Geburtsrisiken adipöser Mütter geringer als vermutet

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Freitag, 8. November 2013

Adipöse Mütter haben nur bedingt höhere Geburtsrisiken. Wenn sie gesund sind und bereits ein Kind auf die Welt gebracht haben, sinkt ihr Risiko unter das von erstgebärenden normalgewichtigen Müttern. Diese Ergebnisse einer Oxforder Studie wurden im British Journal of Obstetrics and Gynaecology veröffentlicht.

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„Wir sagen nicht, das Adipositas nicht wichtig ist oder dass sie das Risiko einer Frau während ihrer Schwangerschaft nicht erhöht“, betont Dr. Jennifer Hollowell von der nationalen perinatalen epidemiologischen Einheit an der Oxford Universität. Schließlich träten bei der Hälfte der sehr adipösen Frauen medizinische Probleme oder Schwangerschaftskomplikationen auf, räumt Hollowell ein. Jedoch hätten einige adipöse Frauen geringere Risiken als bisher angenommen.

Die Oxforder Wissenschaftler analysierten Daten von 17.230 Frauen, die eine unkomplizierte Schwangerschaft und keine medizinischen Komplikationen hatten, die die Risiken bei Wehen und Geburt beeinflussen könnten. Etwa die Hälfte der betrachteten adipösen Schwangeren hatte keine medizinischen oder geburtshilflichen Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck. Auf diese Frauen konzentrierten sich Hollowell und ihr Team.

Zwar nahm bei gesunden Frauen mit steigendem BMI auch das Risiko für Geburtskomplikationen zu. Die Forscher fanden jedoch, dass dieser Anstieg eher niedrig ausfiel: Übergewichtige, adipöse oder sehr adipöse Frauen zeigten einen relativen Risikoanstieg von sechs bis zwölf Prozent verglichen mit normalgewichtigen Frauen. „Die Risikoerhöhung war ziemlich gering für adipöse Mütter, die weder einen Bluthochdruck noch einen Diabetes oder einen Kaiserschnitt hatten und sehr niedrig, falls die Frauen vorab schon einmal entbunden hatten“, sagt Hollowell.

Die Anzahl der Geburten hat nach den Ergebnissen der Untersuchung offenbar einen viel größeren Einfluss auf die Geburtsrisiken als das Gewicht: Während es bei 53 Prozent der erstgebärenden normalgewichtigen Schwangeren eine Intervention oder eine Geburtskomplikation gab, waren es bei den sehr adipösen, sonst aber gesunden Schwangeren, die bereits eine oder mehrere Geburten hinter sich hatten, im Vergleich dazu nur 21 Prozent.

Quelle:

verfasst von am 8. November 2013 um 07:25

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