Gummibären beim Zucker-Quiz unter der Lupe

Autorin: Anna Schnurr, Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 1. Juni 2017

Dieses Jahr wurde auf dem VDD-Kongress in Wolfsburg beim Gewinnspiel der Firma Nutri-Science GmbH wieder eifrig gesch√§tzt. Es ging darum, den Zuckergehalt in einem Glas mit Gummib√§rchen zu bestimmen. Hierzu konnten die Ern√§hrungssoftwareprogramme NutriGuide¬ģ und Prodi¬ģ zur Hilfe genommen werden.

Gummibaerchen-Glas © Anna Schnurr

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Die richtige Antwort ‚Äď H√§tten Sie¬īs gewusst?

Im Glas befanden sich 1227 g Goldb√§ren von Haribo mit einem Zuckergehalt von 559,5 g. Teilnehmer, die NutriGuide¬ģ oder Prodi¬ģ zur Hilfe nahmen, waren h√§ufig √ľberrascht √ľber den gro√üen Unterschied zwischen dem ausgewiesenen Zuckergehalt (45,6 g / 100 g) und der enthaltenen Kohlenhydratmenge (77,4 g / 100 g).

Wer h√§tte gedacht, dass das geliebte Fruchtgummi ‚Äěnur‚Äú ca. 45 % Zucker enth√§lt? Schlie√ülich ist es doch allgemein bekannt, dass die Nascherei zwar kein Fett, daf√ľr aber reichlich Zucker enth√§lt.

 

Welche Kohlenhydrate könnten außer Zucker noch enthalten sein?

In dieser Frage erhält der Verbraucher bei einem schnellen Blick auf die Zutatenliste zunächst wenig Aufschluss. Er entdeckt: Glukosesirup, Zucker, Gelatine, Dextrose, Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat, Säuerungsmittel, weitere Frucht- und Pflanzenkonzentrate und Überzugsmittel.

 

 

Der Teufel steckt also im Detail!

Wird Zucker in einer Zutatenliste ausgewiesen, ist damit die Saccharose, also der R√ľben- oder Rohrzucker gemeint. In der N√§hrwertkennzeichnung jedoch werden unter der Bezeichnung ‚Äědavon Zucker‚Äú laut Lebensmittelinformationsverordnung alle im Lebensmittel enthaltenen Einfach- und Zweifachzucker verstanden.

Mehrfachzucker (Oligosaccharide), die aus 3 bis 9 verbundenen Einfachzuckern (Monosacchariden) bestehen, werden wie die Vielfachzucker (Polysaccharide) bereits zu den Kohlenhydraten gezählt.

Vergleich-Zucker-Gummibarchen © Anna Schnurr

© Anna Schnurr

Der in den Gummibärchen enthaltene Glukosesirup wird aus Stärke gewonnen, die durch Enzyme in unterschiedlich lange Zuckerketten gespalten wird. Dabei entstehen neben Glucose und Malzzucker auch Kohlenhydrate, die mehr als zwei Zuckerbausteine aufweisen. Diese werden dann in der Nährwertkennzeichnung nicht zusätzlich als Zucker, sondern als Kohlenhydrate ausgewiesen.

Der Zuckeranteil in den Gummibärchen ist also abhängig davon wie sehr die Stärke bei der Herstellung von Glukosesirup aufgespalten wurde. Dies erklärt auch, warum zum Beispiel in einer Portion Gummibärchen (à 25 g) 19,4 g Kohlenhydrate mit nur 11,4 g Zucker enthalten sind.

 

Mehr zum Thema Zucker und Kohlenhydrate finden Sie im Ernährungslexikon.

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verfasst von am 1. Juni 2017 um 08:12

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