Große Portionen, großer Appetit

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 22. Oktober 2015

Sind Teller, Becher oder die Portionen gro√ü, wird auch mehr gegessen und getrunken ‚Äď das gilt sowohl f√ľr die Familienpizza als auch f√ľr die XXL-Cola. Der Zusammenhang wurde nun auch in einer gro√ü angelegten wissenschaftlichen √úbersichtsarbeit best√§tigt.

Im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche fanden Wissenschaftler der Universität von Cambridge 72 qualitativ hochwertige Studien, in denen der Zusammenhang zwischen der Portionsgröße, der Packungsgröße und der Größe des verwendeten Geschirrs mit dem Nahrungs- und Genussmittelkonsum von Kindern und Erwachsenen untersucht wurde.

Eine gemeinsame Auswertung der Studien (soweit m√∂glich) best√§tigte den Zusammenhang zwischen der angebotenen Portionsgr√∂√üe und der Nahrungsaufnahme: Je gr√∂√üer die Portion, die Packung, oder der Teller ist, desto mehr wird verzehrt. Dies gilt sowohl f√ľr den Verzehr zuhause als auch au√üer Haus im Restaurant oder unterwegs. Demnach beeinflussen Umweltfaktoren unsere Konsumentscheidungen deutlich.

Auch wenn bei einer Verkleinerung √ľblicher Portionsgr√∂√üen mit Widerstand von vielen Seiten zu rechnen ist, w√ľrden sich derartige Anstrengungen lohnen. So errechneten die Wissenschaftler, dass die Energieaufnahme britischer Verbraucher durch eine geringeren Portionsgr√∂√üe um 12 bis 16 Prozent pro Tag gesenkt werden k√∂nnte. Dies entspricht bis zu 279 Kalorien. Bei US-amerikanischen Verbrauchern w√§ren sogar Einsparungen der t√§glichen Energieaufnahme zwischen 22 und 29 Prozent (maximal 527 Kalorien) m√∂glich.

Die Wissenschaftler bleiben jedoch nicht bei diesen theoretischen √úberlegungen, sondern haben zus√§tzlich praktische Vorschl√§ge im Gep√§ck, wie der weiteren Verbreitung von √úbergewicht und Adipositas entgegengewirkt werden kann. Eine M√∂glichkeit w√§re beispielsweise, Obergrenzen f√ľr Portionsgr√∂√üen bei energiereichen Lebensmitteln (Fast Food, Desserts, Softdrinks) sowie Geschirr und Gl√§sern festzulegen. Au√üerdem sollten Gro√üpackungen von Lebensmitteln im Supermarkt so platziert werden, dass sie f√ľr Kunden schlechter erreichbar und damit unattraktiver sind als kleinere Einheiten. Ferner schlagen die Wissenschaftler vor, g√ľnstigere Preise und Werbema√ünahmen f√ľr XXL-Packungen (beispielsweise Familienpizza) zu beschr√§nken.

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verfasst von am 22. Oktober 2015 um 06:07

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