Das „schwere Los“ der Erstgeborenen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 15. Oktober 2015

√Ąltester Bruder oder Schwester zu sein ist kein Zuckerschlecken. Zwar m√ľssen die Erstgeborenen nicht die Kleidung ihrer Geschwister auftragen, daf√ľr √ľbernehmen sie aber h√§ufig einen Teil der Verantwortung f√ľr ihre Geschwister. Eine aktuelle Studie zeigt au√üerdem, dass erstgeborene Schwestern h√§ufiger √ľbergewichtig und fettleibig (adip√∂s) sind als ihre j√ľngeren Schwestern.

F√ľr die Studie wurde das Gewicht von 13.406 erwachsenen Schwesterpaaren aus Schweden verglichen. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die zuerst geborenen Schwestern fast dreimal so h√§ufig √ľbergewichtig waren wie ihre j√ľngeren Schwestern. Die Wahrscheinlichkeit, adip√∂s (fettleibig) zu sein, war bei den Erstgeborenen sogar 40 Prozent h√∂her.

√úber die Gr√ľnde f√ľr den Gewichtsunterschied zwischen Erstgeborenen und ihren Geschwistern l√§sst sich derzeit nur spekulieren. Es wird vermutet, dass die Blutversorgung der Plazenta w√§hrend der Schwangerschaft von entscheidender Bedeutung ist. Professor Wayne Cutfiled von der Universit√§t von Auckland (Neuseeland) erl√§utert: „In der ersten Schwangerschaft sind die Blutgef√§√üe zur Plazenta schmaler. Dies verringert die N√§hrstoffversorgung und somit auch die Umprogrammierung der Regulierung von Fett und Glukose. Im sp√§teren Leben der Erstgeborenen besteht dann das Risiko, dass sie mehr Fett speichern und ihr Insulin weniger effektiv arbeitet.

Der Zusammenhang zwischen der Geburtenfolge und dem K√∂rpergewicht beschreibt allerdings kein auswegloses Schicksal der √Ąlteren. Denn die Unterschiede in punkto √úbergewicht und Insulinsensitivit√§t zwischen den Schwesterpaaren seien nicht gro√ü genug, um die Geburtenfolge als entscheidenden Bestimmungsfaktor einzustufen. Stattdessen empfiehlt Cutfield erstgeborenen Schwestern, die Ergebnisse als Motivation f√ľr ein gesundes Ern√§hrungs- und Bewegungsverhalten zu sehen.

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verfasst von am 15. Oktober 2015 um 06:18

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