Ballungsgebiet Apfel: Bakterien von Bio√§pfeln sind besser f√ľr den Darm

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 17. September 2019

In einem Apfel der Sorte Arlet leben √ľber 100 Millionen Bakterien, berichten Wissenschaftler der Technischen Universit√§t Graz. W√§hrend die Gesamtzahl der Bakterien unabh√§ngig von der Anbaumethode zu sein scheint, haben Bio√§pfel in puncto Bakterienvielfalt sowie der Anzahl n√ľtzlicher Bakterien die Nase vorn.

Das englische Sprichwort „One apple a day keeps the doctor away!“ hat schon aufgrund des hohen Gehalts an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen in √Ąpfeln seine Berechtigung. Dies ist aber noch nicht alles, wie Wissenschaftler um Prof. Gabriele Berg vom Institut f√ľr Umweltbiotechnologie aktuell in der Fachzeitschrift Frontiers in Microbiology berichten.

„Rohes Obst und Gem√ľse sind eine wichtige Quelle n√ľtzlicher Darmmikroben“, erl√§utert Prof. Berg. Doch welche und wie viele Bakterien besiedeln √Ąpfel, und wo sind die meisten Bakterien zu finden? „W√§hrend ihr Pilzgehalt bereits kartiert worden ist, ist √ľber die Bakterien in √Ąpfeln bisher nur wenig bekannt“, beschreibt die Biologin den Ausgangspunkt ihrer Studie. Gemeinsam mit ihren Kollegen untersuchte Prof. Berg das Mikrobiom in den verschiedenen Komponenten von √Ąpfeln der Sorte Arlet (Fruchtfleisch, Schale, Kerne, Stiel, Bl√ľtenkelch) und verglich √Ąpfel aus konventionellem und √∂kologischem Anbau.

Die Gesamtzahl an Bakterien, die einen Apfel besiedeln, ist unvorstellbar gro√ü: „Unseren Sch√§tzungen zufolge enth√§lt ein typischer 240 Gramm schwerer Apfel im Schnitt 114 Millionen Bakterien“, schildert Berg. Besonders wohl scheinen die Mikroben sich im Kerngeh√§use zu f√ľhlen. Hier war ihre Anzahl am h√∂chsten, gefolgt vom Fruchtfleisch. Die Apfelschale ist dagegen nur sp√§rlich besiedelt. Unter den gefunden Bakterien waren vor allem Proteobakterien (80 Prozent), gefolgt von Bacterioides (9 Prozent), Actinobacteria (5 Prozent) und Firmicutes (3 Prozent). Diese Aufteilung war bei √Ąpfeln aus konventionellem und √∂kologischem Anbau vergleichbar, allerdings war die Bakterienvielfalt der untersuchten Bio√§pfel gr√∂√üer und ihre Zusammensetzung ausgewogener. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass √∂kologisch angebaute √Ąpfel die Verschiebung der Besiedlung der Darmflora zugunsten einiger weniger Bakterienspezies verhindern und damit auch der Ausbreitung krankmachender (pathogener) Bakterienarten entgegenwirken k√∂nnten.

Hinzu kommt, dass die untersuchten √Ąpfel aus √∂kologischem Anbau offenbar mehr n√ľtzliche und weniger sch√§dliche Bakterien enthalten als ihre konventionellen Pendants. „Escherichia-Shigella, eine Gruppe von Bakterien, zu der auch bekannte Krankheitserreger geh√∂ren, war in den meisten konventionellen Apfelproben zu finden, aber in keinem der Bio-√Ąpfel. Bei den f√ľr ihre probiotische Wirkung bekannten Lactobazillen war das Gegenteil der Fall“, erl√§utert Prof. Berg.

Dass in den √Ėko√§pfeln auch mehr Methylobakterien vorhanden waren, d√ľrfte Wasser auf den M√ľhlen derjenigen sein, denen Bioobst besser schmeckt. Denn zumindest in Erdbeeren verst√§rken diese kleinen Helferlein die Bildung von Aromastoffen.

Ob diese Ergebnisse sortenspezifisch sind oder pauschal f√ľr alle Apfelsorten gelten, ist bislang nicht klar. „Eine andere Studie hat k√ľrzlich gezeigt, dass die Pilzgemeinschaft im Apfel sortenspezifisch ist. Die Bakterienanalysen sollten also auch bei anderen Kultivaren wiederholt werden“, empfehlen Prof. Berg und ihre Kollegen.

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verfasst von am 17. September 2019 um 07:02

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