Fettreiche Ernährung bremst das Gehirn aus

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 14. Juli 2016

Schon wenige Tage fettreiche Kost gen√ľgen, um die Energieversorgung des Gehirns zu st√∂ren. Zwar verf√ľgt der K√∂rper l√§ngerfristig √ľber Schutzmechanismen, diese gehen aber zu Lasten des restlichen K√∂rpers und k√∂nnen schwerwiegende Folgen bis hin zum Typ-2-Diabetes nach sich ziehen.

Zu viele fettreiche Lebensmittel stören das Gleichgewicht zwischen Energieaufnahme und -verbrauch und können Übergewicht und weitere ernährungsbedingte Erkrankungen, darunter Typ-2-Diabetes, hervorrufen. Neben diesen eher langfristigen Folgen ist bekannt, dass bereits wenige Tage fettreichen Essens den Stoffwechsel der Muskeln und die innere Uhr beeinträchtigen.

Das menschliche Gehirn ist tatsächlich das Organ mit dem höchsten Energiebedarf in unserem Körper. Seine Masse von ca. 1,4 Kilogramm hat zwar nur einen Anteil von etwa 2 Prozent am gesamten Körpergewicht, dennoch beansprucht das Gehirn gut die Hälfte der mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate. Bei Stress steigt dieser Anteil weiter an und kann Werte um 90 Prozent erreichen! Das menschliche Gehirn kann aus Fetten nicht direkt Energie gewinnen, dennoch beeinflusst eine fettreiche Ernährung kurz- und längerfristig die Energieversorgung des Gehirns, wie eine aktuelle Studie zeigte.

Wissenschaftler um Prof. Dr. Jens Br√ľning, dem Direktor des Max-Planck-Institut f√ľr Stoffwechselforschung in K√∂ln, haben mithilfe eines bildgebenden Verfahrens die Folgen einer fettreichen Ern√§hrung auf das Gehirn untersucht. „Eine fettreiche Di√§t senkt schon nach drei Tagen die Aufnahme des Blutzuckers Glukose in das Gehirn“, erl√§utert Dr. Alexander Jais, Autor der Studie, die aktuell in der Fachzeitschrift „Cell“ publiziert wurde. „Das Gehirn hungert also, obwohl die M√§use t√§glich viele Kalorien zu sich nehmen.“ Das Energiedefizit des Gehirn ist darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass die vermehrt im Blutserum vorhandenen ges√§ttigten Fetts√§uren das Transportprotein von Glukose ins Gehirn (GLUT-1) hemmen. Ohne diesen Transporter kann Glukose die Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor dem Eindringen unerw√ľnschter gr√∂√üerer Molek√ľle sch√ľtzt, nicht passieren. Die Folge: Da das Gehirn keine Glukosereserven besitzt, sinkt sein Blutzuckerspiegel rasch ab. Ohne gegenregulatorische Ma√ünahmen h√§tte dies gravierende Folgen f√ľr den K√∂rper.

Bleibt die fettreiche Ern√§hrung und damit der Energiemangel im Gehirn √ľber mehrere Wochen bestehen, werden spezialisierte Zellen des Immunsystems, die Makrophagen, alarmiert. Sie produzieren daraufhin einen Wachstumsfaktor namens VEGF (vascular endothelial growth factor), der die Bildung von GLUT-1-Transportern forciert. Fehlte den M√§usen im Versuch die F√§higkeit, VEGF zu produzieren, lernten sie langsamer und verf√ľgten √ľber ein schlechteres Erinnerungsverm√∂gen. Funktioniert der Mechanismus, erh√§lt das Gehirn √ľber die erh√∂hte Konzentration von Glukosetransportern wieder mehr Energie und hat damit sein N√§hrstoffproblem gel√∂st. Dies geht allerdings zulasten des restlichen K√∂rpers. „Man spricht von dem egoistischen Gehirn, da es seinen Zucker dadurch bekommt, dass es den Appetit auf s√ľ√üe Nahrungsmittel anregt und die Zuckeraufnahme in Muskeln und Fett verhindert. Die Zellen in der Muskulatur werden dann resistent gegen das k√∂rpereigene Hormon Insulin, das normalerweise den Zucker in die Zellen schleust. Dadurch kann dann im schlimmsten Fall Diabetes entstehen“, berichtet¬† Dr. Jais. Der von den Wissenschaftlern beschriebene Mechanismus bietet damit auch einen Erkl√§rungsansatz f√ľr den Zusammenhang zwischen einer stark fetthaltigen Ern√§hrung und der Erkrankung an Typ-2-Diabetes.

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verfasst von am 14. Juli 2016 um 06:46

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Ein Kommentar zu “Fettreiche Ern√§hrung bremst das Gehirn aus”

  1. lisa6 sagt:

    Danke f√ľr den guten Artikel! Ich finde zum abnehmen ist es sehr wichtig den Stoffwechsel zu verstehen. Wie dein Artikel es zeigt, versteht man viel besser, warum gesunde Ern√§hrung so wichtig ist, wenn man weiss das unser K√∂rper nicht daf√ľr gebaut ist, Fettreiche Ern√§hrung zu verarbeiten…
    Liebe Gr√ľsse,
    Lisa

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