Kaum RĂŒckstĂ€nde in Tafeltrauben

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung ErnĂ€hrung und Gesundheit

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Die QualitĂ€t von Tafeltrauben ist hĂ€ufig besser als ihr Ruf. Dies bescheinigte vor kurzem das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Demnach wurden in den letzten Jahren deutlich seltener Höchstmengenvorgaben fĂŒr Pflanzenschutzmittel-RĂŒckstĂ€nde ĂŒberschritten, und Schwermetalle sind sehr selten nachweisbar.

Wer in Weinbauregionen wohnt, kennt bestimmt das Bild von Weinbauern, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden ihre Reben spritzen (mĂŒssen). Trauben sind in vielerlei Hinsicht empfindliche Kulturen: Mehltaupilze, der Grauschimmelpilz, die Reblaus, die Traubenwickler, Spinnmilben und viele weitere Schadorganismen gefĂ€hrden die Ernte. Deshalb erlaubt sowohl der konventionelle als auch der ökologische Anbau die mehrfache Behandlung von Trauben mit Pflanzenschutzmitteln. WĂ€hrend im konventionellen Anbau auch chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden dĂŒrfen, nutzen ökologisch wirtschaftende Betriebe traditionelle Pflanzenschutzmittel, die bereits seit ĂŒber 100 Jahren verwendet werden (zum Beispiel schwefel- und kupferhaltige Mittel). Allgemein gilt allerdings, dass auf einen genĂŒgend großen Abstand zwischen der letzten Behandlung der Trauben und der Traubenernte zu achten ist.

Im Rahmen der amtlichen LebensmittelĂŒberwachung wurden Tafeltrauben wiederholt auf RĂŒckstĂ€nde geprĂŒft – mit erfreulichem Ergebnis: In den Jahren 2013 und 2014 hat lediglich eine von 100 Proben (1,3 Prozent) die gesetzlich vorgeschriebenen Höchstgehalte fĂŒr Pflanzenschutzmittel ĂŒberschritten, wĂ€hrend bei 11 von 100 Proben (11,4 Prozent) gar keine RĂŒckstĂ€nde nachweisbar waren. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 lagen 5,6 Prozent aller untersuchten Tafeltrauben im auffĂ€lligen Bereich. Biologisch erzeugte Trauben waren seltener mit RĂŒckstĂ€nden von Pflanzenschutzmitteln belastet, eine Überschreitung der Höchstmenge wurde nicht gefunden. Knapp die HĂ€lfte der Bio-Trauben (44 Prozent) war sogar rĂŒckstandsfrei.

Bei den Untersuchungen fiel außerdem auf, dass der RĂŒckstandsgehalt mit dem Herkunftsland der Trauben variiert. WĂ€hrend sĂŒdafrikanische Trauben bereits 2005 sehr selten die Höchstgehalte fĂŒr PflanzenschutzmittelrĂŒckstĂ€nde ĂŒberschritten (0 bis 1 Prozent), ist der Anteil auffĂ€lliger Proben aus Spanien, Griechenland und Italien seit 2005 deutlich zurĂŒckgegangen. Dasselbe galt auch fĂŒr Trauben aus der TĂŒrkei, allerdings waren diese 2013 mit HöchstmengenĂŒberschreitungen bei 7,7 Prozent der Proben noch vergleichsweise hĂ€ufig belastet (2005: 21 Prozent).

Die Proben der Nationalen Berichterstattung zu Pflanzenschutzmitteln werden risikoorientiert gezogen werden. Dies bedeutet, dass Lebensmittel, die bereits frĂŒher auffĂ€llig geworden sind, öfter und in grĂ¶ĂŸerer Anzahl geprĂŒft werden. Daher sind die genannten Ergebnisse lediglich als Anhaltspunkt zur EinschĂ€tzung der Belastung von Tafeltrauben zu sehen und nicht unbedingt reprĂ€sentativ fĂŒr die Gesamtheit aller Tafeltrauben.

Neben der Analyse von Pflanzenschutzmittel-RĂŒckstĂ€nden prĂŒft die amtliche LebensmittelĂŒberwachung Tafeltrauben auch auf ihren Schwermetallgehalt. Zwischen 2009 und 2014 wurden in einem Großteil der Proben (84 bis 93 Prozent) keine quantifizierbaren Mengen an Blei, Cadmium und Quecksilber festgestellt. Alle Proben unterschritten die EU-weit festgelegten Höchstgehalte deutlich.

Das Bundesamt fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Trauben wie jedes andere frische Obst und GemĂŒse aus hygienischen GrĂŒnden vor dem Verzehr unter fließendem Wasser abgewaschen werden sollten. Auf diese Weise lassen sich eventuell vorhandene RĂŒckstĂ€nde von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Außerdem wird empfohlen, Tafeltrauben auf Schimmelbefall zu prĂŒfen und gegebenenfalls befallene FrĂŒchte auszusortieren.

Bundesministerium fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (2015): Lebensmittel im Blickpunkt: Tafeltrauben nur selten mit zu hohen PflanzenschutzmittelrĂŒckstĂ€nden. Pressemitteilung vom 15.09.2015

verfasst von am 10. Dezember 2015 um 07:34

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