Fettleber und Typ-2-Diabetes: Wissenschaftler auf Spurensuche

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 2. Juni 2015

Wissenschaftlern des Deutschen Diabetes-Zentrums in D√ľsseldorf ist es gelungen, einen Zusammenhang zwischen extremem √úbergewicht, Insulinresistenz und Fettlebererkrankungen herzustellen. Demnach verursacht die durch die Insulinresistenz gesteigerte Fettverbrennung in der Leber oxidativen Stress, welcher wiederum die Zerst√∂rung der Leber beg√ľnstigt.

Die sogenannte Fettleber ist die h√§ufigste Lebererkrankung in der westlichen Welt. Charakteristisch ist die zun√§chst reversible Einlagerung von Fett in Leberzellen. Neben erblichen Faktoren und Alkoholabusus wird eine Fettleber besonders h√§ufig durch √úbergewicht, Bewegungsmangel und Diabetes hervorgerufen. Treten beim Fortschreiten der Erkrankung zus√§tzlich zu den Fettablagerungen Entz√ľndungsanzeichen auf (Fettleberhepatitis), droht im weiteren Erkrankungsverlauf eine Leberzirrhose. In fr√ľhen Stadien kann eine Gewichtsreduktion die Progression der Fettleber aufhalten. F√ľr eine diagnostizierte Fettleberhepatitis ist allerdings bis heute keine effektive Therapie bekannt.

Ein erster Schritt f√ľr eine therapeutische Intervention k√∂nnten die Ergebnisse einer Studie aus D√ľsseldorf sein, die aktuell in der Fachzeitschrift Cell Metabolism publiziert worden sind. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem Universit√§tsklinikum und dem St. Martinus Krankenhaus haben Wissenschaftler des Deutschen Diabetes-Zentrums erstmals die Funktion menschlicher Lebermitochondrien, den Energiekraftwerken der Zellen, untersucht. Im Rahmen dieser Studie wurden fettleibige, insulinresistente Menschen mit und ohne nicht-alkoholischer Fettlebererkrankung, Probanden mit einer Fettleberhepatitis sowie schlanke Kontrollpersonen untersucht. Ein Vergleich zwischen den Gruppen erlaubt R√ľckschl√ľsse √ľber krankheitsbedingte Ver√§nderungen der Leber und ihrer Funktionsweise.

Aus den Untersuchungsergebnissen geht hervor, dass die Aktivit√§t der Lebermitochondrien bei Probanden mit starkem √úbergewicht zun√§chst deutlich erh√∂ht war. War die Erkrankung bereits weiter zur Fettleberhepatitis fortgeschritten, nahm die Aktivit√§t der Mitochondrien wieder ab, w√§hrend Marker f√ľr oxidativen Stress anstiegen.

In den fr√ľhen Stadien von √úbergewicht verbrennt die Leber das √ľbersch√ľssige Fett, was zu einer √úberbelastung der Leber und der Progression der Krankheit f√ľhrt“, erkl√§rt Prof. Dr. Michael Roden, Direktor der Abteilung f√ľr Endokrinologie und Diabetologie und zugleich Direktor des Deutschen Diabetes-Zentrums. „Diese Ergebnisse werden neue Ans√§tze zur Vorbeugung und Behandlung von nicht-alkoholischen Fettlebererkrankungen bieten“, so Roden weiter.

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verfasst von am 2. Juni 2015 um 10:26

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