Ein bisschen Butter in Ehren…

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 2. August 2016

Bei Butter streiten sich die Geister: Ob √ľberhaupt und wenn ja wie viel ist mit einem gesundheitsf√∂rderlichen Lebensstil vereinbar? Eine gemeinsame Auswertung bisher durchgef√ľhrter Studien zeigt, dass die gesundheitlichen Auswirkungen des Butterkonsums wahrscheinlich gar nicht so gro√ü sind wie bisher vielfach angenommen wurde.

F√ľr ihre Metaanalyse suchten Wissenschaftler um Dr. Laura Pimpin von der Tufts University in Boston nach wissenschaftlicher Literatur √ľber den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Butter und der Mortalit√§t (Sterblichkeit), einer Erkrankung an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen. Eingeschlossen in die Suche wurden alle Publikationen bis Mai 2015. Nach genauer Durchsicht der 5.770 Treffer aus neun Datenbanken verblieben neun prospektive (vorausschauende) Beobachtungsstudien mit insgesamt 636.151 Teilnehmern aus 15 L√§ndern. Der Beobachtungszeitraum lag je nach Studie zwischen durchschnittlich 10 und 23 Jahren pro Proband. F√ľr die folgende Auswertung wurde der Butterkonsum der Probanden auf eine amerikanische Standardportion (14 Gramm Butter pro Tag, definiert vom amerikanischen Landwirtschaftsministerium) bezogen. Damit variierte der Butterkonsum in den neun Studien zwischen durchschnittlich einer Drittel-Portion und 3,2 Portionen Butter t√§glich.

In der folgenden statistischen Analyse wurden die Daten aller Studien gemeinsam ausgewertet. Von den insgesamt 636.151 Probanden starben im Beobachtungszeitraum 28.271 Probanden, 9.783 Probanden erlitten eine kardiovaskul√§re Erkrankung (z. B. Schlaganfall, koronare Herzkrankheit) und 23.954 Probanden erkrankten an Typ-2-Diabetes. Wurde der Zusammenhang zwischen dem Butterkonsum und der Mortalit√§t der Probanden betrachtet, zeigte sich ein geringf√ľgig erh√∂htes Sterberisiko bei h√∂herem Butterkonsum (Erh√∂hung der Mortalit√§t um ein Prozent pro zus√§tzlicher Standardportion Butter). Dagegen bestand kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Butter und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Interessanterweise schien Butterkonsum sogar vor einer Neuerkrankung an Typ-2-Diabetes zu sch√ľtzen (Risikoreduktion um vier Prozent pro zus√§tzlicher Standardportion Butter).

„Insgesamt deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass Butter weder verteufelt werden noch davon ausgegangen werden sollte, dass sie wieder zu den gesundheitsf√∂rderlichen Dingen z√§hlt,“ interpretiert der Seniorautor der Studie, Prof. Dr. Dariush Mozaffarian. „Um den Zusammenhang mit dem potentiell geringeren Diabetesrisiko zu verstehen, ist weitere Forschung n√∂tig,“ erl√§utert Mozzaffarian. Ein geringeres Diabeteserkrankungsrisiko wurde auch in Verbindung mit der Aufnahme von Milchfett berichtet. Der Nachweis einer Ursache-Wirkungs-Beziehung sei mit den vorhandenen Daten nicht m√∂glich. Die Risikoreduktion k√∂nnte entweder tats√§chlich mit dem Verzehr von Butter zusammenh√§ngen oder auf andere damit assoziierte Faktoren zur√ľckzuf√ľhren sein.

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verfasst von am 2. August 2016 um 06:45

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