BfR aktualisiert HöchstmengenvorschlĂ€ge fĂŒr Vitamine und Mineralstoffe in NEM und angereicherten Lebensmitteln

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Dienstag, 20. April 2021

17 Jahre nach der ersten Fassung hat das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) seine HöchstmengenvorschlĂ€ge fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel (NEM) und angereicherte Lebensmittel anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse ĂŒberarbeitet. So möchte das BfR die Bevölkerung vor einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen Aufnahme von NĂ€hrstoffen schĂŒtzen.

Hersteller von NEM und angereicherten Lebensmitteln werben mit positiven Effekten ihrer Produkte auf Gesundheit, Wohlbefinden und LeistungsfĂ€higkeit. Ihre Werbeversprechen zeigen Wirkung: Etwa jeder dritte Erwachsene hierzulande nimmt regelmĂ€ĂŸig NEM ein, darunter viele vitamin- und mineralstoffhaltige Produkte. Dabei ist ein Großteil der deutschen Bevölkerung ausreichend mit diesen NĂ€hrstoffen versorgt. Nur bei wenigen Vitaminen und Mineralstoffen wie FolsĂ€ure, Vitamin D, Calcium und Jod unterschreitet die Aufnahme ĂŒber die ĂŒbliche Kost die Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE). Dies gilt etwa fĂŒr die FolsĂ€ureaufnahme schwangerer Frauen oder Vitamin D in der Ă€lteren Bevölkerung. Wer sich ausgewogen und abwechslungsreich ernĂ€hrt, zusĂ€tzlich hoch dosierte NEM einnimmt und das ganze eventuell noch mit angereicherten Lebensmitteln komplettiert, tut sich womöglich nichts Gutes. Denn auch eine Überversorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen kann negative gesundheitliche Folgen haben. „Viel hilft viel – das ist auch bei Vitaminen und Mineralstoffen ein Trugschluss“, warnt BfR-PrĂ€sident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Die Dosis entscheidet, ob sie unserer Gesundheit nĂŒtzen oder schaden“.

Bislang existieren weder national noch im europĂ€ischen Raum verbindliche Höchstmengen fĂŒr Vitamine und Mineralstoffe in NEM und angereicherten Lebensmitteln. Daher hat das BfR seine bisherigen HöchstmengenvorschlĂ€ge unter BerĂŒcksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert. Sie sollen als Diskussionsgrundlage fĂŒr das Risikomanagement dienen, die Basis fĂŒr gesetzliche Höchstmengenregelungen auf EU-Ebene schaffen und damit letztendlich die Konsumenten vor einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen NĂ€hrstoffaufnahme schĂŒtzen.

Bei der Ableitung seiner Empfehlungen versucht das BfR den Spagat zwischen der Ermöglichung einer signifikanten zusĂ€tzlichen NĂ€hrstoffaufnahme durch NEM und angereicherte Lebensmittel einerseits und zugleich dem Schutz der ĂŒberwiegend gut versorgten Bevölkerung vor einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen NĂ€hrstoffaufnahme. Daher berĂŒcksichtigt das BfR zusĂ€tzlich zu den jeweiligen Referenzwerten die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen durch die ĂŒbliche ErnĂ€hrung sowie die abgeleiteten tolerierbaren Tageshöchstmengen. Um auch Jugendliche vor einer Überversorgung zu schĂŒtzen, wurde die Altersgruppe der 15- bis 17-JĂ€hrigen als Bezugsgruppe fĂŒr die Höchstmengenbestimmung fĂŒr NEM ausgewĂ€hlt. Außerdem wurde bei beinahe jedem NĂ€hrstoff ein Unsicherheitsfaktor mit einberechnet, der wissenschaftlichen Unsicherheiten und möglichen Risiken durch die Einnahme verschiedener NEM gleichzeitig Rechnung trĂ€gt. Bei der Ableitung der Höchstmengen fĂŒr angereicherte Lebensmittel wurden die tolerierbaren Tageshöchstmengen und ErnĂ€hrungsgewohnheiten jĂŒngerer Kinder mitberĂŒcksichtigt.

Weitere Informationen finden Sie in der BfR-Stellungnahme mit Links zur Höchstmengenbestimmung einzelner Vitamine und Mineralstoffe.

Quellen einblenden

 

verfasst von am 20. April 2021 um 08:28

Was ist das?

DEBInet-ErnĂ€hrungsblog - ĂŒber uns

Unsere Autoren schreiben fĂŒr Sie ĂŒber Aktuelles und Wissenswertes aus ErnĂ€hrungswissenschaft und ErnĂ€hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich fĂŒr das Thema "ErnĂ€hrung" interessieren.

Sie können sich die BeitrĂ€ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese ĂŒber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

FĂŒr die Schriftenreihe der Gesellschaft fĂŒr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgewĂ€hlt. Das dabei entstandene ErnĂ€hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur VerfĂŒgung

Der "DEBInet-ErnÀhrungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2021 Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben