Kinder- und Jugend-Ernährungsstudie sucht noch Teilnehmer

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 12. Dezember 2017

In der bundesweiten, auf zwei Jahre angelegten „VeChi-Youth-Studie“ untersuchen Wissenschaftler aus Köln, Bonn, Berlin, Witten/Herdecke und Filderstadt-Bonlanden den Ernährungsstatus von Kindern und Jugendlichen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren oder Fleisch verzehren.

Welche Vor- und Nachteile bringen vegetarische Ernährungsformen für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, mit sich? Lassen sich wissenschaftlich gestützte und praxisnahe Ernährungsempfehlungen ableiten und besteht die Notwendigkeit, Beratungsangebote für Kinder und Jugendliche zu verbessern unter Berücksichtigung ihrer individuellen Ernährungsweise? – Die Versorgungssituation mit Vitaminen und Mineralstoffen ist insbesondere für Kinder und Jugendliche, die sich heute vegetarisch oder vegan ernähren, weitgehend unbekannt. Dies liegt daran, dass die wenigen bisher zu diesem Thema publizierten Studienergebnisse überwiegend aus den 1980er und 1990er Jahren stammen und daher nicht geeignet sind, zuverlässige Rückschlüsse auf die heutige Versorgungslage zu ziehen. Die Aussagekraft wird zudem durch die geringe Teilnehmerzahl der bisherigen Studien weiter geschmälert. Daher hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die sogenannte „VeChi-Youth-Studie“ (Vegetarian and Vegan Children and Youth Study) ausgeschrieben und 2016 gestartet.

Noch werden 6- bis 18-jährige Studienteilnehmer für die dritte Phase der Studie gesucht. Die Teilnahme umfasst das Führen eines 3-Tage-Wiegeernährungsprotokolls, die Beantwortung eines Fragebogens zur Gesundheit und zum Lebensstil sowie den Besuch in einem der Studienzentren in Berlin, Witten/Herdecke oder Filderstadt-Bonlanden. Dort werden die ausgefüllten Ernährungsprotokolle mit den Probanden besprochen, Körpermaße und Blutdruck bestimmt, Blut- und Urinproben gesammelt sowie Fragen zur körperlichen Aktivität und zum Pubertätsstadium (per Fragebogen) gestellt. Als Dankeschön erhalten alle Probanden für die vollständige Teilnahme eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 50 Euro. Außerdem werden sie über ihren Versorgungsstatus mit möglicherweise für ihr Alter kritischen Nährstoffen (darunter Eisen, Jod, Vitamin D, Vitamin B12, Folat) informiert. Bei auffälligen Untersuchungsergebnissen erhalten sie überdies Vorschläge zur Verbesserung des Versorgungszustands.

„Vegetarische Ernährungsformen bieten einige gesundheitliche Vorteile. Für Kinder und Jugendliche, die wachstumsbedingt einen höheren Bedarf an bestimmten Nährstoffen haben, besteht jedoch das Risiko einer unzureichenden Nährstoffversorgung“, fasst DGE-Geschäftsführer Dr. Helmut Oberritter anlässlich der Vorstellung der aktuellen Studie zusammen. „Wir sind gespannt auf die neuen Erkenntnisse der Studie, vor allem darauf, welche Ernährungsform für die junge Zielgruppe am vorteilhaftesten ist.“ Die Ergebnisse der Studie sollen im 14. DGE-Ernährungsbericht 2020 veröffentlich werden.

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verfasst von am 12. Dezember 2017 um 07:57

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