Hier dreht sich alles ums Essen – Ernährungsmesse in Köln

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Schriftzug koelnmesse
© nadine.juliana

Am 08. Oktober 2011 öffnete die weltgrößte Ernährungsmesse Anuga ihre Pforten. Bis heute haben Fachbesucher in Köln die Gelegenheit, Neuheiten aus aller Welt zu probieren. Insgesamt stellen fast 6600 Anbieter aus 100 Ländern ihre neuesten Kreationen der Fachwelt vor. Mit ihrem Angebot decken sie das gesamte Lebensmittelspektrum ab: Fingerfood, Feinkost und Tiefkühlwaren sind ebenso vertreten wie koschere Lebensmittel, regionale und exotische Produkte, Lebensmittel für Vegetarier und Veganer, Bio-Essen sowie Getränke.

Die Lebensmittelhersteller waren sehr experimentierfreudig und so reicht die Angebotspalette von Käse mit Biergeschmack über Birnen-Schoko-Sushi bis hin zu Kürbiskernpresskuchenmehl, Speckcreme aus dem Glas und Kokosblütenzucker.

Der zunehmende Trend zum Verzehr vorgefertigter Lebensmittel und Speisen (Convenience Food) zeichnet sich auch auf der Anuga ab. Große Beachtung fand beispielsweise ein vorgebratener Burger, der sich im Toaster zubereiten lässt. Anschließend wird er nur noch in das bereits vorgeschnittene Brötchen gelegt und ist sofort verzehrfertig. Praktisch: Die beigefügte Grifftasche spart den Teller und macht den anschließenden Abwasch komplett überflüssig.

Getränke mit Strohhalm
© khawkins04

Ganz im Sinne des Verbrauchers sollen auch die neuen „Free-From-Produkte“ sein. Entsprechend der Maxime „weniger ist mehr“ sind dies Zubereitungen, die bestimmte Zutaten explizit nicht enthalten, z. B. keinen Zucker, Fett, Gluten oder künstliche Aromen. Genau entgegengesetzt verhält es sich bei den neu kreierten Gewürzen: Hier fallen speziell angereicherte Produkte auf, z. B. rotes Flüssigsalz aus Hawaii mit hohem Eisengehalt oder Kokosblütenzucker mit viel Kalium. Auch der Obstbereich blieb nicht von Innovationen verschont: Anstelle von Obst auf die Hand bieten die Hersteller für unterwegs „Obst to go“ in 150 Kalorien-Boxen an oder mit Obst gefülltes Gebäck bzw. Plastikpackungen mit geliertem oder püriertem Obst.

Insgesamt wurde auf der Anuga erkennbar, wie sehr sich der Mensch von der Natur und ihren Gaben entfernt hat. Die Entwicklung „Weg von der Natur“ wird als eine Ursache für die Zunahme ernährungsabhängiger Erkrankungen gesehen, welche nun wiederum mit speziellen Lebensmittelangeboten behandelt werden sollen.

Der Lebensmittelmarkt ist groß und die Hersteller buhlen um die Gunst ihrer Kunden. Bleibt abzuwarten, welche der zahlreichen Neukreationen sich außerhalb der Messehallen etablieren können.

verfasst von am 12. Oktober 2011 um 09:45

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