Coffee-to-go, Umwelt ade?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 31. August 2017

Der „Kaffee auf der Hand“ erfreut sich gro√üer Beliebtheit. Rund 7,7 Millionen Coffee-to-go-Becher werden in Deutschland pro Tag (!) geleert. H√∂chste Zeit, sich √ľber die Chancen umweltfreundlicher Alternativen Gedanken zu machen.

Was haben Freiburg, Rosenheim, M√ľnchen und Hamburg gemeinsam? In allen St√§dten gibt es ein Mehrwegsystem f√ľr Coffee-to-go-Becher. Kunden k√∂nnen die Mehrwegbecher direkt mit dem Kaffeegetr√§nk in den teilnehmenden Caf√©s und B√§ckereifilialen erwerben. Ist der Becher leer, wird er in einem der teilnehmenden Gesch√§fte abgegeben, gesp√ľlt und steht dann bereit f√ľr den n√§chsten Einsatz. Es wird davon ausgegangen, dass ein Mehrweg-Becher bis zu 1000 Mal wiederverwendet werden kann, sodass bei fl√§chendeckender Einf√ľhrung nicht nur gro√üe Mengen Abfall, sondern auch CO2-Emissionen vermieden werden k√∂nnten.

Soweit die Theorie. In der Praxis scheuen viele Kaffeeanbieter vor der Einf√ľhrung von Mehrweg-Coffee-to-go-Bechern zur√ľck. Geschieht dies aus Sorge vor einer mangelnden Akzeptanz seitens der Coffee-to-go-Nutzer? Und ist diese Sorge berechtigt? Das britische Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat insgesamt 2012 Erwachsene zu Themen der Nachhaltigkeit (darunter auch ihre Meinung zu Mehrweg-Coffee-to-go-Bechern) befragt. Die Antworten der Probanden wurden gemeinsam mit deren soziodemographischen Daten ausgewertet.

Um Coffee-to-go-Trinker gezielt ansprechen zu k√∂nnen, ist es von Vorteil, mehr √ľber sie zu wissen. Laut Ergebnissen aus der YouGov-Studie ist der Durchschnitts-Coffee-to-go-Trinker zwischen 45 und 54 Jahre alt, wohnt eher st√§dtisch, interessiert sich f√ľr Mode und Design und nutzt das Internet √ľberwiegend f√ľr soziale Netzwerke. Beinahe jeder f√ľnfte Coffee-to-go-Trinker (17 Prozent) hat schon einmal einen Mehrwegbecher f√ľr unterwegs genutzt. Zus√§tzlich k√∂nnen sich 57 Prozent der Coffee-to-go-Trinker durchaus vorstellen, zuk√ľnftig einen Mehrwegbecher zu nutzen oder sogar extra mitzubringen. Wurden explizit die Coffee-to-go-Trinker mit hohem Kaffeekonsum betrachtet, waren 58 Prozent der Vieltrinker grunds√§tzlich dazu bereit, auf einen Mehrwegbecher umzusteigen. Durch Rabatte f√ľr die Nutzung des Mehrwegsystems oder eine Zusatzgeb√ľhr bei Verwendung von Einwegbechern lie√üen sich weitere 5 Prozent der Vieltrinker bekehren. Besonders wirksam w√§ren Rabatte beziehungsweise Zusatzgeb√ľhren √ľbrigens bei Personen, die die Einf√ľhrung eines Mehrwegsystems eher kritisch sehen.

Nach wie vor bleibt offen, wohin die Reise geht. ReCup, ein Start-up-Unternehmen aus Rosenheim, welches gerade in M√ľnchen und Hamburg Fu√ü fasst, tr√§umt bereits von einem fl√§chendeckenden, bundesweit einheitlichen System. Dann w√§re es beispielsweise m√∂glich, den am Bahnhof von Hamburg erworbenen Coffee-to-go im Mehrwegbecher mit in den Zug zu nehmen und bei der Ankunft am M√ľnchner Bahnhof abzugeben.

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verfasst von am 31. August 2017 um 07:35

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