Ges√ľnder und l√§nger leben: Ballaststoffe

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 24. Februar 2011

– Viel mehr als nur Ballast

Forscher haben herausgefunden, dass Menschen, die viele Ballaststoffe essen, länger leben.

Heißluftballon
© Alex Schweigert

Der Wortbaustein „Ballast“ (√ľberfl√ľssige Ladung, nicht ben√∂tigtes Gep√§ck) verleitet zu der Annahme, dass Ballaststoffe lediglich leeres F√ľllmaterial in Nahrungsmitteln darstellen ‚Äď im Gegensatz zu Kohlenhydraten, Eiwei√üen und Fetten, die dem K√∂rper zur Energiegewinnung, als Energiespeicher und Baustoffe dienen. Auch die wichtigen (teilweise essentiellen) Funktionen von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen sind mittlerweile allgemein bekannt. Doch weit gefehlt: Ballaststoffe sind mehr als purer Ballast f√ľr den K√∂rper, wie eine Studie aus USA beeindruckend belegt.

Schon l√§nger bekannt ist die verdauungsf√∂rdernde, s√§ttigende und blutzuckersenkende Wirkung von Ballaststoffen. In¬† einer Studie wurde nun √ľber einen Zeitraum von neun Jahren untersucht, welche Auswirkung die Aufnahme von Ballaststoffen auf die Lebenserwartung hat. An der Erhebung nahmen insgesamt 219.123 M√§nnern und 168.999 Frauen im Alter von 50-71 Jahren teil. Zu Beginn wurden die Probanden ausf√ľhrlich √ľber ihre Ern√§hrungsgewohnheiten befragt. Nach einer mittleren Beobachtungsdauer von neun Jahren wurde der Vitalit√§tsstatus der Probanden, also die Anzahl der inzwischen Verstorbenen einschlie√ülich ihrer Todesursache, ermittelt.

F√ľr die anschlie√üende Auswertung der Daten wurden die Probanden entsprechend ihrer Ballaststoffaufnahme in f√ľnf gleich gro√üe Gruppen aufgeteilt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass das Sterberisiko in der Gruppe mit der h√∂chsten Ballaststoffaufnahme 22 Prozent geringer war als bei der Gruppe mit der geringsten Aufnahmemenge. Um den Ursachen dieses deutlichen Unterschieds auf die Spur zu kommen, wurde neben dem Gesamtsterberisiko auch die genaue Todesursache der verstorbenen Teilnehmer ermittelt. Hierbei zeigte sich, dass das Risiko f√ľr einen Tod infolge von Herz-Kreislauf-, Infektions- und Atemwegserkrankungen bei M√§nnern und Frauen mit der h√∂chsten Ballaststoffaufnahme um 24-56 Prozent bzw. 34-59 Prozent niedriger war als in der Gruppe mit dem geringsten Verzehr. M√§nner mit einer vergleichsweise hohen Ballaststoffaufnahme verstarben au√üerdem seltener an Krebserkrankungen.

Getreideähre
© safaris

Allerdings war die mittlere t√§gliche Ballaststoffaufnahme der Probanden selbst in der h√∂chsten Verzehrsgruppe deutlich geringer als die von der Deutschen Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung empfohlene Menge. Dies legt ‚Äď gemeinsam mit einer beobachteten dosisabh√§ngigen Wirkung auf die Lebenserwartung ‚Äď die Vermutung nahe, dass das gesundheitsf√∂rdernde Potential der Ballaststoffe noch nicht ausgesch√∂pft ist. In dieser Studie traten insbesondere Ballaststoffe aus vollem Getreide bez√ľglich ihrer g√ľnstigen Wirkung hervor. Da Vollkorngetreide gleichzeitig auch reich an B-Vitaminen, Fols√§ure, Mineralstoffen und Spurenelementen ist, lohnt sich die Entscheidung f√ľr solche Getreideprodukte gleich in mehrfacher Hinsicht.

Quelle:
Park Y, Subar AF, Hollenbeck A, et al.: Dietary Fiber Intake and Mortality in the NIH-AARP Diet and Healthy Study. Online-Publikation in Arch Intern Med, Februar 2011.

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verfasst von am 24. Februar 2011 um 07:59

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