Black is beautiful

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 10. September 2019

Forscher der Brigham Young Universit√§t (USA) und der Technischen Universit√§t Delft (NL) haben m√∂glicherweise ein Geheimnis entdeckt, wie Lebensmittelk√§ufer dazu angeregt werden k√∂nnen, mehr Gem√ľse zu kaufen: Pr√§sentieren Sie es vor schwarzem Hintergrund!

Industriedesign-Professor Bryan Howell und sein niederl√§ndischer Kollege Dr. Hendrik Schifferstein untersuchten, inwieweit sich die Farbe des Hintergrunds von Lebensmittell√§den auf die Attraktivit√§t von Gem√ľse auswirkt. Bereits im Vorfeld haben die Wissenschaftler mit einem breiten Spektrum an Farben experimentiert. Dabei stellten sie fest, dass weder k√ľhle noch warme, orangefarbene oder blaue Hintergr√ľnde sich optimal zur Inszenesetzung von Gem√ľse eigneten. In der aktuellen Studie konzentrierten Howell und Schifferstein sich auf neutralere T√∂ne zwischen Wei√ü und Schwarz, in der Hoffnung, den idealen Hintergrund zur Pr√§sentation verschiedener Gem√ľsesorten zu finden. 46 Teilnehmer bewerteten f√ľnf Gem√ľsesorten (Tomaten, Karotten, gelbe Paprika, Aubergine, Pilze), die vor den verschiedenen Hintergr√ľnden pr√§sentiert wurden, nach den Kriterien Attraktivit√§t und Farbe und sch√§tzten deren Preise.

Insgesamt hatte die Schw√§rze der Hintergr√ľnde wenig oder gar keinen Einfluss auf die wahrgenommene Farbe des Gem√ľses. Nur bei Karotten fanden die Wissenschaftler einen kleinen, aber nicht statistisch signifikanten Unterschied zwischen einzelnen Graustufen, haupts√§chlich zwischen den Hintergr√ľnden mit 5 Prozent und 90 Prozent Schwarzanteil. Die Karotte vor dem dunkelsten Hintergrund wurde als etwas heller, ges√§ttigter und gelber statt rot eingestuft als jene vor dem hellsten Hintergrund.

Die Unterschiede in der wahrgenommenen Attraktivit√§t bewegten sich in einem relativ schmalen Bereich zwischen 0,3 und 1,0 Einheiten auf einem Skala zwischen 0 und 9,0 Einheiten. Allerdings war das Niveau bei den Graut√∂nen durchg√§ngig h√∂her als in der vorherigen Studie mit bunten Hintergr√ľnden. Bei gelber Paprika schien der Grauton im Hintergrund keinen Einfluss auf die wahrgenommene Attraktivit√§t und den gesch√§tzten Preis zu haben. Dagegen erzielten Karotten, die im Allgemeinen als am wenigsten attraktiv und teuer eingestuft wurden, vor einem schwarzen Hintergrund einen deutlichen Attraktivit√§tsschub und konnten sogar die Attraktivit√§t von Pilzen und Auberginen √ľbertrumpfen. Am attraktivsten und hochwertigsten wurde das Gem√ľse angesehen, das auf dem dunkelsten Hintergrund (90 Prozent Schwarzanteil) pr√§sentiert wurde.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie stimmen mit fr√ľheren Studien √ľberein, in denen festgestellt wurde, dass Schwarz in mehreren Kontexten mit hoher Qualit√§t und einem hohen Preis assoziiert wird. „Ich habe viele Farbstudien durchgef√ľhrt, als ich bei Dell Computers gearbeitet habe, und Schwarz war immer das Ergebnis f√ľr Computerprodukte“, erl√§utert Howell. „Wenn das Ziel darin besteht, den Verkauf von frischen Produkten im Einzelhandel zu steigern, ist es sinnvoll, dass die Anbieter sie auf attraktive und appetitliche Weise pr√§sentieren“, folgert Howell. „In der Designwelt war Schwarz immer die coole Farbe, aber ich wusste nicht, dass es sich auf die Pflanzenwelt √ľbertragen lassen w√ľrde.“

Interessant w√§re in diesem Zusammenhang auch, ob das Gem√ľse auch nach dem Lebensmitteleinkauf seine Attraktivit√§t beh√§lt oder/und die Farbe des Tellers die Attraktivit√§t von Gerichten beeinflusst. Das Auge isst ja mit…!

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verfasst von am 10. September 2019 um 11:25

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