Disney verbannt Werbung für Junk Food aus dem Kinderprogramm

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Montag, 22. Oktober 2012

Vor kurzem berichteten wir über die Initiative des New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg. Durch ein Verbot des Verkaufs großer Getränkebecher möchte er die Übergewichtsepidemie in den USA bekämpfen. Auch andere Initiativen engagieren sich in diesem Bereich.

Die Zeit, die Kinder täglich vor dem Fernseher verbringen, hat in den letzten Jahren zugenommen. Zwischen einzelnen Kindersendungen sorgen Werbepausen für unterhaltsame Abwechslung. Diese beeinflussen Kinder aber auch deutlich in ihren Konsumgewohnheiten. Und die in Lebensmittelspots beworbenen Lebensmittel sind meist nicht gerade die ernährungsphysiologisch wertvollsten. Eltern haben es dann umso schwerer, mit gesunden Ernährungsangeboten Anklang zu finden.

Goofy, Walt Disney
© Raymond Brown

Disney bietet seit Längerem gesunde Alternativen in seinen Themenparks an.

In den USA verspricht ein neuer Vorstoß des Medienkonzerns Walt Disney Unterstützung für geplagte Eltern. Bereits vor sechs Jahren hat Disney das Lebensmittelangebot in seinen Themenparks neu durchdacht und gesündere Alternativen eingeführt. Seither enthält jedes Kindermenü standardmäßig Karotten und fettarme Milch, es sei denn die Eltern äußern explizit andere Wünsche. Nun plant der Konzern eine weitere Initiative im Kampf gegen Übergewicht und für eine gesündere Ernährung von Kindern. Ab 2015 müssen alle Werbespots für Lebensmittel und Getränke, die während des Disney-Kinderprogramms gezeigt werden, bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese Anforderungen richten sich nach den allgemein gültigen Kriterien für eine gesunde Ernährung. Die beworbenen Lebensmittelprodukte sollen reich an Obst und Gemüse, jedoch arm an Kalorien, gesättigten Fetten, Salz und Zucker sein. Ausschlaggebend für die Beurteilung von Werbespots sind damit

  • die Portionsgröße,
  • der Kaloriengehalt einer Portion und
  • die Inhaltsstoffe (insbesondere Fett- und Zuckergehalt).
Michelle Obama
© USDAgov

Michelle Obama engagiert sich dafür, dass Kinder gesund essen.

Dieser Schritt des Konzerns wird in den USA begrüßt. Auch die First Lady Michelle Obama freute sich, weiß sie doch aus eigener Erfahrung als Mutter, wie stark die Beeinflussung durch die Lebensmittelwerbung sein kann. „Unsere Kinder werden ständig mit ausgefeilten Botschaften bombardiert, die dafür entwickelt wurden, ihnen Lebensmittel zu verkaufen, die eigentlich nicht gut für sie sind. Und wir wissen, dass dies funktioniert, nicht wahr?“ Für Obama ist die neue Disney-Initiative bahnbrechend für die Gesundheitsförderung von Kindern. „Seit Jahren sagen die Leute uns, dass es keine Rolle spielt, was wir unternehmen, um unsere Kinder für eine gesunde Ernährung und Bewegung zu begeistern. Solange Lebensmittelkonzerne ihre Verkaufsstrategien nicht ändern, würde sich an der Übergewichtsproblematik bei Kindern nichts ändern. (…) Heute hat Disney diese allgemeine Weisheit auf den Kopf gestellt.“

Ab 2015 startet die Initiative. Dann bleibt abzuwarten, ob der Werbebann Wirkung zeigt. Und zu hoffen, dass weitere Fernsehsender dem guten Beispiel folgen werden.

Quelle:
Dawn C. Chmielewski (2012): Disney bans junk-food advertising on programs for kids. Artikel in der Los Angeles Times vom 05.07.2012.

verfasst von am 22. Oktober 2012 um 05:59

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