Milch-Getreide-Breie im Test

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Die Stiftung Warentest hat 19 Fertigmilchbreie zum Anrühren und aus dem Glas auf Inhaltsstoffe und Geschmack getestet. „Gut“ abgeschnitten haben lediglich drei der untersuchten Produkte. Ein Argument mehr für die eigene Zubereitung des Breis…

Im Ernährungsplan für das erste Lebensjahr wird empfohlen, den Milch-Getreide-Brei ab dem 6. bis 8. Monat anzubieten, also etwa einen Monat später als den ersten Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Idealerweise besteht er aus drei Komponenten: Milch, Getreide und etwas Obst(-mus) oder Saft – das genügt. Der Milch-Getreide-Brei, der häufig abends gegeben wird, versorgt das Baby mit Eiweiß, Calcium und Jod und ist wichtig für das Wachstum und die Entwicklung von Zähnen und Knochen.

In einem aktuellen Test haben die Prüfer der Stiftung Warentest sieben Fertigmilchbreie aus dem Glas und zwölf pulverförmige Produkte zum Anrühren getestet, darunter die bekannten Markenprodukte Hipp, Alete und Milupa sowie Produkte der Eigenmarken der Drogerien dm, Müller und Rossmann. 14 Produkte tragen ein Biosiegel. Die Preisspanne ist beachtlich: Zwischen 0,31 Euro und 1,26 Euro mussten die Prüfer für 100 Gramm bezahlen.

Zu den Bewertungskriterien zählten die Zusammensetzung der Produkte und deren Geschmack. Hierbei ist nicht ausschlaggebend, wie gut der Brei Babys (oder deren Eltern) schmeckt, sondern ob aufgrund eines zu hohen Süßgeschmacks die Gefahr besteht, die Geschmacksvorlieben der Babys falsch zu prägen.

Viele Produkte wurden wegen ihres zu hohen Zuckeranteils bemängelt. Auch Breie mit zugesetzten Fruchtpulvern schmecken häufig deutlich süß oder künstlich fruchtig, was zu Abwertungen beim Prüfkriterium „Einfluss auf die Geschmacksprägung“ führte. Im Labor fanden die Prüfer zudem in vier Breien nennenswerte Mengen kritischer Stoffe, darunter Arsen aus Reis (zwei Produkte), sowie Chlorat (zwei Produkte), das sich aus Desinfektionsmittelrückständen bilden kann. Die gefundenen Konzentrationen lagen allerdings bei allen Produkten noch unterhalb der Grenzwerte. Dennoch empfiehlt die Stiftung Warentest, aufgrund des hohen Arsengehalts Milchreis nicht täglich für die Babyernährung zu verwenden. Zudem konnten die Prüfer in einem Produkt 3-MCPD-Ester nachweisen, die bei der Raffination von Fetten entstehen. Hierfür gibt es bislang noch keinen Grenzwert.

Das Gesamtergebnis des Tests ist wenig überzeugend: Die Qualität von zwölf der untersuchten Produkte ist laut Stiftung Warentest „befriedigend“, vier sind sogar nur „ausreichend“. Drei Babybreie waren „gut“. Eine bessere Gesamtnote als „gut“ erhält kein Produkt. Dass ein mit „gut“ bewertetes Produkt nicht unbedingt teuer sein muss, bewies der „Babylove Bio Milchbrei Grieß“ von dm, der gemeinsam mit dem „Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks“ von Hipp die Liste der Breipulver anführt. Bestes Gläschen war der „Abendbrei Grießbrei pur Bio“ von Alnatura, der in der Kategorie „Einfluss auf die Geschmacksprägung“ sogar mit „sehr gut“ abschnitt.

Worauf sollten Eltern beim Kauf von Fertigmilchbreien achten? Die Stiftung Warentest empfiehlt, Produkte ohne intensive Fruchtzusätze und mit wenig Zucker zu bevorzugen, da Babys Süße sehr intensiv wahrnehmen. Oder vielleicht doch lieber den Brei selbst zubereiten? Das ist nicht schwer, ermöglicht optimale Kontrolle über die Zutaten und spart zugleich Geld. Hierfür werden 200 Milliliter pasteurisierte oder H-Milch aufgekocht, 20 Gramm Vollweizengrieß untergerührt und dann darf die Milch-Getreide-Mischung ca. drei Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln und quellen. Wenn der Brei fest wird, 20 Gramm Obstmus, zerdrücktes/geriebenes Obst oder Fruchtsaft unterrühren. Statt Vollweizengrieß können Sie auch Haferflocken oder andere Getreideflocken verwenden, wobei diese bereits in die kalte Milch eingerührt werden.

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verfasst von am 31. Oktober 2019 um 07:46

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