Attraktiv, aber immer noch in der Nische: Lebensmittellieferung frei Haus

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 2. Dezember 2014

Unabh√§ngig von √Ėffnungszeiten und ohne lange Wartezeiten an der Kasse Lebensmittel besorgen, kein Schleppen schwerer Einkaufstaschen: Wer sich Lebensmittel nach Hause liefern l√§sst, wei√ü diese Vorteile zu sch√§tzen. Noch sind Lebensmittelbestellungen eher die Ausnahme, aber Experten prognostizieren dieser Sparte ein enormes Wachstumspotenzial.

In den Monaten Juli und August 2014 hat das Marktforschungsunternehmen Dr. Grieger & Cie. √ľber 2000 in Deutschland lebende Personen im Alter von 18 bis 69 Jahren befragt. Anhand ihrer Antworten zeichneten die Marktforscher ein f√ľr Deutschland repr√§sentatives Bild √ľber die Nutzung von Lebensmittellieferdiensten, die Marken- und H√§ndlerbekanntheit, und die Art der bestellten Lebensmittelgruppen. Au√üerdem wurden zuk√ľnftige Absatzm√∂glichkeiten prognostiziert.

Obwohl der Markt f√ľr Lebensmittellieferdienste bislang mit 0,6 Prozent gemessen am Gesamtmarkt f√ľr Lebensmittel sehr gering ist, konnte sich immerhin die H√§lfte der Befragten grunds√§tzlich vorstellen, Lebensmittel nach Hause zu bestellen. Mehr als jeder vierte Studienteilnehmer hat tats√§chlich bereits mindestens eine Bestellung get√§tigt.

Was veranlasst Kunden dazu, sich Lebensmittel nach Hause liefern zu lassen? Zu den Hauptgr√ľnden, die von den Marktforschern ermittelt wurden, z√§hlten die Flexibilit√§t des Einkaufs und die Unabh√§ngigkeit von √Ėffnungszeiten (79,7 Prozent der Kunden), die Befreiung davon, schwere Gegenst√§nde nach Hause tragen zu m√ľssen (79,3 Prozent), Zeitersparnis (74,8 Prozent), Bequemlichkeit (73,4 Prozent), die M√∂glichkeit, unbegrenzt gro√üe Eink√§ufe erledigen zu k√∂nnen (71,5 Prozent) sowie das zur Verf√ľgung stehende gr√∂√üere Sortiment (71,2 Prozent).

Bei der Frage nach der Bekanntheit verschiedener Lebensmittellieferdienste zeigte sich ein sehr gemischtes Bild. Untersucht wurde die Bekanntheit von 19 Lieferdiensten mit einem Marktanteil von insgesamt √ľber 70 Prozent. Zu den Lieferdiensten z√§hlten reine Onlineanbieter ebenso wie Lebensmittelfilialen mit zus√§tzlichem Lieferangebot. Es zeigte sich, dass das Lebensmittellieferangebot des Versandallrounders Amazon den Studienteilnehmern am bekanntesten war (81,2 Prozent). An n√§chster Stelle folgte die Lebensmittelkette Edeka (76,1 Prozent), knapp vor Ebay (75,9 Prozent) und REWE (75,7 Prozent).

Nach wie vor scheinen Kunden zu z√∂gern, frische Lebensmittel wie Obst und Gem√ľse zu bestellen. Dies geht auch aus der aktuellen Befragung hervor. Am h√§ufigsten werden S√ľ√üigkeiten (57,0 Prozent), Kaffee, Kakao und Tee (54,4 Prozent) sowie Getr√§nke (54,0 Prozent) bestellt. Lediglich knapp ein Drittel der Kunden (29,3 Prozent) gab an, Obst und Gem√ľse zu bestellen. Die gro√üe Mehrheit der Bestellungen wurde √ľber den PC in Auftrag gegeben (zwei Drittel aller Bestellungen), knapp ein Sechstel telefonisch (15 Prozent) und 12 Prozent per E-Mail. Bestellungen per Smartphone waren dagegen mit knapp 5 Prozent eher noch eine Seltenheit.

W√§hrend der Lebensmittelmarkt allgemein stagniert, r√§umen die Marktforscher dem Lieferbereich gute Wachstumschancen ein: F√ľr das kommende Jahr wurden Umsatzsteigerungen von √ľber 44 Prozent prognostiziert und auch danach erwarten die Marktforscher Zuw√§chse im zweistelligen Bereich. Solche enorme Steigerungen sind indes nur m√∂glich, weil der bisherige Marktanteil mit 0,6 Prozent sehr klein ist. Die Zukunft wird zeigen, ob Lebensmittellieferdienste sich langfristig am Lebensmittelmarkt etablieren k√∂nnen.

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verfasst von am 2. Dezember 2014 um 08:52

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Kein Kommentar zu “Attraktiv, aber immer noch in der Nische: Lebensmittellieferung frei Haus”

  1. Steffen Q. sagt:

    Auch wenn der Lieferservice echt praktisch ist, so nehme ich mir dennoch die Zeit in den Supermarkt zu gehen und dort frisches Obst und Gem√ľse zu kaufen.

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