Erdbeerkonfitüren im Test: Auch Billigprodukte konnten überzeugen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Montag, 18. Juni 2012

Gute Nachrichten für (Erdbeer-)Konfitürenfreunde: Die unabhängige Stiftung Warentest untersuchte 15 Erdbeerkonfitüren „extra“, 14 Erdbeerfruchtaufstriche sowie drei kalorienreduzierte Produkte – mit erfreulich positivem Ergebnis.

Kennen Sie den Unterschied zwischen Marmelade, Konfitüre und Fruchtaufstrich?

„Marmelade“ dürfen sich offiziell nur Produkte nennen, die aus Zitrusfrüchten (z. B. Orangen) hergestellt werden.

Eine „Konfitüre“ ist laut Verordnung eine „streichfähige Zubereitung aus Fruchtmark oder der Fruchtstückmasse eines oder mehrerer Früchte“, die unter Zugabe von Zucker und Wasser hergestellt wird. Aroma- und Farbstoffe dürfen bei der Herstellung nicht zugegeben werden. Der Fruchtanteil verschiedener Konfitüren variiert mit der jeweils verwendeten Frucht. Erdbeerkonfitüre besteht zu mindestens 35 Prozent aus Erdbeeren, bei Johannisbeerkonfitüre sind es lediglich 25 Prozent Fruchtanteil.

Im Vergleich zur normalen Konfitüre zeichnet sich die „Konfitüre extra“ durch einen höheren Fruchtanteil aus – im Fall von Erdbeeren sind z. B. mindestens 45 Prozent Frucht vorgeschrieben.

Die Zusammensetzung von „Fruchtaufstrichen“ lässt Herstellern größere Spielräume. Fruchtaufstriche dürfen beispielsweise mehr Zusatzstoffe enthalten als Konfitüren. Meist weisen sie einen besonders hohen Fruchtanteil auf.

Die Prüfer der Stiftung Warentest testeten in einer aktuell veröffentlichten Untersuchung der Deutschen liebsten süßen Brotaufstrich. Für den Test wählten sie 15 Erdbeerkonfitüren extra, 14 Erdbeer-Fruchtaufstriche mit einem Fruchtgehalt von 40 bis 100 Prozent, sowie drei Lightprodukte verschiedener Marken und Preisniveaus aus. Wie intensiv ist der Erdbeergeschmack der einzelnen Produkte? Wurden zusätzlich (unerlaubte) Stoffe zugesetzt? Stimmt der angegebene Fruchtanteil? Lohnt es sich, teurere Markenprodukte zu kaufen oder sind die deutlich preisgünstigeren Discounterprodukte genauso gut?

Erdbeerkonfitüre
© carriestroud

Die Ergebnisse des Tests sprechen für sich: „Beim angegebenen Fruchtgehalt schummelt keiner“, so die Prüfer der Stiftung Warentest. Elf von 14 „Konfitüren extra“ erhielten die Wertnote „gut“, die anderen vier schnitten „befriedigend“ ab. Meist lag der Fruchtgehalt der einzelnen Produkte deutlich höher als gesetzlich vorgeschrieben. Bezogen auf den Geschmack konnten auch Discounterprodukte punkten: Am besten schnitten die „Konfitüren extra“ von Lidl, Rewe/ja!, Aldi Süd, Bonne Maman und Schwartau ab. Geschmack ist demnach nicht unbedingt eine Frage des Preises. Gute Produkte sind schon für 0,22 € pro 100 g erhältlich. Die Bewertungen der Fruchtaufstriche fielen sogar noch besser aus: Hier erhielten 13 Fruchtaufstriche eine gute Bewertung für ihren Fruchtgehalt, ein Aufstrich (Fruttissima von Schwartau) sogar ein „sehr gut“.

Entscheidend für einen ausgeprägten Fruchtgeschmack ist neben der Menge der verwendeten Früchte auch deren Verarbeitung. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Produkt, das nur zu 70 Prozent aus Früchten besteht, intensiver nach Früchten schmeckt als ein anderes Produkt, bei dem auf 100 g Aufstrich 100 g Früchte kommen. Wichtig ist auch die Verarbeitung. Der Fruchtaufstrich von Schwartau konnte besonders überzeugen: Im Gegensatz zu den anderen Produkten werden die Früchte für diesen Aufstrich nicht gekocht, sondern nur kurz erhitzt, die empfindlichen Erdbeeraromen bleiben deshalb besser erhalten. Dafür ist das Produkt nur im Kühlregal zu finden und weist eine geringere Haltbarkeit auf. Drei der untersuchten „Erdbeerkonfitüren extra“ konnten im Test geschmacklich nicht überzeugen, darunter zwei Discounter- und ein Markenprodukt.

Ganz ohne Zusatzstoffe kommen die industriell hergestellten Produkte nicht aus – obwohl auf den Etiketten häufig ein Hinweis wie „laut Gesetz ohne Zusatz von Konservierungs-, Farb- und Aromastoffen“ steht. „Um das Gelieren zu erreichen, kommen das Bindemittel Pektin und das Säuerungsmittel Zitronensäure zum Zuge, gelegentlich Verdickungsmittel wie Xanthan“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Doch auch, wer Konfitüre oder Fruchtaufstrich zu Hause selbst herstellt, kommt meist nicht ohne Zusatzstoffe aus. Denn handelsüblicher Gelierzucker enthält neben Zitronensäure und Pektin auch den Konservierungsstoff Sorbinsäure.

Insgesamt betrachtet schnitten alle untersuchten Produkte weitgehend positiv ab und auch im niedrigeren Preissegment waren gute Produkte zu finden. Dennoch ist der Zuckergehalt von Konfitüren beachtlich. Wer auf seine Figur achten möchte, sollte deshalb Fruchtaufstriche oder Lightprodukte bevorzugen, so der Rat von Experten.

Das ausführliche Testergebnis finden Sie hier.

verfasst von am 18. Juni 2012 um 06:16

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