DGE fordert nationale Strategie zur Senkung des Speisesalzgehalts in Lebensmitteln

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 1. April 2016

Die Reduktion des Speisesalzgehaltes in Brot, K√§se, Wurst und Fleisch soll zur Abnahme des Blutdrucks in der Bev√∂lkerung und damit zum R√ľckgang von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen. Diese sind derzeit mit 40 Prozent die h√§ufigste Todesursache in Deutschland.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft haben Menschen, die sich salzreich ern√§hren, ein erh√∂htes Risiko f√ľr Bluthochdruck. Mit erh√∂htem Blutdruck steigt wiederum die Gefahr f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Daher wird empfohlen, t√§glich maximal 6 Gramm Speisesalz mit der Nahrung aufzunehmen. Diese Menge, die etwa einem Teel√∂ffel Salz entspricht, beinhaltet bereits in verarbeiteten Lebensmitteln verstecktes Salz. Die Realit√§t in Deutschland sieht allerdings anders aus: Von zehn erwachsenen Frauen und M√§nnern liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung (DGE) lediglich bei drei Frauen beziehungsweise zwei M√§nnern die Salzaufnahme unterhalb des Orientierungswertes von 6 Gramm, vier Frauen beziehungsweise f√ľnf M√§nner nehmen sogar mehr als 10 Gramm Salz pro Tag zu sich.

Dementsprechend haben 20 Millionen Erwachsene in Deutschland Bluthochdruck und bereits bei jedem zweiten m√§nnlichen und jeder vierten weiblichen Jugendlichen befinden sich die Blutdruckwerte laut Ergebnissen des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) im suboptimalen Bereich (120/80 mm Hg oder h√∂her). Zwar z√§hlen nicht alle Menschen zu den sogenannten „salzsensitiven“ Menschen, die von einer Reduktion der Salzaufnahme profitieren, dennoch kann durch entsprechende Interventionen auf Bev√∂lkerungsebene die Pr√§valenz von Bluthochdruck und damit das Risiko f√ľr Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Bev√∂lkerung gesenkt werden.

Das meiste Salz wird hierzulande nicht durch die Speisenzubereitung zuhause oder das Zusalzen am Esstisch aufgenommen. Vielmehr ist es versteckt in verarbeiteten Lebensmitteln (insbesondere Brot, K√§se, Wurst und Fleisch) oder wird mit Speisen au√üer Haus verzehrt. Dies geht aus Daten der Nationalen Verzehrsstudie II (NVS II) hervor. Daher betont die DGE in ihrer Stellungnahme „Speisesalzzufuhr in Deutschland, gesundheitliche Folgen und resultierende Handlungsempfehlung die Notwendigkeit, den Salzgehalt dieser Lebensmittel schrittweise zu reduzieren. Aufgrund von lebensmitteltechnologischen Erw√§gungen sieht die DGE das gr√∂√üte Einsparpotential bei der Brotherstellung.

Zuhause kann Speisesalz eingespart werden, indem vermehrt Lebensmittel mit geringem Verarbeitungsgrad verzehrt werden, auf Fertiggerichte verzichtet wird und stattdessen Speisen frisch zubereitet und vorwiegend mit Gew√ľrzen und Kr√§utern abgeschmeckt werden. Das dann noch verwendete Salz sollte m√∂glichst mit Fluor und Jod angereichert. sein.

Quellen einblenden

 

verfasst von am 1. April 2016 um 05:59

Was ist das?

DEBInet-Ern√§hrungsblog - √ľber uns

Unsere Autoren schreiben f√ľr Sie √ľber Aktuelles und Wissenswertes aus Ern√§hrungswissenschaft und Ern√§hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich f√ľr das Thema "Ern√§hrung" interessieren.

Sie k√∂nnen sich die Beitr√§ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese √ľber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

F√ľr die Schriftenreihe der Gesellschaft f√ľr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgew√§hlt. Das dabei entstandene Ern√§hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verf√ľgung

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2020 Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben