaufnahme durch die Nahrung zumindest reduziert werden.
Bisphosphonate
Es handelt sich hier um Phosphorverbindungen, die eine ähnliche chemische Struktur aufweisen wie die Knochenmatrix. Sie bilden eine Art Schutzschicht und verringern somit die Angriffsfläche der Osteoklasten. Durch die selektive Hemmung dieser knochenabbauenden Zellen bleibt die Aktivität der Osteoblasten erhalten, wodurch eine gewisse Erhöhung der Knochendichte erreicht werden kann.
Bisphononate sollten nicht während der Schwangerschaft bzw. der Stillzeit, bei Nierenfunktionsstörungen und Entzündungen des Magen-Darm-Traktes eingesetzt werden. Als Nebenwirkungen wurden Magen-Darmbeschwerden beobachtet.
Fluoride
Fluoride fördern den Knochenaufbau, indem sie die Osteoblastenaktivität erhöhen. Eine Zunahme der Knochendichte ist auf eine teilweise Einlagerung von Fluorid in die Knochenmatrix zurückzuführen. Diese Effekte sind an der Wirbelsäule stärker ausgeprägt als an den Extremitäten.
Eine Überdosierung kann jedoch auch negative Auswirkungen haben. Eine übermäßige Fluoridzufuhr führt zu einer Störung der Knochenstruktur (Fluorose), was die Frakturanfälligkeit trotz erhöhter Knochendichte verstärkt.
Als Nebenwirkungen können Übelkeit, Gastritis sowie Schwellungen im Knöchel- und Fersenbereich auftreten. Die Dauer der Therapie sollte drei Jahre nicht übersteigen.
Androgene
Androgene sind männliche Sexualhormone, die nur bei sehr schwerwiegenden Fällen eingesetzt werden. Bei einer stark ausgeprägten Osteoporose findet sich häufig ein Teufelskreis aus einer Abnahme der Knochendichte und dem damit verbundenen vermehrten Auftreten von Knochenbrüchen. Dies führt häufig zur Bettlägerigkeit, woraus eine weitere Abnahme der Knochendichte resultiert usw. Androgene können durch ihren knochenaufbauenden Effekt helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Calcium und Vitamin D
Obwohl der Calciumversorgung in den ersten drei Lebensjahrzehnten eine entscheidende Bedeutung zukommt, hat Calcium auch in höherem Lebensalter einen positiven Effekt auf die Knochendichte.
Calcium hat bei der Behandlung mit Östrogenen eine unterstützende Wirkung. Da Vitamin D die Calciumresorption verbessert, lässt sich durch die gezielte Gabe dieses Vitamins der Knochenabbau verringern. Es empfiehlt sich eine zusätzliche Gabe von 400-800 IE Vitamin D. Wird die empfohlene Menge Calcium (1000mg/d) durch konventionelle Ernährung nicht erreicht (z.B. bei Milcheiweißallergie), ist eine Substitution empfehlenswert.
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