Lebensmittel in Deutschland: Eine Gefahr f√ľr die Gesundheit?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 5. Juli 2016

Wie gro√ü ist das gesundheitliche Risiko, das von Lebensmitteln und anderen Produkten ausgeht? Eine aktuelle Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Bundesinstituts f√ľr Risikobewertung (BfR) zeigt, dass die Bev√∂lkerung das Risiko hierzulande widerspr√ľchlich einsch√§tzt, und diese Einsch√§tzung stark vom Kontext abh√§ngt.

F√ľr den BfR-Verbrauchermonitor werden im Abstand von jeweils einem halben Jahr Verbraucher zu verschiedenen gesundheitlichen Risiken befragt. Das BfR erf√§hrt dadurch, wie die √Ėffentlichkeit Themen des gesundheitlichen Verbraucherschutzes wahrnimmt. F√ľr die zuk√ľnftige Risikokommunikation ist au√üerdem von Bedeutung, inwieweit die √∂ffentliche Wahrnehmung gesundheitlicher Risiken von der wissenschaftlichen Einsch√§tzung abweicht.

F√ľr die aktuelle repr√§sentative Umfrage „Verbrauchermonitor 02/2016″ hat TNS Emnid 1010 Menschen, die in Privathaushalten in Deutschland leben und mindestens 14 Jahre alt sind, telefonisch interviewt.

Verbrauchermonitor 1

Auf die Frage nach den aus eigener Sicht empfundenen gr√∂√üten gesundheitlichen Risiken f√ľr Verbraucher w√§hlte jeweils knapp ein F√ľnftel der Befragten Klima-/Umweltbelastung, Rauchen oder ungesunde/falsche Ern√§hrung (Mehrfachnennungen waren m√∂glich). Gut jeder Zehnte nannte Alkohol beziehungsweise ungesunde/belastete Lebensmittel. Knapp ein Viertel der Befragten entschied sich f√ľr die Antwort „wei√ü nicht/keine Angabe„.

Wurden die Probanden auf Bekanntheit verschiedener Gesundheits- und Verbraucherthemen angesprochen, gaben beinahe neun von zehn Befragten an, bereits von Pflanzenschutzmittelresten in Obst und Gem√ľse und Antibiotikaresistenzen geh√∂rt zu haben. Mehr als die H√§lfte der Befragten wusste au√üerdem von Mineral√∂len und hormon√§hnlichen Stoffen in K√∂rperpflegeprodukten und Mikroplastik in Lebensmitteln. Knapp die H√§lfte der Befragten nannte Blei in Wild. Pyrrolizidinalkaloide in Tees und Glyphosat wurden dagegen von weniger als jedem dritten Befragten ausgew√§hlt. Obwohl die Zulassung des Pflanzenschutzmittelwirkstoffes Glyphosphat nach wie vor in den Medien diskutiert wird, ist die Bekanntheit dieses Themas in der √Ėffentlichkeit im Vergleich zum letzten Jahr lediglich um vier Prozent auf 22 Prozent der Befragten angestiegen.

Wie sch√§tzten die Befragten die Sicherheit von Lebensmitteln ein? Beinahe drei von vier Befragten hielten die in Deutschland zum Kauf angebotenen Lebensmittel f√ľr „sicher“ oder zumindest „eher sicher“, knapp ein Viertel der Befragten stufte sie als „eher weniger sicher“ ein und vier Prozent der Befragten fanden sie „nicht sicher„. Wurde nach konkreten Themen der Lebensmittelsicherheit gefragt, die die Verbraucher beunruhigten, nannten jeweils mehr als die H√§lfte der Befragten Antibiotikaresistenzen, gentechnisch ver√§nderte Lebensmittel, Pflanzenschutzmittelr√ľckst√§nde oder Mikroplastik in Lebensmitteln.

Verbrauchermonitor 3

Demnach sch√§tzen Verbraucher hierzulande die Gefahr, die von Lebensmitteln ausgeht, sehr widerspr√ľchlich ein. Einerseits teilen fast drei Viertel der Befragten die Auffassung, dass Lebensmittel hierzulande „sicher“ oder zumindest „eher sicher“ sind, andererseits sind viele Verbraucher beunruhigt √ľber Pflanzenschutzmittelr√ľckst√§nde und Mikroplastik in Lebensmitteln, Antibiotikaresistenzen und gentechnisch ver√§nderte Lebensmittel. „Diese widerspr√ľchliche Einsch√§tzung zeigt uns, dass es ganz entscheidend ist, in welchem Kontext Verbraucherinnen und Verbraucher zur Sicherheit von Lebensmitteln befragt werden“, erl√§utert der Pr√§sident des BfR, Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Pr√§sident des Bundesinstituts f√ľr Risikobewertung (BfR). „Wenn Sie die Menschen im Kontext allgemeiner Lebensmittelrisiken fragen, dann werden Lebensmittel von einer gro√üen Mehrheit als sicher angesehen. Fragen Sie aber im Kontext eines in der √Ėffentlichkeit vornehmlich unter dem Risikoaspekt diskutierten Themas wie Antibiotikaresistenzen oder Pflanzenschutzmittel, dann ist ein hohes Ma√ü an Beunruhigung gegen√ľber der Lebensmittelsicherheit zu beobachten.“ Dies belegt einmal mehr, wie stark die Risikowahrnehmung durch die mediale Darstellung beeinflusst wird.

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verfasst von am 5. Juli 2016 um 06:10

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Ein Kommentar zu “Lebensmittel in Deutschland: Eine Gefahr f√ľr die Gesundheit?”

  1. Droris Tschanz sagt:

    Solange die Bev√∂kerung nicht sachlich und ausf√ľhrlich √ľber die Gefahr von Fast food Ern√§hrung aufgekl√§rt und informiert wird werden v.a. die jungen Leute nicht darauf achten, erst wenn es die √Ėffentlichkeit z.B. in den Hauptsendungszeiten (z.B. zwischen 20 – 22.00 Uhr) auf dieses wirklich interessante Thema hingewiesen wird, werd die Menschen aufmerksam. Die Sendung sollte halt etwas „reisserischer“ als bei Rach etc. gestaltet werden, dann bleiben die Menschen (nicht nur bereits Betroffene) bei dem Programm sitzen. Ich bin Ern√§hrungsberaterin seit fast 30 Jahren, aber was ich da oft zu h√∂ren kriege……….. ist nicht nachvollziehbar. Aber Ern√§hrungs-Lobby spielt ja alles so herunter, dass es einem manchmal fast „SPEI√úBEL“ werden kann. Sorry, das ist mein Eindruck.

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