Deutschland, wie es isst: Bundesernährungsminister Schmidt stellt den Ernährungsreport 2017 vor

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 18. Januar 2017

Ein Jahr nach der Ver√∂ffentlichung des ersten Ern√§hrungsreports pr√§sentierte Christian Schmidt gemeinsam mit dem forsa-Gesch√§ftsf√ľhrer Manfred G√ľllner die aktuelle Ausgabe dieses Werkes. Diese gibt Auskunft √ľber aktuelle Ern√§hrungsgewohnheiten, W√ľnsche und Trends im Ern√§hrungsbereich.

„Der Ern√§hrungsreport 2017 ist gleichsam ein Spiegel unserer Gesellschaft. Er zeigt, wie Ern√§hrung, Einkauf und Kochen in den modernen Arbeits- und Lebensalltag integriert sind und dass Essen mehr ist als blo√üe Nahrungsaufnahme. Es geh√∂rt zum kulturellen und sozialen Wir-Gef√ľhl, es steht f√ľr Heimat und Gesundheit ebenso wie f√ľr die steigenden Erwartungen und Anspr√ľche an eine nachhaltige und verantwortungsbewusste Lebensmittelproduktion“, erl√§uterte Schmidt anl√§sslich der Vorstellung des Ern√§hrungsreports in Berlin.
F√ľr die aktuelle Ausgabe des Ern√§hrungsreports hat das Meinungsinstitut forsa im November 2016 rund 1.000 Bundesb√ľrgerinnen und -b√ľrger ab einem Alter von 14 Jahren zu ihren Einkaufs- und Essgewohnheiten befragt und ihre Antworten mit den Ergebnissen aus dem vergangenen Jahr verglichen. Die nach eigenen Angaben wichtigsten Ergebnisse wurden im „Ern√§hrungsreport 2017“ zusammengefasst, der kostenlos auf der Internetseite des BMEL erh√§ltlich ist.

Nach wie vor sind fast alle befragten Deutschen der Ansicht, dass Essen vor allem schmecken (99 Prozent) und gesund sein (89 Prozent) soll. Immer mehr Menschen achten außerdem auf eine schnelle und einfache Zubereitung von Gerichten. Der Anteil der Befragten, die dieser Aussage zustimmten, liegt aktuell bei 55 Prozent und ist damit um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (45 Prozent) angestiegen. Der Wunsch nach einfach und schnell zuzubereitenden Speisen ist bei Frauen deutlich stärker ausgeprägt als bei Männern (63 Prozent vs. 46 Prozent). Übereinstimmend mit diesen Ergebnissen gaben auch mehr Befragte an, schon einmal gerne zu einem Fertigprodukt zu greifen (aktuell 41 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr Anstieg um +9 Prozent).

Um die Kochlust der Deutschen ist es immer noch schlecht bestellt: Nur zwei von f√ľnf Befragten (39 Prozent, -2 Prozent) stehen t√§glich am Herd und nur jede/r dritte Befragte kocht zwei- bis dreimal pro Woche (33 Prozent, -4 Prozent). Eine/r von zehn Befragten gab sogar an, gar nicht zum Kochl√∂ffel zu greifen (11 Prozent, -1 Prozent). M√∂glicherweise wendet sich das Blatt aber in der Zukunft, denn unter den 14-18-J√§hrigen war der Anteil derer, die gerne kochen, mit 89 Prozent am h√∂chsten. In dieser Altersgruppe kochte jede/r f√ľnfte Befragte (20 Prozent) t√§glich selbst und 28 Prozent schwangen zwei- bis dreimal w√∂chentlich den Kochl√∂ffel.

Trotz der insgesamt geringen augenblicklichen Kochlust der Deutschen nehmen sich 57 Prozent der Erwerbst√§tigen, Sch√ľler und Studenten (Vorjahr: 65 Prozent) ihre Mittagsverpflegung von Zuhause mit. Jede/r f√ľnfte Befragte (21 Prozent) isst in der Kantine, jede/r zwanzigste geht in ein Restaurant (5 Prozent) und ein weiteres F√ľnftel verzichtet mittags ganz auf etwas zu essen. Wer au√üer Haus isst, gibt durchschnittlich 6,20 ‚ā¨ f√ľr sein Mittagessen aus, wobei M√§nner mit 6,80 ‚ā¨ etwas tiefer ins Portemonnaie greifen als Frauen (5,40 ‚ā¨). Mit durchschnittlich 7,80 ‚ā¨ ist das Mittagessen von Sch√ľlern am teuersten, Studenten leben dagegen mit 4,90 ‚ā¨ pro Mittagsmahlzeit au√üer Haus am g√ľnstigsten.

Das Anliegen von Bundesminister Schmidt, ein neues Schulfach f√ľr Ern√§hrungsbildung zu etablieren, unterst√ľtzt ein Gro√üteil der Befragten. Neun von zehn Befragten ist es wichtig oder sehr wichtig, dass Ern√§hrungsunterricht an der Schule denselben Stellenwert erh√§lt wie Deutsch- oder Mathematikunterricht. Besonders gro√ü ist die Zustimmung unter den Befragten mit Hauptschulabschluss und Menschen ab 60 Jahren. Dass die Ern√§hrung von Kindern und Jugendlichen vielen Deutschen am Herzen liegt, zeigt sich auch bei der Frage nach verbindlichen Essenstandards f√ľr Kitas und Schulen. Wiederum neun von zehn Befragten w√ľnschen sich solche Standards, die zwar bereits formuliert wurden, bislang aber nur in Berlin und im Saarland gesetzlich verbindlich sind. Zwei Drittel der Befragten mit Kind (67 Prozent) w√§ren bereit, mehr f√ľr das Mittagessen an Kitas und in der Schule zu bezahlen, wenn es aus biologisch erzeugten Lebensmitteln zubereitet w√ľrde. Dies gilt insbesondere f√ľr Menschen, die in Gro√üst√§dten mit √ľber 500.000 Einwohnern leben. Vier von f√ľnf Befragten (80 Prozent) pl√§dieren au√üerdem daf√ľr, das Essen in Kitas und Schulen steuerlich zu beg√ľnstigen.

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verfasst von am 18. Januar 2017 um 09:52

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Ein Kommentar zu “Deutschland, wie es isst: Bundesern√§hrungsminister Schmidt stellt den Ern√§hrungsreport 2017 vor”

  1. Fatih sagt:

    Die Preise f√ľr das Mittagsessen an meiner Schule sind utopisch hoch!! Zudem ist es kaum N√§hrstoffreich. Ich pers√∂nlich bin ein Favorit von, aus dem Haus selbst gemachtes mitgebrachtes! ūüėÄ

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