CED: Neue Erkenntnisse zur Erkrankungsursache

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Wissenschaftlern der Universit√§ten Erlangen-N√ľrnberg und Gent ist es gelungen, wichtige molekulare Mechanismen der Darmbarriere zu erforschen. Ihre Forschungsergebnisse, die k√ľrzlich in der renommierten Fachzeitschrift Nature ver√∂ffentlicht wurden, erweitern das Verst√§ndnis √ľber die Entstehung chronisch entz√ľndlicher Darmerkrankungen und k√∂nnten medikament√∂se Therapien verbessern.

Mehr als 300.000 Menschen in Deutschland, ungef√§hr so viele Menschen wie in der Stadt M√ľnster leben, sind von chronisch entz√ľndlichen Darmerkrankungen betroffen. Aufgrund einer geschw√§chten Darmbarriere leiden sie unter wiederkehrenden Durchf√§llen, Bauchschmerzen und Gewichtsverlust. Medikament√∂se Therapien k√∂nnen die Symptome ihrer Erkrankung bislang nur lindern und sind zudem h√§ufig mit betr√§chtlichen Nebenwirkungen verbunden. Deshalb wird an der Friedrich-Alexander-Universit√§t (FAU) in Erlangen-NuŐąrnberg intensiv an zellul√§ren und molekularen Ursachen der Erkrankung geforscht in der Hoffnung, die therapeutischen M√∂glichkeiten zu verbessern.

Im gesunden Darm bilden Epithelzellen eine Art Schutzwall, der verhindert, dass Bakterien der Darmflora in den K√∂rper gelangen. Wird diese Darmbarriere dennoch von Darmbakterien passiert, k√∂nnen Entz√ľndungen entstehen. Bislang war nicht genau bekannt, durch welche Faktoren die Darmbarriere geschw√§cht wird. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit Wissenschaftlern der Universit√§t von Gent untersuchten die Wissenschaftler an der FAU nun molekulare Pathomechanismen.

Sie stellten fest, dass ein Enzym namens RIPK1 eine Schl√ľsselrolle f√ľr eine intakte Darmbarriere spielt und damit den K√∂rper vor Darmbakterien sch√ľtzt. Ein Mangel an diesem Enzym verst√§rkt den programmierten Selbstmord von Epithelzellen (Apoptose). Normalerweise dient die Apoptose dem Abbau nicht mehr ben√∂tigter oder entarteter Zellen, eine √ľberm√§√üige Aktivierung kann jedoch zu L√ľcken in der Darmbarriere und damit Entz√ľndungen der Darmschleimhaut durch eindringende Bakterien f√ľhren.

Durch ihre Forschungsergebnisse hoffen die Wissenschaftler einen Beitrag zu Verbesserung der Therapie chronisch entz√ľndlichen Darmerkrankungen zu leisten. ‚ÄěWenn wir besser verstehen, wie die Krankheit entsteht, und welche molekularen Vorg√§nge dabei eine Rolle spielen, k√∂nnen wir zuk√ľnftig sehr viel pr√§ziser mit Medikamenten eingreifen‚Äú, erl√§utert Prof. Dr. Christoph Becker von der Medizinischen Klinik 1 des Universit√§tsklinikums Erlangen. ‚ÄěUnsere Hoffnung ist es, Zelltodmechanismen im Darm besser zu verstehen, um zuk√ľnftig den Zelltod im Darmepithel besser kontrollieren zu k√∂nnen‚Äú, so Becker weiter.

Quellen einblenden

verfasst von am 2. Oktober 2014 um 06:25

Was ist das?

DEBInet-Ern√§hrungsblog - √ľber uns

Unsere Autoren schreiben f√ľr Sie √ľber Aktuelles und Wissenswertes aus Ern√§hrungswissenschaft und Ern√§hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich f√ľr das Thema "Ern√§hrung" interessieren.

Sie k√∂nnen sich die Beitr√§ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese √ľber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

F√ľr die Schriftenreihe der Gesellschaft f√ľr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgew√§hlt. Das dabei entstandene Ern√§hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verf√ľgung

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2020 Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben