Insbesondere Männer profitieren von einem gesunden Lebensstil

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 31. Mai 2022

Männer, die einen gesunden Lebensstil pflegen, leben laut einer aktuellen Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) bis zu 17 Jahre länger als Zeitgenossen mit sehr ungesunden Lebensgewohnheiten. Auch Frauen profitieren vom Pflegen eines gesunden Lebensstils – wenn auch in etwas geringerem Umfang.

Seit über 20 Jahren beteiligt sich das DKFZ an der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition), einer gesamteuropäischen Langzeitstudie zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Ernährung, Lebensstilfaktoren und Krebs. Für die aktuelle Analyse verwendeten die Wissenschaftler des DKFZs Daten des Heidelberger Arms der EPIC-Studie. In Heidelberg und Umgebung haben über 25.000 Probanden im mittleren bis höheren Lebensalter an der EPIC-Studie teilgenommen. Während der Nachbeobachtungsperiode (bis 2014) verstarben 2.571 der Heidelberger Teilnehmer.

Im Zuge ihrer Auswertungen erstellten die Wissenschaftler für jeden Teilnehmer ein Profil von lebensstilbezogenen Risikofaktoren. Berücksichtigt wurden sieben Faktoren: Rauchen, BMI, Hüftumfang, Alkoholkonsum, körperliche Aktivität, Diabetes und Bluthochdruck. Anschließend wurden die Probanden entsprechend ihres Lebensstil-Profils in Gruppen eingeteilt. Die folgenden Vergleiche beziehen sich jeweils auf das Fünftel der Probanden mit den günstigsten versus den ungünstigen Lebensstil-Profilen.

Hier offenbarte sich, dass die Lebenserwartung der Männer mit den günstigsten Lebensgewohnheiten 16,8 Jahre höher war als jene der Männer mit den ungünstigsten Lebensgewohnheiten. Bei Frauen war die Differenz geringer, betrug aber immer noch 9,9 Jahre.

Im nächsten Schritt der Auswertung bezogen die Wissenschaftler fünf Blut-Biomarker mit ein, die verschiedene Aspekte des biologischen Alterns anzeigen. GDF-15 (Growth Differentiation Factor 15) ist ein Indikator für oxidativen Stress, Entzündungen und Mitochondrien-Fehlfunktion, Cystatin C weist auf die Nierenfunktion hin und NT-proBNP zeigt Herzschäden an. Miteinbezogen wurden außerdem der Blutzuckerlangzeitwert HbA1c sowie das C-reaktive Protein (CRP) als Marker für eine systemische Entzündung.

Bei zusätzlicher Berücksichtigung dieser Biomarker vergrößerte sich der Unterschied der Lebenserwartung weiter: Männer mit den günstigsten Werten hatten eine 22,7 Jahre längere Lebenserwartung als Männer mit den ungünstigsten Werten. Bei den Studienteilnehmerinnen betrug der Unterschied 14 Jahre.

Die Ergebnisse können dazu beitragen, Präventionsstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus sind sie aus gesundheitspädagogischer Sicht besonders interessant, wie Studien-Erstautor Dr. Bernard Srour erläutert: „Der voraussichtliche Verlust an Lebenserwartung ist ein geeigneter und leicht verständlicher Messwert, den beispielsweise Ärzte nutzen können, um ihre Patientinnen und Patienten zu motivieren, ungesunde Gewohnheiten aufzugeben. Auch könnten damit Menschen mit besonders hohen gesundheitlichen Risiken identifiziert werden, die von direkten Interventionen profitieren könnten.“

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verfasst von am 31. Mai 2022 um 08:22

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