DGE: 10 Regeln f√ľr eine gesunde (vollwertige) Ern√§hrung aktualisiert

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 26. September 2017

Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung (DGE) hat ihre „10 Regeln“ an den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand angepasst. In diesem Zuge wurden einige Empfehlungen komplett gestrichen. Au√üerdem erfolgten sprachliche √úberarbeitungen und Konkretisierungen.

Vor √ľber 60 Jahren hat die DGE erstmals ihre 10 Regeln f√ľr eine ausgewogene, genussvolle Ern√§hrung im Alltag formuliert. Diese Regeln fassen, so die DGE, „praktische Empfehlungen f√ľr eine optimale Lebensmittelauswahl zusammen und geben den Verbrauchern einfache Verhaltensregeln an die Hand.“ Zugleich lassen die Empfehlungen individuellen Spielraum und sollten nicht als starre Ge- und Verbote missverstanden werden. Nachdem die fehlende Aktualit√§t der bisherigen Version der „10 Regeln“ immer wieder von Experten im Ern√§hrungsbereich bem√§ngelt wurde, hat die DGE ihre Empfehlungen nun an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst, sprachlich √ľberarbeitet und teilweise konkretisiert. Im Folgenden berichten wir √ľber Ver√§nderungen. Die vollst√§ndigen Empfehlungen sowie entsprechende, kosteng√ľnstige Infobl√§tter sind auf der Internetseite der DGE erh√§ltlich.

Eine „vielseitige“ Ern√§hrungsweise (Regel 1) wurde bereits in der vorherigen Fassung der „10 Regeln“ empfohlen. In der neuen Version wird zudem geraten, √ľberwiegend pflanzliche Lebensmittel zu essen. An der Obst- und Gem√ľseregel „nimm 5 am Tag“ (Regel 2) wurde bislang kritisiert, dass die Anzahl von Obst- und Gem√ľseportionen nicht genau festgelegt sei. Aufgrund des hohen Fruchtzuckergehalts mancher Obstsorten k√∂nne ein reichlicher Obstkonsum dick machen, so die Kritiker. In den aktualisierten Empfehlungen nennt die DGE nun konkret zwei Portionen Obst und drei Portionen Gem√ľse pro Tag. Neu ist au√üerdem die Erg√§nzung, dass auch H√ľlsenfr√ľchte und (ungesalzene) N√ľsse mit zu den Portionen z√§hlen.

Besonders h√§ufig in der Kritik war die dritte Regel. Ein „reichlicher“ Verzehr von Getreideprodukten und Kartoffeln und die damit verbundene hohe Kohlenhydrataufnahme k√∂nnten das Abnehmen erschweren und schlimmstenfalls sogar die Entwicklung von Typ-2-Diabetes beg√ľnstigen. Daher r√§t die DGE nun nur noch, „bei Getreideprodukten die Vollkornvariante zu w√§hlen“ und dadurch von der s√§ttigenden Wirkung der Ballaststoffe und dem erh√∂hten N√§hrstoffgehalt von Vollkorngetreide(-produkten) zu profitieren. Tierische Lebensmittel sollten weiterhin in Ma√üen verzehrt werden, oder, wie die DGE neuerdings schreibt, „die Lebensmittelauswahl erg√§nzen“. Neu an der Empfehlung zum Verzehr tierischer Lebensmittel (Regel 4) sind konkrete Mengenangaben f√ľr den Fleischverzehr (maximal 300 bis 600 Gramm pro Woche) sowie der Wegfall der Empfehlung, Eier nur in Ma√üen zu verzehren. Letzteres d√ľrfte auf neuere Studienergebnisse zur√ľckzuf√ľhren sein, wonach das mit der Nahrung aufgenommene Cholesterin sich bei den meisten Menschen kaum auf den Blut-Cholesterinspiegel auswirkt.

In puncto Fettverzehr wurde Regel 5, „wenig Fett und fettreiche Lebensmittel“ zu verzehren, durch die Empfehlung „gesundheitsf√∂rdernde Fette nutzen“ ersetzt. Der Satz „zu viele ges√§ttigte Fetts√§uren erh√∂hen das Risiko f√ľr Fettstoffwechselst√∂rungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ wurde gestrichen, da dies von der genauen Zusammensetzung des Lebensmittels abh√§ngt. Vorteilhaft sind nach wie vor pflanzliche √Ėle wie Raps√∂l und daraus hergestellte Streichfette. Die Warnung vor unsichtbaren „versteckten Fetten“ bleibt bestehen. An der Empfehlung „Zucker und Salz einsparen“ (Regel 6) hat sich kaum etwas ge√§ndert. Die DGE weist nun auch auf die Risiken eines hohen Zucker- und Salzkonsums hin und nennt einen Maximalwert f√ľr die t√§gliche Salzaufnahme (6 Gramm).

Weiterhin wird empfohlen, „am besten Wasser zu trinken“ (Regel 7), erg√§nzt um den Hinweis, dass der Konsum zuckerhaltiger Getr√§nke die Entstehung von √úbergewicht und Typ-2-Diabetes f√∂rdern kann. Auch die achte Regel, Lebensmittel schonend zuzubereiten, wurde weitgehend beibehalten (wobei das Wort „schmackhaft“ in der √úberschrift gestrichen wurde). Neu aufgenommen wurde bei dieser Regel die Empfehlung, beim Braten, Grillen und Frittieren darauf zu achten, dass nichts anbrennt.

Das Modewort „achtsam“ ist nun auch in den DGE-Regeln zu finden. Statt Regel 9 „Nehmen Sie sich Zeit, genie√üen Sie Ihr Essen“, empfiehlt die DGE jetzt „achtsam zu essen und genie√üen“. Inhaltlich hat sich hier nichts Wesentliches ge√§ndert. In der zehnten Regel, „auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben“, wird nach wie vor auf die gesundheitsf√∂rdernde Wirkung von Bewegung im Alltag eingegangen. Statt bislang 30 Minuten Bewegung werden nun 30 bis 60 Minuten moderate k√∂rperliche Aktivit√§t empfohlen.

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verfasst von am 26. September 2017 um 06:08

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