Weniger Unfälle durch koffeinhaltige Getränke

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 23. April 2013

LKW-Fahrer sollten auf langen Fahrten häufiger Kaffee trinken. Denn laut einer australischen Studie sinkt die Unfallgefahr durch koffeinhaltige Getränke um beinahe zwei Drittel. Auch Autofahrer könnten profitieren.

LKW David Guo's Master

In einer Fall-Kontroll-Studie wurden 530 LKW-Fahrer, die während des letzten Jahres einen Unfall hatten, mit 517 unfallfreien LKW-Fahrern (Kontrollgruppe) verglichen. Alle LKW-Fahrer fuhren einen Zwölftonner oder sogar ein noch größeres Fahrzeug. Beim direkten Vergleich waren die Unfallfahrer durchschnittlich fast zwei Jahre jünger, hatten eine geringere Fahrpraxis und häufiger schon in der Vergangenheit einen Unfall gehabt. Die unfallfreien Fahrer fuhren vergleichsweise längere Strecken. Sie klagten häufiger über kurze Schlafzeiten und Probleme, während des Fahrens wach zu bleiben.

Um zu vermeiden, dass diese Unterschiede die Ergebnisse der Studie verfälschen, wurden diese Faktoren bei der weiteren Auswertung herausgerechnet. So adjustiert zeigte sich, dass Fernfahrer, die koffeinhaltige Getränke tranken, ein um 63 Prozent geringeres Unfallrisiko hatten als LKW-Fahrer, die keine solchen Getränke konsumierten.

Koffein ist auch hierzulande der Wachmacher schlechthin. Es schärft die Aufmerksamkeit und hilft, länger wach zu bleiben. Allerdings kann es die Schlafdauer und die Qualität des Schlafes beeinträchtigen, wie auch in dieser Studie von den unfallfreien Fahrern berichtet wurde.

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass koffeinhaltige Getränke zumindest kurzfristig die Erschöpfung bekämpfen können. Und auch Autofahrer könnten von einer Tasse Kaffee zwischendurch profitieren, vermuten die Autoren der Studie. Langfristig ist Koffein jedoch kein Ersatz für regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf und angemessene Arbeitsbedingungen, so die Wissenschaftler weiter.

Quelle:
L Sharwood über M. Kay (2013): Caffeine „can significantly protect against crash risk“ for long distance heavy vehicle drivers. British Medical Journal

verfasst von am 23. April 2013 um 05:42

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