Felder mit K√ľhleffekt

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 22. August 2014

Durch die Verwendung spezieller landwirtschaftlicher Verfahren k√∂nnte die sommerliche Hitze vor Ort sp√ľrbar abgeschw√§cht werden. So lautet das Ergebnis eines europ√§ischen Forschungsprojekts √ľber den Klimaeffekt verschiedener Landwirtschaftspraktiken.

mit Direktsaat bestelltes Feld

© IRRI Images

In einer Versuchsreihe auf Feldern in S√ľdfrankreich verglich das Forscherteam um Dr. Edouard Davin von der Hochschule Z√ľrich das R√ľckstrahlverm√∂gen (Albedo) verschiedener Anbaumethoden. Sie stellten fest, dass das R√ľckstrahlverm√∂gen von Weizenfeldern, die mit der Direktsaat-Methode bestellt wurden, um die H√§lfte h√∂her war als von konventionell bestellten Feldern. Bei der Direktsaat werden die Reste, die sich nach der Ernte der Vorkultur noch auf dem Feld befinden, stehen gelassen und die neue Saat mit speziellen S√§hmaschinen dar√ľber ausges√§t. Die Reste der vorigen Kultur dienen dann als Mulch w√§hrend der Anbauphase.

Mithilfe von Computersimulationen berechneten die Wissenschaftler den Effekt dieser intensiveren Abstrahlung auf das Klima vor Ort und kamen zu einem vielversprechenden Ergebnis: Trotz der geringen Verdunstung k√∂nnte mit der Direktsaat-Methode die Temperatur an hei√üen Tagen vor Ort um 2¬įC sinken.

F√ľr die Wissenschaftler w√§re ein Anbau nach dieser Methode damit eine durchaus sinnvolle Alternative, mit der die starken Sch√§den extremer Hitze auf √Ėkosysteme und die Landwirtschaft vermindert werden k√∂nnen. Allerdings gilt es noch, europ√§ische Landwirte von dieser Anbaumethode zu √ľberzeugen. Denn anders als in Nord- und S√ľdamerika ist die Bestellung der Felder nach der Direktsaat-Methode hierzulande eher eine Seltenheit. Bis sich die Anbaumethode amortisiert, ben√∂tigen Landwirte viel Durchhalteverm√∂gen: Zu Beginn der Umstellung sinken zun√§chst einmal trotz geringerer Lohn- und Arbeitskosten die Erl√∂se, bevor die Vorteile der Direktsaat, also der Schutz des Ackers vor Bodenerosion, die Vermehrung g√ľnstiger Bodenorganismen, die geringere Verdunstung auf dem Feld sowie die geringere Verbreitung von Unkr√§utern zum Tragen kommen.

Allerdings bleibt die Frage, wie viele Anbaubetriebe angesichts der derzeit sehr angespannten finanziellen Situation bereit und in der Lage sind, diese Durststrecke zu √ľberbr√ľcken.

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verfasst von am 22. August 2014 um 06:25

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