Milchshakes ‚Äď k√ľhle Erfrischung mit Risiko

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 15. September 2020

Laut einer Information des Bundesamts f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit enthalten von Gastst√§tten und Eisdielen angebotene selbst zubereitete Milchshakes h√§ufig hygienerelevante Keime. Krankheitserreger wurden dagegen nur selten nachgewiesen.

Im Rahmen des Bundesweiten Überwachungsplans 2018 wurden 768 Milchshakes aus eigener Herstellung auf ihre hygienische und mikrobiologische Qualität untersucht. Unter den analysierten Produkten befanden sich sowohl Fertigmischungen als auch klassische Mixgetränke aus Milch, Eis verschiedener Geschmacksrichtungen, Obst, Milcherzeugnisse wie Sahne oder Joghurt und Aromen.

Zur Beurteilung der Proben wurden die Richt- und Warnwerte der Deutschen Gesellschaft f√ľr Hygiene und Mikrobiologie (DGHM) f√ľr Speiseeis und geschlagene Sahne hinzugezogen. Richtwerte geben eine Orientierung, welche Gehalte an Mikroorganismen in verschiedenen Lebensmitteln bei Einhaltung einer guten Hygiene und Herstellungspraxis zufriedenstellend sind. Werden Warnwerte √ľberschritten, deutet dies darauf hin, dass die Prinzipien einer guten Hygiene und Herstellungspraxis verletzt wurden. Bei √úberschreitung des Warnwerts droht eine Gesundheitsgef√§hrdung der Konsumenten, etwa eine Infektion mit Salmonellen oder Listerien.

Jede f√ľnfte Produktprobe (21,5 Prozent) enthielt √ľber 1.000 koloniebildende Einheiten (kbE) Hefepilze pro Gramm (g). Hefepilze deuten auf Hygienefehler bei der Herstellung hin. Des Weiteren √ľberschritt jede sechste Probe (16,7 Prozent) den Enterobakterien-Warnwert f√ľr Speiseeis (500 KbE/g). Bei knapp 5 Prozent der Milchshakes lag die Enterobakterien-Konzentration sogar √ľber dem Warnwert f√ľr Sahne (10.000 KbE/g). Solche √úberschreitungen lassen auf unzureichende Qualit√§t der verwendeten Ausgangsprodukte oder deren falsche Lagerung schlie√üen. Auch Hygienem√§ngel bei Ger√§tschaften oder Hygienefehler des Personals k√∂nnen zu einer √úberschreitung der Warnwerte beitragen. E. Coli, ein Indikator f√ľr f√§kale Verunreinigungen von Trinkwasser und Lebensmitteln, wurden erfreulicherweise nur in jeder 50. Probe (2,3 Prozent) nachgewiesen.

Neben diesen hygienerelevanten Mikroorganismen untersuchten die Pr√ľfer die Milchshakeproben auch auf ihren Gehalt an Krankheitskeimen. 32 der 739 Milchshakes (4,3 Prozent) √ľberschritten den DGHM-Richtwert f√ľr Bacillus cereus und 8 davon (1,1 Prozent) sogar den DGHM-Warnwert (1.000 kbE/g). Werden die von Bacillus cereus gebildeten Toxine aufgenommen, k√∂nnen Magen-Darm-Erkrankungen resultieren. Neben Bacillus cereus wurden in einer Probe Listeria monocytogenes nachgewiesen, immerhin unterhalb des Warnwerts von 100 KbE. Salmonellen wurden dagegen in keiner Probe gefunden.

Demnach befinden sich hygienerelevante Mikroorganismen vergleichsweise h√§ufig in Milchshakes, Krankheitskeime dagegen eher selten. Das Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit empfiehlt, f√ľr die Herstellung der Shakes nur einwandfreie und ordnungsgem√§√ü gelagerte Zutaten zu verwenden und entsprechende Hygienestandards einzuhalten. Verbraucher sollten nur dort Milchshakes bestellen, wo sie sicher sind, dass diese frisch zubereitet werden. Werden die Mixgetr√§nke Stunden im Voraus zubereitet und m√∂glicherweise unzureichend gek√ľhlt, steigt das Risiko f√ľr die Vermehrung unerw√ľnschter Keime.

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verfasst von am 15. September 2020 um 06:25

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