Babynahrung und „Di√§tprodukte“ neu geregelt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 25. Juni 2013

Klarere Festlegungen sollen Verbraucherschutz dienen

F√ľr Babynahrung, di√§tetische Lebensmittel f√ľr besondere medizinische Zwecke und kalorienarme Lebensmittel gelten fortan strengere Regeln. Basierend auf einem Kompromiss der EU-Staaten hat das Europaparlament dazu am 11. Juni 2013 eine neue Verordnung erlassen. Die Neuregelung wird innerhalb weniger Wochen in Kraft treten. F√ľr bereits hergestellte Lebensmittel greift eine √úbergangsregelung.

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„S√§uglinge, Kleinkinder und schwerkranke Menschen sind ganz klar keine gew√∂hnlichen Verbraucher, und es ist unsere Pflicht als Gesetzgeber, strengere Vorschriften festzulegen, zum Beispiel zur Zusammensetzung und Kennzeichnung von Lebensmitteln, die f√ľr sie bestimmt sind“, sagte Europa-Parlamentsmitglied Fr√©d√©rique Ries. Sie h√§lt es aber auch f√ľr wichtig, „im Dschungel von Lebensmittelprodukten aufzur√§umen, indem wir das Konzept sogenannter di√§tetischer Lebensmittel abschaffen“, welches durch „Marketing-Kunstgriffe ausgeschlachtet“ werde.

S√§uglingsanfangsnahrung darf gem√§√ü der neuen Verordnung nicht mehr in einer Weise beworben werden, die ihren Gebrauch idealisiert, zum Beispiel durch die Abbildung gl√ľcklicher Babys. M√ľtter sollen durch diese Ver√§nderung nicht l√§nger unterschwellig dazu motiviert werden, der industriell hergestellten Babynahrung den Vorzug vor dem Stillen zu geben. Doch nicht nur die Aufmachung, sondern auch der Inhalt der S√§uglingsanfangsnahrung wurde neu geregelt. Dazu geh√∂rt, dass Pestizide „auf ein Mindestma√ü“ zu begrenzen sind.

Auch die Kennzeichnung und Zusammensetzung von Lebensmitteln f√ľr besondere medizinische Zwecke und eine gewichtskontrollierende Ern√§hrung wurden neu geregelt. So wird f√ľr die Kennzeichnung glutenfreier oder geringf√ľgig glutenhaltiger Lebensmittel und laktosefreier oder -haltiger Produkte eine europaweite Harmonisierung angestrebt. Bei Lebensmitteln, die als Mahlzeitenersatz dienen, bestehe Verwechslungsgefahr mit Lebensmitteln f√ľr den allgemeinen Verzehr, welche zur gewichtskontrollierenden Ern√§hrung angeboten werden. Hier soll durch entsprechende Regelungen mehr Klarheit geschaffen werden.

Weiter fordert das Parlament die Europ√§ische Kommission dazu auf, den ern√§hrungsphysiologischen Nutzen sogenannter „Wachstumsmilch“ zu untersuchen. Diese als besonders f√ľr Kleinkinder geeignet beworbenen Milchprodukte auf Kuh-, Ziegenmilch-, Soja- oder Reisbasis sind hinsichtlich ihrer Eignung umstritten. Neben der Tauglichkeit von Wachstumsmilch soll die Erfordernis von Rechtsvorschriften f√ľr Sportler-Lebensmittel gepr√ľft werden.

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verfasst von am 25. Juni 2013 um 05:34

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