Zöliakie - Therapie

Behandlung der Zöliakie

Die Behandlung der Erkrankung erfolgt in erster Linie durch die lebenslange Einhaltung der glutenfreien Ern√§hrung. Dadurch gelingt die Regeneration der abgeflachten D√ľnndarmschleimhaut meist relativ schnell und die N√§hrstoffe k√∂nnen wieder √ľber die Darmwand ins Blut aufgenommen werden. Daraufhin bessern sich auch zusehends allgemeine Krankheitssymptome wie Schw√§che, Gewichtsverlust etc. Bei einigen Patienten kann es jedoch zwischen 6-12 Monate dauern, bis sie beschwerdefrei sind.

Oftmals werden unbewusst Di√§tfehler begangen. Dies ist besonders problematisch, wenn sich nach der Diagnose und dem vermeintlichen Einhalten der Di√§t keine Besserung ergibt und die glutenfreie Ern√§hrung deshalb abgelehnt wird. Bei sporadisch unterbrochener Di√§t k√∂nnen Komplikationen auftreten, die sich erst nach l√§ngerer Zeit auswirken. Teilweise kann es in der Pubert√§t zu einer Verbesserung der Glutenintoleranz kommen, so dass bei m√§√üigem Verzehr von glutenhaltigen Lebensmitteln keine Symptomatik auftritt. Wenn die Di√§t nicht konsequent eingehalten wird, k√∂nnen erneut Schleimhautver√§nderungen im D√ľnndarm auftreten, die nicht unbedingt sofort die entsprechenden Symptome mit Beschwerden im Magen-Darm-Bereich aufzeigen.

Eine Nichteinhaltung der streng glutenfreien Diät - auch unabhängig von Beschwerden - erhöht das Risiko um das 1,2-fache an bösartigen Tumoren im Magen-Darm-Trakt zu erkranken. Die strenge Einhaltung der Diät trägt weiterhin nicht nur zu einer Verbesserung des Allgemeinzustandes bei. Weiterhin beugt die glutenfreie Diät möglichen Zahnschäden, der Entstehung einer Osteoporose und Infertilität u. a. vor.

Erste Schritte nach der Neudiagnose Zöliakie

Die Diagnose Z√∂liakie bringt eine Vielzahl von Ver√§nderungen mit sich. Zu Beginn der Umstellung auf eine glutenfreie Ern√§hrung m√ľssen die gesamten Lebensmittelvorr√§te sowie auch Arzneimittel, Mund- und Zahnpflegemittel und Kosmetika (bei Dermatitis herpetiformis Duhring) auf Glutenfreiheit √ľberpr√ľft werden. Es ist sehr sinnvoll, gleich zu Beginn die Beratung durch eine qualifizierte Ern√§hrungsfachkraft in Anspruch zu nehmen.

Bei der Auswahl der Lebensmittel kann zwischen ‚Äěgrunds√§tzlich erlaubten‚Äú, ‚Äěgrunds√§tzlich verbotenen‚Äú und ‚Äěnach sorgf√§ltiger Pr√ľfung‚Äú erlaubten Lebensmitteln unterschieden werden. Mittlerweile ist der Verzehr von Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs nach sorgf√§ltiger Pr√ľfung m√∂glich. Hierzu stellt die Deutsche Z√∂liakiegesellschaft schon seit l√§ngerem sehr umfangreiche ‚ÄěPositivlisten‚Äú glutenfreier Lebensmittel und Arzneimittel zur Verf√ľgung. Diese Listen haben ein Jahr G√ľltigkeit und unterliegen einem kontinuierlichen Aktualisierungsdienst, da die Lebensmittelindustrie die Rezepturen h√§ufig ab√§ndert.

Seit dem 25.11.2005 muss laut Allergenkennzeichnungs-Verordnung der Glutengehalt bei abgepackter Ware gekennzeichnet werden, wodurch die Lebensmittelauswahl zuk√ľnftig weiter erleichtert wird. Da derzeit immer noch Lebensmittel abverkauft werden, die vor dem oben genannten Datum hergestellt und somit noch nicht nach der neuen Kennzeichnungspflicht gekennzeichnet wurden, empfiehlt die DZG aus Sicherheitsgr√ľnden auch weiterhin unterst√ľtzend (o. begleitend) die Aufstellung glutenfreier Lebensmittel zu verwenden.

Die Ausnahmeregelungen der Allergenkennzeichnung (z. B. Glukosesirup auf Weizenbasis) wurden erst im letzten Jahr von der European Food Safety Authority (EFSA) genehmigt. Noch immer werden auch auf solchen Produkten glutenhaltige Bestandteile ausgewiesen und f√ľhren dadurch zu Unsicherheiten bei den Betroffenen. Einige Hersteller kennzeichnen Verzuckerungsprodukte als glutenhaltig, wovon manche dies auch in Zukunft beibehalten wollen. Wiederum andere wollen mit der Einf√ľhrung neuer Verpackungen in Zukunft darauf verzichten.

Dies f√ľhrt letztlich dazu, dass die Verbraucher die Angaben in den Zutatenlisten nicht einsch√§tzen k√∂nnen. Die Kennzeichnungsvorschriften ber√ľcksichtigen ausschlie√ülich die Rezepturbestandteile. Kontaminationsrisiken, die rezeptorisch und produktionstechnisch nicht m√∂glich sind, werden durch den Warnhinweis ‚Äěkann Spuren von Weizen enthalten‚Äú dennoch viel zu oft etikettiert und f√ľhren zur Verunsicherung und unn√∂tigen Einschr√§nkungen.

Exkurs Allergenkennzeichnung

Seit dem 25. November 2005 sind die Lebensmittelhersteller laut den EU-Richtlinien 2003/89/EG und 2005/26/EG dazu verpflichtet, h√§ufig Allergie ausl√∂sende Bestandteile wie glutenhaltiges Getreide, Krebsfleisch, Eier, Fisch, Erdnuss, Soja, Milch ( einschlie√ülich Laktose), Hartschalenfr√ľchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen und deren Erzeugnisse sowie Schwefeldioxid und Sulfite anzugeben.

Dies gilt jedoch nicht f√ľr Produkte, die vor dem 25. November 2005 hergestellt wurden, lose Ware sowie nachfolgende Lebensmittel und daraus gewonnene Erzeugnisse (LMKV Anlage 3 (zu ¬ß 3, ¬ß 5 Abs. 3 und ¬ß 6)):

  • Glucose auf Weizenbasis einschlie√ülich Dextrose
  • Maltodextrine auf Weizenbasis
  • Glucosesirup auf Gerstenbasis
  • Getreide, das als Ausgangsstoff f√ľr Destillate f√ľr Spirituosen verwendet wird