Mineralwasser: Wenig Mineralien, viele Verunreinigungen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 2. September 2014

Mineralwasser ist der beliebteste Durstlöscher der Deutschen. Doch wie ist es um seine „ursprüngliche Reinheit“, das Alleinstellungsmerkmal für Mineralwasser, bestellt? Die Stiftung Warentest untersuchte 30 natürliche Mineralwässer der Sorte Medium. Die Ergebnisse stimmen nachdenklich.

Die geprüfte Produktpallette umfasste 13 Markenprodukte und 17 Herstellermarken zu einem Preis von 13 bis 69 Cent je Liter. Die überwiegende Mehrheit der Produkte (27 von 30) war in Kunststoffflaschen aus PET abgefüllt, nur 3 Produkte wurden in Glasflaschen gehandelt. Alle Mineralwässer wurden in den Bereichen Geruch und Geschmack, Keimgehalt und Verunreinigung sowie Kennzeichnung der Produkte geprüft.

Die Reinheit geht baden.“  – So lautete das Fazit der Prüfer und die Überschrift des Artikels, in dem die Stiftung Warentest die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zusammenfasst. Und tatsächlich war nur jedes fünfte der untersuchten Medium-Mineralwässer uneingeschränkt zu empfehlen. In zehn Mineralwässern konnten die Prüfer Verunreinigungen aus oberirdischen Schichten nachweisen. Die gefundenen schwer abbaubaren künstlichen Süßstoffe und Abbauprodukte von Pestiziden stellen zwar in der Regel kein Gesundheitsrisiko dar, widersprechen jedoch der in der Mineral- und Tafelwasserverordnung geforderten „ursprünglichen Reinheit“ von Mineralwasser. Spitzenreiter war ein Produkt, in dem der Grenzwert für Pestizide fast um das Zweifache (140 Nanogramm/Liter, erlaubt sind 50 Nanogramm/Liter) überschritten wurde.

Wie viele Mineralstoffe sind in Mineralwasser enthalten? Hier zeigten die Analysen deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Produkten. Vor allem die kostengünstigeren Mineralwässer enthielten kaum nennenswerte Mengen an Mineralstoffen. Hier könnte man genauso gut Leitungswasser trinken. Von den sechs Mineralwassersorten mit hohem oder sehr hohem Mineralstoffgehalt enthielt jedes zweite Produkt Keime, sodass die Prüfer aus Vorsicht von einem Verzehr durch Säuglinge und abwehrgeschwächte Menschen abraten.

Aufgrund der unterschiedlichen Mineralstoffzusammensetzung eignen sich die verschiedenen Mineralwässer unterschiedlich gut für verschiedene Zwecke. Sportler sollten ein Mineralwasser wählen, dass viel Natrium, Magnesium und Kalium enthält, um den Mineralstoffverlust durch das Schwitzen auszugleichen, Menschen mit Laktoseintoleranz können durch die Wahl calciumreicher Mineralwasser ihre Calciumdepots füllen. Mit ihrem Produktfinder  bietet die Stiftung Warentest Unterstützung bei der Suche nach einem Mineralwasser, das auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist, an.

verfasst von am 2. September 2014 um 07:30

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