Ganz einfach gesund ernähren und abnehmen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Mittwoch, 11. März 2015

Sich gesund zu ern√§hren und abzunehmen kann ganz sch√∂n kompliziert sein: weniger Kalorien aufnehmen, mehr Obst und Gem√ľse essen, vorrangig Vollkornprodukte verzehren, rotes Fleisch gegen Gefl√ľgel austauschen, mehr Fisch, weniger Zucker, ges√§ttigte Fette und Alkohol‚Ķ Geht es auch einfacher? Ja, belegen Wissenschaftler der University of Massachusetts mit ihren aktuell publizierten Studienergebnissen.

Angesichts der Vielzahl von Ern√§hrungsempfehlungen kapitulieren manche, die eigentlich den Vorsatz hatten, sich ges√ľnder zu ern√§hren, schnell. Dies gilt insbesondere f√ľr die Menschen, die gleichzeitig an mehreren Krankheiten leiden, f√ľr deren Behandlung verschiedene oder gar widerspr√ľchliche Ern√§hrungsempfehlungen gegeben werden. In so einem Fall lie√üe sich mit einer einfachen, universell anwendbaren Ern√§hrungsempfehlung m√∂glicherweise ein besseres Ergebnis erzielen als bei dem Versuch, die gesamte Ern√§hrung zu optimieren.

Dies war der Ausgangspunkt f√ľr den Versuch von Sherry L. Pagoto und ihren Kollegen an der University of Massachusetts. Sie verteilten 240 Probanden im Alter von 21 bis 70 Jahren mit einem metabolischen Syndrom nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen. Eine Gruppe sollte f√ľr ein Jahr die Ern√§hrungsempfehlungen der American Heart Association (AHA) verfolgen, also mehr Obst und Gem√ľse, Vollkornprodukte und andere ballaststoffreichen Lebensmittel verzehren, zus√§tzlich zweimal pro Woche Fisch, fettarme tierische Produkte, weniger Zucker und zuckerhaltige Getr√§nke konsumieren und t√§glich zwischen 500 und 1000 Kalorien einsparen, mit dem Ziel abzunehmen. Die andere Gruppe bekam nur eine Empfehlung mit auf den Weg, n√§mlich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe t√§glich zu verzehren. Beide Gruppen trafen sich danach wiederholt unter Anleitung.

Nach 12 Monaten hatte die Ballaststoffgruppe durchschnittlich 2,1 Kilogramm abgenommen, w√§hrend die AHA-Gruppe ihr Gewicht sogar um 2,7 Kilogramm reduziert hatte. Dieses Ergebnis stimmt gut mit den eingesparten Kalorien der Probanden √ľberein: Pro Tag nahmen die Teilnehmer der Ballaststoffgruppe durchschnittlich 465 Kalorien weniger zu sich, in der Ballaststoffgruppe waren es immerhin 200 Kalorien. Erwartungsgem√§√ü steigerten die Teilnehmer der Ballaststoffgruppe ihre Aufnahme an l√∂slichen und unl√∂slichen Ballaststoffen st√§rker als die Teilnehmer der AHA-Gruppe. In beiden Gruppen verbesserte sich der Blutdruck der Teilnehmer. Marker f√ľr den Blutzucker- und Fettstoffwechsel sowie Entz√ľndungsmarker unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen. Interessant war auch die Abbruchrate: Fast jeder zehnte Teilnehmer der Ballaststoffgruppe (9,9 Prozent) und jeder achte Teilnehmer der AHA-Gruppe (12,6 Prozent) hatte die Studie vorzeitig beendet.

Das Fazit der Studie: Obwohl sich mit einer umfassenden Ern√§hrungsumstellung eine h√∂here Gewichtsabnahme realisieren lie√ü, wirkte sich auch die einfache Empfehlung, sich ballaststoffreich zu ern√§hren, positiv auf das Gewicht der Probanden aus. F√ľr Menschen, denen die Befolgung komplexer Ern√§hrungsempfehlungen zu schwierig erscheint, besteht hier eine Alternative, die sich mit weniger Aufwand und doch zufriedenstellendem Ergebnis umsetzen l√§sst.

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verfasst von am 11. März 2015 um 07:45

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