Typ 2-Diabetes: Arbeitsstress beg√ľnstigt Erkrankung bei Frauen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 16. Juli 2013

Stress macht (diabetes-)krank. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des renommierten Karolinska-Instituts in Schweden. Demzufolge haben Frauen mit geringen Entscheidungsspielr√§umen und hoher Arbeitsbelastung √ľber viermal h√§ufiger Diabetes als Frauen ohne diese Risikofaktoren. Bei M√§nnern verh√§lt sich die Situation entgegengesetzt.

Arbeitsplatz
© Alan Cleaver

Stress am Arbeitsplatz scheint bei Frauen Diabetes zu fördern.

Wissenschaftler um Ann-Karin Eriksson befragten und untersuchten 3205 Frauen und 2227 Männer um zu ermitteln, welchen Einfluss Stress am Arbeitsplatz auf ihr Risiko, an Typ 2-Diabetes zu erkranken, hat.
Die Teilnehmer, die zu Beginn der Studie zwischen 36 und 56 Jahre alt waren, wurden zu ihrem Arbeitspensum, ihrer Arbeitsbelastung, Schichtarbeit, ihrer Entscheidungskompetenz und Widerstandsfähigkeit (Resilienz) befragt. Außerdem unterzogen sich alle Probanden einem Glucosetoleranztest, um sicherzustellen, dass sie zu Studienbeginn nicht bereits an Diabetes erkrankt waren.

W√§hrend der nun folgenden acht bis zehn Jahre wurde bei 60 der teilnehmenden Frauen und 111 der M√§nnern ein Typ 2-Diabetes diagnostiziert. Auf ihrer Suche nach Erkrankungsursachen stellten die Wissenschaftler fest, dass Frauen mit einem geringen Entscheidungsspielraum bei ihrer Arbeit mehr als doppelt so h√§ufig an Diabetes erkrankten als die Kontrollgruppe. Kam zus√§tzlich eine hohe Arbeitsbelastung hinzu, vervierfachte sich das Diabetesrisiko sogar. Dies galt, obwohl Diabetes beg√ľnstigende Faktoren wie Alter, BMI, k√∂rperliche Inaktivit√§t, Raucherstatus, eine famili√§re Vorbelastung f√ľr Diabetes und psychischer Stress als St√∂rgr√∂√üen in der Analyse ber√ľcksichtigt wurden.

Dagegen scheint beruflicher Stress M√§nnern im Hinblick auf ihr Diabeteserkrankungsrisiko sogar gut zu tun: Bei hoher Arbeitsanforderung und -belastung halbiert sich ihr Risiko zu erkranken. Verf√ľgen sie neben einer hohen Arbeitsbelastung auch √ľber Gestaltungsfreiraum sinkt das Risiko um weitere zehn Prozent.

„Schlechte Arbeitsbedingungen k√∂nnen speziell bei Frauen die Entstehung eines Typ-2-Diabetes beg√ľnstigen“, folgern die Wissenschaftler in ihrer Publikation. Sie k√∂nnen allerdings nicht ausschlie√üen, dass zus√§tzlich zu Stressoren am Arbeitsplatz auch private Belastungen der Probandinnen das Erkrankungsrisiko beeinflussen.

Quelle:
A.-K. Erikkson, M. van den Donk, A. Hilding, C.-G. √Ėstenson (2013): Work Stress, Sense of Coherence, and Risk of Type 2 Diabetes in a Prospective Study of Middle-Aged Swedish Men and Women. Diabetes Care, Online-Vorabver√∂ffentlichung.

verfasst von am 16. Juli 2013 um 05:53

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