Gute Noten f√ľr Streichfette

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 4. Februar 2020

In einem aktuellen Produkttest der Stiftung Warentest schnitten die meisten untersuchten Streichfette gut ab. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Kleingedruckte.

Der Siegeszug der Streichfette begann 2006, als die schwedisch-d√§nische Molkereigenossenschaft Arla das erste Mischstreichfett (so lautet die korrekte Bezeichnung) aus Butter und Raps√∂l auf den Markt brachte. Im Vergleich zu Butter haben Streichfette einen unschlagbaren Vorteil: Sie k√∂nnen direkt aus dem K√ľhlschrank geholt und auf das Brot gestrichen werden. Dies liegt daran, dass Streichfette neben Butter Raps√∂l enthalten. Die darin vorkommenden mehrfach unges√§ttigten Omega-3- und Omega-6-Fetts√§uren werden auch bei K√ľhlschranktemperaturen nicht hart und sollen obendrein die Herzgesundheit f√∂rdern.

Im aktuellen Warentest standen 23 Streichfette auf dem Pr√ľfstand, darunter Markenprodukte sowie Eigenmarken von Superm√§rkten und Discountern. Die Preisspanne lag zwischen 0,40 Euro und 1,33 Euro pro 100 Gramm Streichfett. Alle Streichfette wurden auf ihre Streichf√§higkeit gepr√ľft, verkostet, auf Schadstoffe und Keime getestet und ern√§hrungsphysiologisch bewertet. Im Testurteil wurde au√üerdem die Verpackung, Kennzeichnung und Aufmachung ber√ľcksichtigt.

14 der 23 Produkte erhielten das Qualit√§tsurteil „gut“. Beim Testsieger von Weihenstephan lobten die Pr√ľfer die „aromatische Sahnenote, einen frischen, leicht milchs√§uerlichen Geruch und Geschmack“. Auch das Produkt des Pioniers Arla war ganz vorne mit dabei. F√ľnf Streichfette wurden dagegen mit „befriedigend“ bewertet und vier lediglich mit „ausreichend“. Zu Abwertungen f√ľhrten geschmackliche M√§ngel, der Schadstoffgehalt sowie die Deklaration der Produkte.

Beworben wird bei Streichfetten meist ein hoher Butter- und Raps√∂lanteil. In f√ľnf der untersuchten Produkte war jedoch zus√§tzlich Palmfett zugesetzt, in zwei Streichfetten steckte Kokosfett. Beide sind aufgrund ihres hohen Gehalts an ges√§ttigten Fetts√§uren gesundheitlich ung√ľnstig und zudem √∂kologisch umstritten. Die Streichfette von Rama und Botteram enthielten mit einem Palmfettanteil von knapp 40 Prozent sogar mehr Palmfett als Raps√∂l und Milchfett zusammen. Zus√§tzlich wurden in beiden Produkten 3-MCPD-Ester nachgewiesen, die in sehr hohen Dosen krebserregend sein k√∂nnen. Die derzeit diskutierten H√∂chstmengen wurden in beiden Produkten jedoch nur zu 80 Prozent ausgesch√∂pft, weshalb keines der Streichfette als gesundheitlich bedenklich eingestuft wurde. Dar√ľber hinaus wurden in keinem der untersuchten Produkte bedenklich hohe Gehalte an Schadstoffen oder Weichmachern gefunden.

Im Gegensatz zu Streichfetten darf Butter nur Speisesalz und färbendes Beta-Karotin zugesetzt werden. Bei Streichfetten hilft ein Blick auf das Zutatenverzeichnis, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Ein qualitativ hochwertiges Produkt zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Butter und Rapsöl aus, Palm- und Kokosfette sollten möglichst nicht enthalten sein.

Quelle einblenden

verfasst von am 4. Februar 2020 um 07:21

Was ist das?

DEBInet-Ern√§hrungsblog - √ľber uns

Unsere Autoren schreiben f√ľr Sie √ľber Aktuelles und Wissenswertes aus Ern√§hrungswissenschaft und Ern√§hrungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich f√ľr das Thema "Ern√§hrung" interessieren.

Sie k√∂nnen sich die Beitr√§ge per Newsletter zuschicken lassen oder diese √ľber RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

F√ľr die Schriftenreihe der Gesellschaft f√ľr Rehabilitation bei Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V. (GRVS) wurden 222 unserer Blog-Artikel ausgew√§hlt. Das dabei entstandene Ern√§hrungs-Lesebuch ist 2017 im Pabst Science Publishers Verlag erschienen und steht Ihnen hier kostenlos zum Download zur Verf√ľgung

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2020 Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

- noch keine Kommentare -

Kommentar abgeben