Als Raucher geboren

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 21. Juli 2015

Mehr als jedes zehnte Kind in Deutschland wird von einer Frau geboren, die w√§hrend der Schwangerschaft geraucht hat. Darauf weist die Initiative „Gesund ins Leben“ hin. Angesichts der gravierenden Folgen des (Passiv-)Rauchens f√ľr ungeborene Kinder, S√§uglinge und Kinder sollten zuk√ľnftige Eltern verst√§rkt auf die Problematik aufmerksam gemacht werden.

Zwar hat sich der Anteil der Frauen, die w√§hrend der Schwangerschaft rauchen, seit Ende der 1990er Jahre halbiert, allerdings gaben zwischen 2007 und 2011 immer noch 11,2 Prozent der Frauen an, nach Bekanntwerden der Schwangerschaft (weiter) geraucht zu haben. Dies geht aus Daten der √Ąrztekammern Deutschlands hervor. F√ľr Frau Prof. Claudia Hellmers, Hebammenwissenschaftlerin im Netzwerk „Gesund ins Leben„, sind dies alarmierende Zahlen. Angesichts der erheblichen Folgen, die das Rauchen bereits auf die Entwicklung des Ungeborenen haben kann, r√§t sie schwangeren Frauen, m√∂glichst konsequent auf das Rauchen zu verzichten. Hierdurch l√§sst sich die Gefahr von Fehlbildungen, vorzeitigen Plazentaabl√∂sungen, geringem Geburtsgewicht, sp√§terem √úbergewicht und Allergien reduzieren. Schwangere sollten jedoch nicht nur selbst auf das Rauchen verzichten, sondern m√∂glichst auch darauf achten, sich nicht in R√§umen aufzuhalten, in denen geraucht wird oder geraucht wurde.

Die Chancen, w√§hrend der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuh√∂ren, sch√§tzt Hellmers als besonders g√ľnstig ein: „Werdende Eltern sind aufgeschlossen f√ľr Gesundheitsbotschaften. Sie tragen zu einem gesunden Start f√ľr ihr Kind bei, wenn sie gemeinsam f√ľr eine rauchfreie Schwangerschaft sorgen.“ Hellmers r√§t Fachkr√§ften, die zuk√ľnftigen Eltern explizit und einf√ľhlsam auf ihren Zigarettenkonsum anzusprechen und durch positive Botschaften zu Entw√∂hnungsma√ünahmen zu motivieren. √úbrigens profitieren auch Paare mit Kinderwunsch vom Rauchverzicht, denn Rauchen mindert die Fruchtbarkeit.

Da sozial benachteiligte, alleinstehende sowie junge Frauen vergleichsweise h√§ufig w√§hrend der Schwangerschaft rauchen, lohnt es sich, diese Gruppen gezielt anzusprechen. Au√üerdem sollten Eltern, die es geschafft haben, w√§hrend der Schwangerschaft auf das Rauchen zu verzichten, auch nach der Geburt des Kindes motiviert werden, beim Nicht-Rauchen zu bleiben. Bislang werden viele Frauen nach der Geburt ihres Kindes wieder r√ľckf√§llig. Fortlaufende Informationen und Unterst√ľtzung sind daher aus Sicht der Gesundheitsinitiative ebenso unabdingbar f√ľr eine langfristige Rauchentw√∂hnung wie die Zusammenarbeit der begleitenden Fachkr√§fte.

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verfasst von am 21. Juli 2015 um 08:45

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2 Kommentare zu “Als Raucher geboren”

  1. Fabienne sagt:

    Kleine oder gro√üe Workshops w√§ren da eine super L√∂sung. Dort teilen M√ľtter mit, die es geschafft haben bei bekanntgabe der Schwangerschaft mit dem Rauchen aufzuh√∂ren. Das w√ľrde viele junge M√ľtter und auch die, die lange Rauchen, weiterhelfen.

  2. Das denke ich auch, dass gerade in der Schwangerschaft eine besonders große Chance besteht, mit dem Rauchen aufzuhören. Und gerade in dieser Zeit ist es ja auch besonders wichtig.

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