Der Streit um’s FrĂŒhstĂŒcksei

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Montag, 18. Februar 2013

Es ist bekannt, dass durch hohe LDL-Cholesterinspiegel im Blut das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Lange Zeit stand das FrĂŒhstĂŒcksei aufgrund seines hohen Cholesteringehalts im Verdacht, zu einer hohen Cholesterinkonzentration im Blut wesentlich beizutragen. Neue Studien entlasten Eier: Gesunde Menschen, die tĂ€glich ein Ei essen, haben kein erhöhtes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Ei auf Löffel
© Steve A Johnson

In einer Metaanalyse werteten amerikanische und chinesische Wissenschaftler gemeinsam die Ergebnisse von acht Studien mit ĂŒber 260.000 Probanden aus. Die Forscher wollten ermitteln, ob ein Dosis-Wirkungs-Zusammenhang zwischen der Menge an Eiern, die verzehrt werden, und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie SchlaganfĂ€llen besteht.

Die Ergebnisse der Studie dĂŒrften insbesondere Ei-Liebhaber freuen: Die Forscher konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Menge an Eiern, die von gesunden Menschen verzehrt wurden, und dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und SchlaganfĂ€llen feststellen. Probanden mit Diabetes und einem vergleichsweise hohem Eikonsum hatten allerdings ein eineinhalbfach höheres Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Diabetiker, die weniger Eier aßen. Da die Anzahl von Diabetiker-Studien in dieser Metaanalyse insgesamt gering war, sollte dieses Ergebnis in weiteren Studien ĂŒberprĂŒft werden, raten die Autoren.

Experten warnen allerdings davor, die Ergebnisse der Metaanalyse als Freibrief fĂŒr einen ungehemmten Konsum von Eiern zu sehen. Cholesterin in Nahrungsmitteln erhöht die AnfĂ€lligkeit von gesundheitsschĂ€dlichem LDL-Cholesterin fĂŒr OxidationsvorgĂ€nge. Und oxidiertes LDL-Cholesterin kann die Entstehung von Arteriosklerose begĂŒnstigen. Bestehende Grunderkrankungen und das Stadium der Erkrankung sollten beim eigenen Eikonsum mit berĂŒcksichtigt werden. Hierzu Professor Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung „Wenn Sie keine koronare Herzerkrankung oder GefĂ€ĂŸ-Arteriosklerose haben, ist der Konsum von Eiern weniger bedenklich, als wenn sie bereits deutliche arteriosklerotische VerĂ€nderungen an den HerzkranzgefĂ€ĂŸen oder zum Beispiel den HalsgefĂ€ĂŸen haben.“

In Fachkreisen wird inzwischen davon ausgegangen, dass gesĂ€ttigte FettsĂ€uren, die reichlich in fettem Fleisch, KĂ€se, Butter und tierischen Fetten vorkommen, einen grĂ¶ĂŸeren Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel haben als Eier. Laut Gohlke kommt es immer auf das Gesamtkonzept der ErnĂ€hrung an. Ei hin oder her, am sinnvollsten sei eine ErnĂ€hrung im Sinne der mediterranen KĂŒche mit Schwerpunkt auf GemĂŒse, Salat, Obst und Ölen mit reichlich ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren.

Quellen einblenden

  • Rong et al. (2013): Egg consumption and risk of coronary heart disease and stroke: dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. British Medical Journal, Online-Vorabveröffentlichung.
  • Infarkte: Metaanalyse entlastet FrĂŒhstĂŒcksei. Online-Artikel in der Ärztezeitung vom 31.01.2013.

verfasst von am 18. Februar 2013 um 08:50

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