GemüseAckerdemie: Wissen schafft Wirkung

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Mittwoch, 18. März 2015

In dem mehrfach ausgezeichneten, schulbegleitenden Bildungsprogramm GemüseAckerdemie lernen Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge der Nahrungsmittelproduktion kennen. Neben der Vermittlung von landwirtschaftlichem Wissen und praktischen Fähigkeiten hat das Projekt einen sozialen Mehrwert und soll dazu beitragen, Kindern Appetit auf frisches Gemüse zu machen.

Kinder und Jugendliche wissen heutzutage immer weniger über die natürliche Produktion von Nahrungsmitteln. Kaum jemand von ihnen hat selbst schon einmal Gemüse angebaut. Dies ist auch auf veränderte Prioritäten in unserem Bildungssystem zurückzuführen. Fehlt Kindern und Jugendlichen der Bezug zu natürlichen Lebensmitteln, lassen sie sich mitunter nur schwer oder gar nicht überzeugen, Obst und Gemüse zu essen. Übergewicht und Fehlernährung können die Folgen sein.

An dieser Stelle setzt die GemüseAckerdemie an, die der Agrarökonom Dr. Christoph Schmitz im Jahr 2012 konzipiert hat. Inzwischen engagiert sich ein interdisziplinäres Team mit pädagogischer Expertise dafür, die GemüseAckerdemie an möglichst vielen Schulen zu etablieren. „Die Kinder werden in der GemüseAckerdemie auf praxisnahe und spielerische Weise an das Thema Nahrungsmittelproduktion herangeführt. Ziel ist es, dass sie dadurch bewusster mit Lebensmitteln umgehen, weniger wegwerfen und sich gesünder ernähren„, erklärt Dr. Christoph Schmitz, der selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Das Projekt zielt außerdem darauf ab, Kindern das Denken in größeren Zusammenhängen (gesamte Wertschöpfungskette der Nahrungsproduktion) zu vermitteln, soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit und Selbstwertgefühl zu stärken und lernschwache Kinder zu fördern.

Das Bildungsprogramm GemüseAckerdemie lässt sich individuell in das bestehende Lehrangebot von Schulen integrieren. Ackerflächen, Saatgut, Lehrpläne und koordinative Leistungen werden vom GemüseAckerdemie-Team bereitgestellt. In Mehrgenerationen-Teams bewirtschaften die Schüler selbstverantwortlich unter fachlicher und pädagogischer Anleitung eine Gemüseparzelle. In einer Anbausaison (von März bis Oktober) können sie über 20 verschiedene Gemüsesorten anbauen und ernten. Da die Schüler auch an der Vermarktung des Gemüses beteiligt sind, erhalten sie einen umfassenden Überblick über die Produktionskette von Gemüseprodukten.

In der letzten Anbausaison (2014) wurde die GemüseAckerdemie an sechs Schulen in Nordrhein-Westfalen und Berlin-Brandenburg durchgeführt. Inzwischen ist auch die Öffentlichkeit auf das Projekt aufmerksam geworden. Das Bildungsprogramm wurde 2014 von Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger mit dem Innovationspreis „Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet und war Bundespreisträger im startsocial-Wettbewerb.

verfasst von am 18. März 2015 um 08:01

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