Erste Forschungserfolge zur Arsen-Reduktion in Reis

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 1. März 2016

Im Sommer letzten Jahres warnte das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung vor hohen Arsengehalten in Reis und Reisprodukten. Da Reis zugleich Grundnahrungsmittel f√ľr Millionen von Menschen ist, besteht gro√ües Interesse an der Entwicklung von Methoden, mit denen sein Arsengehalt reduziert werden kann. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt verfolgen Wissenschaftler verschiedener nationaler und internationaler Forschungsinstitutionen einen vielversprechenden Ansatz.

Es ist bekannt, dass Arsen √ľber kontaminierte B√∂den (beispielsweise in der N√§he von Metallh√ľtten und Minen) oder das Grundwasser von Reispflanzen aufgenommen wird. Eine weitere Eintragquelle sind arsenhaltige Pestizide. In der Pflanze wird Arsen aus den Wurzeln √ľber die Leitb√ľndel, das pflanzliche Versorgungssystem, verteilt und schlie√ülich gr√∂√ütenteils in die Reisk√∂rner eingelagert. Der N√§hrstofftransport in die verschiedenen Bereiche der Pflanzen wird dabei durch spezielle Transportproteine √ľberwacht. Sie arbeiten gewisserma√üen als Pf√∂rtner des Leitbahnsystems, indem sie N√§hrstoffe durch Zellmembranen schleusen.

Die Schl√ľsselfunktion der Transportproteine weckte das Interesse von Biologen am Lehrstuhl f√ľr Molekulare Pflanzenphysiologie der Friedrich-Alexander Universit√§t (Erlangen-N√ľrnberg) und ihren Kooperationspartnern aus dem Helmholtz-Zentrum f√ľr Umweltforschung (Leipzig), dem Forschungszentrum f√ľr Eco-Environmental Sciences (Peking) sowie der Florida International University. Ihr Plan ist, bestimmte Transportproteine in Reispflanzen so zu blockieren, dass das von den Pflanzen aufgenommene Arsen nicht in den Reisk√∂rnern eingelagert wird, und zwar ohne das Wachstum der Reispflanze zu beeintr√§chtigen.

Bei ihrem Forschungsvorhaben können die Wissenschaftler bereits erste Erfolge verbuchen: Sie identifizierten zwei Transportproteine, die neben dem Zuckeralkohol Inosit auch das giftige Arsen in die pflanzlichen Zellen transportieren. Außerdem ist es ihnen gelungen, beide Transportproteine in einer hierzulande ziemlich verbreiteten Modellpflanze, der Acker-Schmalwand, zu blockieren. Als nächsten Schritt möchten die Wissenschaftler ihre neuen Erkenntnisse direkt auf Reispflanzen  anwenden. Sollten ihre Anstrengungen weiterhin erfolgreich sein, gibt es möglicherweise in Zukunft eine neue Reissorte, die auf mit Arsen verseuchten Böden mit gutem Ertrag wächst, ohne das krebserregende, gefäß- und nervenschädigende Gift in die Nahrungskette einzutragen.

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verfasst von am 1. März 2016 um 07:28

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