Nahrungserg√§nzungsmittel: BfR aktualisiert Empfehlungen f√ľr Vitamin- und Mineralstoff-H√∂chstmengen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 1. März 2018

Das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) hat seine 2004 vorgeschlagenen H√∂chstmengenempfehlungen an den aktuellen Stand der Wissenschaft angepasst. Die Empfehlungen sollen ausreichend Erg√§nzungsm√∂glichkeiten f√ľr Personen mit geringer N√§hrstoffzufuhr geben und zugleich Menschen mit ad√§quater N√§hrstoffzufuhr vor den Risiken einer √úberversorgung sch√ľtzen.

Gesundheit, Wohlbefinden sowie verbesserte k√∂rperliche und geistige Leistungsf√§higkeit: Wer m√∂chte das nicht? Doch was die Werbung f√ľr Nahrungserg√§nzungsmittel und angereicherte Lebensmittel verspricht, hat oft kaum etwas mit der Realit√§t zu tun. Denn eine abwechslungsreiche, ausgewogene Kost versorgt den Organismus im Normalfall mit allen lebensnotwendigen N√§hrstoffen. Eine Supplementation von Vitaminen und Mineralstoffen ist daher aus ern√§hrungsphysiologischer Sicht im Allgemeinen nicht erforderlich und kann bei zu hoher Dosierung sogar gesundheitliche Sch√§den verursachen.

Obwohl sowohl in Deutschland als auch in anderen europ√§ischen L√§ndern in den letzten Jahren verschiedene Modelle zur Ableitung von H√∂chstmengen f√ľr Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungserg√§nzungsmitteln diskutiert wurden, steht eine verbindliche Festlegung von H√∂chstmengen f√ľr Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungserg√§nzungsmitteln nach wie vor aus. Dies veranlasste das BfR dazu, seine vorgeschlagenen H√∂chstmengen aus dem Jahr 2004 anhand von neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu √ľberarbeiten.

„Die Besonderheit der Risikobewertung von lebensnotwendigen N√§hrstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen liegt darin, dass sowohl die Risiken einer Mangel- als auch einer √úberversorgung ber√ľcksichtigt werden m√ľssen“, erkl√§rt BfR-Pr√§sident Prof. Andreas Hensel. F√ľr die Ableitung der H√∂chstmengen beachteten die BfR-Experten daher neben den Referenzwerten f√ľr die Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen (engl. „recommended daily allowance“, kurz RDA) auch die Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen durch die √ľbliche Ern√§hrung sowie die von der Europ√§ischen Beh√∂rde f√ľr Lebensmittelsicherheit (EFSA) stammenden tolerierbaren h√∂chsten Tagesaufnahmemengen (engl. „tolerable upper intake level“, kurz UL). Die f√ľr Nahrungserg√§nzungsmittel und angereicherte Lebensmittel sichere Aufnahmemenge ergibt sich dann aus der Differenz zwischen der tolerierbaren h√∂chsten Aufnahmemenge und der N√§hrstoffzufuhr aus der √ľblichen Ern√§hrung, wobei bei den meisten N√§hrstoffen zus√§tzlich ein Unsicherheitsfaktor als Puffer mitber√ľcksichtigt wird.

Als Bezugsgruppe f√ľr die Ableitung der H√∂chstmengen wurden 15- bis 17-j√§hrige Jugendliche gew√§hlt. „Produkte, die unsere Empfehlungen einhalten und entsprechend der Herstelleranweisungen eingenommen werden, bergen nach derzeitigem Stand des Wissens f√ľr Menschen ab 15 Jahren kein gesundheitliches Risiko“, betont Prof. Andreas Hensel. F√ľr einen Teil der N√§hrstoffe (darunter die Vitamine A, D und K sowie Eisen) empfiehlt das BfR verpflichtende Angaben auf entsprechend angereicherten Produkten. Au√üerdem weist das Institut darauf hin, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse und zuk√ľnftige Marktentwicklungen erneute Anpassungen der H√∂chstmengen erforderlich machen k√∂nnten.

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verfasst von am 1. März 2018 um 07:21

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