Typ 2-Diabetes: Erhöhtes Unfallrisiko auch bei oraler Diabetestherapie

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 11. April 2013

Menschen mit Typ 2-Diabetes und einer Neigung zu Hypoglyk√§mien haben h√§ufiger Verkehrsunf√§lle als Personen ohne Hypoglyk√§mien. Anders als bisher angenommen gilt dies jedoch nicht nur f√ľr insulinpflichtige Diabetes-Patienten, sondern auch f√ľr Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen.

Auto nach Unfall
© shrff14

In einer amerikanischen Studie untersuchten Forscher, ob ein Zusammenhang zwischen Hypoglykämien bei Patienten mit Typ 2-Diabetes und ihrer Sicherheit im Verkehr besteht. Anhand von Unfallstatistiken der Jahre 1998 bis 2010 und weiteren Kennzahlen wurden 5582 Patienten mit Typ 2-Diabetes und Unterzuckerungsepisoden mit 27.910 Patienten ohne Hypoglykämien verglichen. Die Diabetestherapie beider Gruppen war vergleichbar. Um eine Verfälschung der Ergebnisse durch Unterschiede in der Alters- und Geschlechtsverteilung, verschiedene Begleiterkrankungen, Medikamente und weitere Faktoren zu vermeiden, wurden die Ergebnisse um diese Einflussfaktoren bereinigt.

Im Vergleich zu Patienten ohne Hypoglyk√§mien hatten Patienten mit Unterzuckerungsepisoden eine um 39 Prozent erh√∂hte Unfallrate. Sie hatten fast doppelt so viele Autounf√§lle (82 Prozent mehr Autounf√§lle) und st√ľrzten deutlich h√§ufiger als die Vergleichsgruppe (36 Prozent mehr St√ľrze). Bei einem Unfall mussten sie au√üerdem deutlich h√§ufiger station√§r behandelt werden als die Vergleichsgruppe (5,5 Prozent vs. 2,8 Prozent).

Interessanterweise nahm das Unfallrisiko der Patienten mit Hypoglyk√§mien mit zunehmendem Alter ab: W√§hrend Patienten unter 65 Jahren mit Hypoglyk√§mien 2,3fach h√§ufiger in Verkehrsunf√§lle verwickelt waren als Gleichaltrige ohne Unterzuckerungen, war das Risiko bei den √ľber 65-J√§hrigen nur noch 1,5fach erh√∂ht. Die Forscher gehen davon aus, dass √§ltere Diabetiker umsichtiger Auto fahren und ihre Fahrweise an ihre Einschr√§nkungen anpassen. Aus fr√ľheren Studien ist beispielsweise bekannt, dass √§ltere insulinpflichtige Diabetiker keine langen Strecken mehr mit dem Auto zur√ľcklegen, seltener bei Dunkelheit Auto fahren und bei schlechter Witterung lieber auf √∂ffentliche Verkehrsmittel umsteigen.

Demnach sollten sowohl Patienten unter Insulintherapie, als auch Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen, √ľber die Risiken von Hypoglyk√§mien aufgekl√§rt werden. Dies gilt insbesondere f√ľr Patienten, die Sulfonylharnstoffe einnehmen oder eine Kombination aus Sulfonylharnstoffen und Glitazonen. Die Autoren der Studie empfehlen, Patienten √ľber die Symptome einer Unterzuckerung aufzukl√§ren und Vorsorgema√ünahmen zu vermitteln, wie sie Verkehrsunf√§lle und St√ľrze vermeiden k√∂nnen.

Quelle:
Originalartikel: J. E. Signorovich, D. Macaulay, M. Diener, Y. Yan, E. Q. Wu, J.-B. Gruenberger, B. M. Frier (2013): Hypoglycaemia and accident risk in people with type 2 diabetes mellitus treated with non-insulin antidiabetes drugs. Diabetes, Obesity and Metabolism 15: Seite 335-341

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verfasst von am 11. April 2013 um 05:46

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