Neuer Flyer mit Tipps gegen Mangelernährung betagter Menschen

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Donnerstag, 26. November 2020

„Essen und Trinken h√§lt Leib und Seele zusammen“ ‚Äď das gilt ganz besonders f√ľr √§ltere Menschen. Mit dem Alter steigt das Risiko f√ľr Mangelern√§hrung, welche wiederum zahlreiche gesundheitliche Probleme mit sich bringen kann. Um dem vorzubeugen, gibt eine Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft f√ľr Geriatrie in ihrem neuen Infoflyer Anregungen f√ľr eine bessere Ern√§hrung im hohen Alter.

Schwierigkeiten beim Einkauf und der Zubereitung von Speisen, alleine essen, Probleme beim Kauen und Schlucken, Sorgen und √Ąngste, Krankheiten und die Einnahme von Medikamenten, die den Appetit beeinflussen ‚Äď die Gr√ľnde f√ľr einen Appetitverlust im Alter sind vielf√§ltig. Wird weniger Nahrung aufgenommen als der K√∂rper zur Aufrechterhaltung seiner physiologischen Funktionen ben√∂tigt, spricht man von einer Mangelern√§hrung. Zu den Warnzeichen f√ľr eine Mangelern√§hrung z√§hlt neben mangelndem Appetit auch Gewichtsverlust. Dar√ľber hinaus nimmt die Muskelkraft durch die Mangelern√§hrung ab, das Risiko an Krankheiten zu erkranken steigt, w√§hrend die Genesung sich verz√∂gert. All diese Faktoren beeintr√§chtigen die Lebensqualit√§t und die M√∂glichkeit, ein selbstst√§ndiges Leben im Alter zu f√ľhren.

Auch in unserer Wohlstandsgesellschaft sind zahlreiche Menschen im Alter mangelern√§hrt. Bis zur H√§lfte der geriatrischen Patienten sind laut Professorin Dorothee Volkert, Leiterin der Arbeitsgruppe „Ern√§hrung und Stoffwechsel“ der Deutschen Gesellschaft f√ľr Geriatrie (DGG) und Mitarbeiterin am Institut f√ľr Biomedizin des Alterns an der Friedrich-Alexander-Universit√§t Erlangen-N√ľrnberg, davon betroffen. „Um dem entgegenzuwirken, brauchen wir in den Krankenh√§usern wie auch in Pflegeeinrichtungen und Altersheimen eine wesentlich bessere Aufkl√§rung zu Ursachen und Folgen einer Mangelern√§hrung. Gerade bei Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust muss sofort gehandelt werden“, fordert Volkert. Dies war der Beweggrund f√ľr die Erstellung des neuen Infoflyers, der sich an Mediziner, √§ltere Menschen und deren Angeh√∂rige richtet. „Konkret wollen wir erst einmal erreichen, dass betroffene Personen ein Bewusstsein f√ľr eine m√∂gliche Mangelern√§hrung entwickeln. Viele wissen gar nicht, dass beispielsweise kognitive Einschr√§nkungen oder eine k√∂rperliche Schw√§che direkt damit zusammenh√§ngen“, erl√§utert Volkert. „Daf√ľr ist es wichtig, dass m√∂glichst viele Einrichtungen unseren neuen Infoflyer ausdrucken und den Betroffenen zur Verf√ľgung stellen.“

Interessierte und Betroffene finden in dem Flyer Tipps zur Anregung des Appetits, Optimierung der Ern√§hrung und zu weiteren M√∂glichkeiten, einer Mangelern√§hrung vorzubeugen. So r√§t die DDG zu regelm√§√üigen Mahlzeiten, darunter einer warmen Mahlzeit pro Tag. Eiwei√üreiche Lebensmittel wie Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Ei oder H√ľlsenfr√ľchte sollten t√§glich auf dem Speiseplan stehen. Zwischenmahlzeiten (zum Beispiel Obstkuchen, Joghurt, Obst, K√§sew√ľrfel, Trockenobst mit N√ľssen) helfen, die Energieaufnahme auf kleinere Mahlzeiten zu verteilen. Auch sollten √§ltere Menschen daran denken, ausreichend zu trinken. „Wenn √§rztlich nicht anders verordnet, sind eineinhalb Liter Wasser am Tag in Form von verschiedenen Getr√§nken sinnvoll“, so Volkert. Bei drohender oder bestehender Mangelern√§hrung k√∂nnen energiereiche Getr√§nke wie Frucht- und Gem√ľses√§fte, Milchshakes mit Obst oder Kakao zur N√§hrstoff- und Energieversorgung beitragen. Spezielles Besteck, Teller oder Tassen k√∂nnen das Essen und Trinken im Alltag erleichtern, r√§t Volkert. Ihr Tipp: „Nehmen Sie sich Zeit f√ľr alle Mahlzeiten, achten Sie auf eine gute Mundhygiene und wiegen Sie sich regelm√§√üig.“

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verfasst von am 26. November 2020 um 07:24

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