Kalorien: zu wenig greifbar

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Freitag, 22. Februar 2013

Verkn√ľpfung mit weiteren Gr√∂√üen k√∂nnte Verst√§ndnis bessern

Welche Strecke muss man gehen, um die Kalorien, die eine Frikadelle liefert, wieder zu verbrauchen? Eine √úberlegung, die bei der Entscheidung f√ľr oder gegen den Verzehr eines Lebensmittels durchaus ins Gewicht f√§llt, wie die Kalifornische Internistin Sunaina Dowray und ihr Team feststellten, viel st√§rker als eine blo√üe Angabe des Energiewertes.

Miles City Bahnhof
© dave-mcmt

W√§hlen Verbraucher vielleicht eher kalorienarme Lebensmittel, wenn sie um den Aufwand f√ľr den Energieverbrauch der zugef√ľhrten Kalorien wissen? Um den Nutzen eines solchen Hinweises zu pr√ľfen, machten Kalifornische Wissenschaftler folgenden Versuch: Sie forderten etwa 800 Probanden, √ľberwiegend Frauen, auf, sich via Internet eine Speisenfolge zusammenzustellen. Die Aufgabenstellung war f√ľr alle die gleiche, jedoch bekamen die Teilnehmer abweichende zus√§tzliche Informationen. Zu diesem Zweck wurden die ausw√§hlbaren Lebensmittel mit Schildchen versehen. Bei diesen gab es vier Varianten: Schildchen, die nichts √ľber den Kaloriengehalt verrieten. Schildchen, die Angaben dar√ľber machten, und Schildchen, die neben den Kalorien zus√§tzlich entweder die Laufdauer in Minuten oder die Laufstrecke in Meilen auff√ľhrten, die es braucht, um die aufgenommenen Kalorien zu verbrennen.

Von den vier Varianten war die Kalorien- und Meilenangabe am vielversprechendsten. Befragte ohne weitere Informationen waren bereit, 1020 Kilokalorien zu verzehren. Wussten sie, wie viele Kalorien sie sich damit zuf√ľhren w√ľrden, w√§hlten sie durchschnittlich 927 Kilokalorien. In Kenntnis der Kalorien und der zum Ausgleich n√∂tigen Laufdauer fiel die Wahl auf etwa 916 Kilokalorien. Teilnehmer, die zus√§tzlich zur Kalorienangabe erfuhren, wie viele Meilen sie f√ľr deren Verbrauch zur√ľcklegen m√ľssen, entschieden sich im Durchschnitt f√ľr ein Essen mit 826 Kilokalorien.

Dadurch ergibt sich ein Minus von etwa 200 Kilokalorien im Vergleich zu der Gruppe ohne (Kalorien-)Angaben, auf die die Teilnehmer bereit waren zu verzichten, wenn sie eine erg√§nzende Information zur kompensatorischen Laufstrecke erhielten. Ob das Ergebnis unter realen Bedingungen vergleichbar ausgefallen w√§re, l√§sst sich durch diese Studie nicht sagen. Allerdings waren sich die meisten Probanden darin einig, dass sie zus√§tzliche Angaben zum Energieverbrauch vorziehen w√ľrden. F√ľr eine d√ľnne Frikadelle mit 250 Kilokalorien berechneten die Forscher √ľbrigens eine Laufstrecke von 2,6 Meilen, das entspricht in etwa 4,2 Kilometern.

Quellen einblenden

  • Albert H (medwireNews, 27.12.2012): Translating calories to miles prompts significant portion reductions
  • Dowray S, Swartz JJ, Braxton D, Viera AJ: Potential effect of physical activity based menu labels on the calorie content of selected fast food meals. Appetite (2012) 10.1016/j.appet.2012.11.013

verfasst von am 22. Februar 2013 um 06:57

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