Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung warnt vor hĂ€ufigem Reiskonsum

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Mittwoch, 22. Juli 2015

Aufgrund ihres vergleichsweise hohen Gehalts an anorganischem Arsen rĂ€t das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung Reis und Reisprodukte wie Reisflocken oder Reiswaffeln nur in Maßen zu verzehren und zwischen verschiedenen Getreidearten zu variieren.

Aus Untersuchungsergebnissen der Überwachungsbehörden der BundeslĂ€nder geht hervor, dass Reis und einige daraus hergestellte Produkte grĂ¶ĂŸere Mengen anorganischen Arsens enthalten. Über Böden, Grund- und OberflĂ€chenwasser gelangt Arsen, das natĂŒrlicherweise in der Erdkruste enthalten ist, in Lebensmittel. In diesen wurden sowohl organische (beispielsweise in Fisch und MeeresfrĂŒchten) als auch anorganische Arsenverbindungen (insbesondere in Reis und Reisprodukten) nachgewiesen. Anorganische Arsenverbindungen können bei Menschen Krebs auslösen. Außerdem kann bereits eine vergleichsweise geringe, ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum aufgenommene Menge von anorganisch gebundenem Arsen HautverĂ€nderungen, GefĂ€ĂŸ- und NervenschĂ€digungen hervorrufen, entwicklungstoxisch wirken sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen begĂŒnstigen.

Reis (und damit auch Reisprodukte) enthĂ€lt aufgrund seiner besonderen Anbaumethode und der Physiologie der Reispflanzen besonders viel anorganisch gebundenes Arsen. Dies hat das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) dazu veranlasst, das gesundheitliche Risiko des Verzehrs von Reis und Reisprodukten fĂŒr die deutsche Bevölkerung zu bewerten. Die Grundlage fĂŒr diese Bewertung bildeten zum einen die Messwerte der BundeslĂ€nder zum Gehalt von anorganischem Arsen in Reis und Reisprodukten sowie Daten zur Verzehrsmenge von Reis in verschiedenen Altersgruppen. Hieraus wurde die tĂ€gliche Aufnahme an anorganischem Arsen fĂŒr SĂ€uglinge, Kleinkinder, Kinder und Erwachsene berechnet.

Das BfR stufte die auf diese Weise berechnete Aufnahmemenge anorganischen Arsens ĂŒber Reis und Reisprodukte als „relativ hoch“ ein. Reis kann damit, so das BfR, „in AbhĂ€ngigkeit von den ErnĂ€hrungsgewohnheiten erheblich zur Gesamtaufnahme anorganischer Arsenverbindungen beitragen.“ Da keine Schwelle fĂŒr die tĂ€gliche Arsenaufnahme bekannt ist, unter der kein erhöhtes Krebsrisiko zu erwarten ist, argumentiert das BfR, „dass die Gehalte an anorganischen Arsenverbindungen in Lebensmitteln auf ein unvermeidbares Minimum reduziert werden sollten.“

Interessanterweise haben die Untersuchungsergebnisse der Überwachungsbehörden auch gezeigt, dass bestimmte Reisprodukte (darunter auch Reissnacks und Reiswaffeln) mehr anorganische Arsenverbindungen enthalten als pure Reiskörner. Eine ErklĂ€rung fĂŒr dieses Ergebnis gibt es bislang nicht. „Die GrĂŒnde fĂŒr die höheren Gehalte in bestimmten Reisprodukten im Vergleich zu Reiskörnern mĂŒssen aufgeklĂ€rt werden“, fordert der BfR-PrĂ€sident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel.

Einstweilen rÀt das BfR Verbrauchern

  • aus Reis hergestellte Produkte wie Reiswaffeln, Reisflocken beziehungsweise Reisbrei nur in Maßen zu konsumieren,
  • den Arsengehalt von selbst zubereitetem Reis zu reduzieren, indem der Reis in reichlich Wasser gewaschen und gegart wird, und nach dem Kochvorgang das ĂŒberschĂŒssige Wasser abgegossen wird,
  • SĂ€uglinge und kleinen Kindern nicht ausschließlich reisbasierte GetrĂ€nke oder reisbasierte Beikost anzubieten (zum Beispiel Reismilch oder Reisbrei) und
  • bei Zöliakie eine einseitige Ausrichtung auf Reis oder Reisprodukte zu vermeiden.

Das BfR betont allerdings auch, dass Reis nach wie ein wertvolles Lebensmittel sei und daher Bestandteil einer ausgewogenen ErnÀhrung bleiben soll. Ein gÀnzlicher Verzicht ist nicht erforderlich. Vielmehr sollten Verbraucher entsprechend der allgemeinen Empfehlung zur Auswahl von Lebensmitteln auch bei den Getreidearten auf Abwechslung und Vielfalt achten.

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verfasst von am 22. Juli 2015 um 06:56

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2 Kommentare zu “Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung warnt vor hĂ€ufigem Reiskonsum”

  1. Birgit RĂŒhmann sagt:

    Gibt es Unterschiede des anorganischen Arsengehaltes zwischen geschÀltem und ungeschÀltem Reis sowie konventioneller und kontrollierter biologischer Anbauweise ?

  2. Christina BĂ€chle sagt:

    Sehr geehrte Frau RĂŒhmann,

    Vollkornreis enthĂ€lt nach Angaben des Bundesinstituts fĂŒr Risikobewertung etwas mehr Arsenverbindungen als weißer Reis, da die Randschichten des Korn mit verzehrt werden. Zur Bedeutung der Anbaumethode liegen uns leider keine Angaben vor.

    Viele GrĂŒĂŸe
    Christina BĂ€chle

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