Besser trinken an der Grundschule

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 7. September 2021

Regelmäßiges Trinken ist wichtig für den Erhalt der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit. Daher sollte die Einübung eines gesunden Trinkverhaltens gerade an den Grundschulen einen hohen Stellenwert genießen. Wie gelingt es, das Trinken gut in den Schulalltag einzubinden?

Grundschüler sollten pro Tag etwa einen Liter trinken. Die empfohlene Trinkmenge variiert beispielsweise abhängig von der Jahreszeit oder körperlichen Aktivität. Während eines vier- bis achtstündigen Schultags sollten Grundschüler 400 bis 600 Milliliter trinken. Diese Trinkmenge erreichen allerdings bei weitem nicht alle Kinder. Studien zufolge trinkt etwa jeder zweite 6- bis 11-Jährige zu wenig. Hinzu kommt, dass sich häufig die falschen Getränke in den Trinkflaschen befinden. Säfte und Limonaden sind wohlschmeckend und dementsprechend auch bei Grundschülern beliebt. Allerdings enthalten sie viel Zucker. Dies begünstigt Zahnschäden. Aufgrund der erhöhten Energieaufnahme fördern zuckerhaltige Getränke auch die Entstehung von Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit). Daher raten Experten, energiefreie oder zumindest energiearme Getränke wie Trink- und Mineralwasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorle (Mischungsverhältnis 3:1, also drei Teile Wasser auf einen Teil Saft) auszuwählen.

Wie lässt sich erreichen, dass Kinder während des Schultags ausreichend trinken? Hier ist es hilfreich, einen Blick auf die Situation vor Ort zu werfen. Verschiedene Maßnahmen können das Trinken an Schulen fördern:

  • ein kostenloses Angebot von Trink- oder Mineralwasser (aus dem Wasserhahn, in Flaschen oder einem Trinkwasserspender),
  • eine eigene Trinkflasche für jedes Kind sowie Ersatzflaschen an der Schule,
  • die Organisation eines „Flaschenauffülldienstes“, falls kein Wasserangebot in den Klassenräumen vorhanden ist,
  • das Festlegen von Trinkregeln und Zeitfenstern für das Trinken,
  • Lehrer sollten mit gutem Beispiel vorangehen, indem sie das Trinkangebot nutzen und während des Unterrichts Trinkpausen einlegen.

Um die Kinder zum Trinken zu motivieren, kann es auch als Unterrichtsthema aufgegriffen werden. Denn Trinken ist nicht nur eine körperliche Notwendigkeit, sondern zugleich auch ein spannendes Lernumfeld. Es bieten sich vielfältige, fächerübergreifende Bildungsinhalte mit Lebensweltbezug an, die etwa im Sachunterricht aufgegriffen werden können. Als Beispiele für handlungsorientierte, altersgerechte Ansätze nennt das Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg

  • die Zubereitung von „infused water“, einem mit Kräutern (zum Beispiel Minze), Obst- oder Gemüsestücken (beispielsweise Gurke oder Melone) aromatisierten Wasser,
  • das Unterrichtsthema: Weshalb benötigt der Körper Wasser, Aufzeigen von Wasserverlusten und dem Bedarf des Körpers,
  • die Darstellung der täglich empfohlenen Trinkmenge in Form von Gläsern anstelle von Literangaben,
  • die spielerische Reflektion des eigenen Trinkverhaltens, beispielsweise durch das Ausmalen eines Trinkprotokolls,
  • das Projekt: Welche „festen“ Nahrungsmittel enthalten viel Wasser? Beim Auspressen (Entsaften) von Obst und Gemüse können die Kinder Unterschiede selbst erkunden.
  • die Schätzung des Zuckergehalts von zuckerreichen Getränken mit Zuckerwürfeln. Gemeinsames Erstellen eines Schaubilds,
  • den Süß-sauer-Trick von Limonaden: Kombinationen von Zutaten verändern den Geschmack,
  • das gemeinsame Verkosten verschiedener Wässer: Schmecken alle gleich?

Fazit: Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen die Einübung eines gesundheitsförderlichen Trinkverhaltens unterstützt werden können: Von der Bereitstellung eines einfach verfügbaren Trinkangebots über die Förderung des individuellen Trinkverhaltens bis hin zur aktiven Einbindung in den Unterricht. Idealerweise greifen diese Ansätze ineinander wie Zahnräder, um möglichst viele Kinder zu erreichen. Auch beim Trinkverhalten gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein: Viele kleine Maßnahmen können gemeinsam eine große Wirkung haben.

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verfasst von am 7. September 2021 um 09:35

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