Nutri-Score: Sonderfall Käse

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 11. Mai 2021

Hätten Sie es gewusst? Die Kriterien für die Bestimmung des Nutri-Scores für Käse weichen – ebenso wie bei Getränken, Speisefetten und Ölen – von anderen Lebensmitteln ab.

Würde der Nutri-Score für Käse nach den allgemein gültigen Regeln ermittelt werden, würden wohl nahezu alle Käsesorten mit einem roten E bewertet werden, der ungünstigsten Kategorie. Schuld daran sind der relativ hohe Fett- und Salzgehalt der meisten Käsesorten. Zugleich ist Käse aber auch eine gute Eiweißquelle und ein wichtiger Kalziumlieferant.

Würden nahezu alle Käsesorten auf dem Markt denselben Nutri-Score tragen, hätte dieser sein Ziel verfehlt. Denn eigentlich soll der Nutri-Score Verbrauchen helfen, das ernährungsphysiologisch günstigere Produkt zu identifizieren. Daher folgt die Bestimmung des Nutri-Scores in diesem Fall einer Sonderregel. Sie ermöglicht einen sinnvollen Nährwertvergleich , auch wenn die Zusammensetzung von Käsesorten derselben Käsegruppe naturgemäß sehr ähnlich ist. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln fließt bei der Berechnung des Nutri-Scores der Proteingehalt des Käses immer positiv ein. Bei anderen Lebensmitteln ist dies nur der Fall, wenn sie einen vergleichsweise guten Nährwert besitzen und darüber hinaus einen Mindestgehalt an nährstoffreichen Zutaten wie Obst, Gemüse oder Nüssen aufweisen.

Durch die zusätzliche Berücksichtigung des Eiweißgehalts erstreckt sich das Bewertungsspektrum von Käse über mindestens drei Stufen. Für Halloumi-Käse bleibt weiterhin nur eine E-Wertung, Bergkäse erreicht dagegen ein Nutri-Score D in orange und Harzer Käse sogar ein gelb unterlegtes C. Die Sonderregel für Käse erscheint auch unter ernährungsphysiologischer Perspektive plausibel, da der Eiweißgehalt von Käse stark mit dessen Kalziumgehalt korreliert.

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verfasst von am 11. Mai 2021 um 08:19

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