Nichts sehen, nichts hören, weitertrinken

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Mittwoch, 19. Februar 2014

Lieber in Maßen als massenweise konsumieren: Das gilt auch für Energydrinks. Denn der Genuss der Modegetränke birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Wissen Anhänger der gerade bei Jüngeren beliebten Wachmacher dies nicht – oder wollen sie es nicht wissen?

Drink
© williamcho

Mitarbeiter des Bundesinstituts für Risikobewertung befragten Anhänger von Energydrinks dort, wo sie meist auch getrunken werden: in Diskotheken, auf Festivals, auf LAN-Parties und bei großen Sportveranstaltungen. In ihrer Befragung konzentrierten sich die Forscher auf „Hochverzehrer“, also junge Leute, die in 24 Stunden mindestens 0,5 Liter Energydrinks zu sich nahmen. Ihr Ziel: Verstehen, wer aus welchem Grund wie viele Energydrinks konsumiert. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die gesundheitlichen Folgen des Trinkens von Energydrinks besser abschätzen zu können. Außerdem wollten die Wissenschaftler wissen, welche Wirkung Warnhinweise auf den Getränkedosen und Flaschen haben.

Vor allem bei den 20- bis 25-Jährigen waren Energydrinks sehr beliebt. Dies entsprach weitgehend den Erwartungen der Forscher. Eine weitere Nutzergruppe sind Sportler. Mit einem Durchschnittsalter von etwa 33 Jahren sind sie deutlich älter als die Partygäste und Diskothekenbesucher.

Was versprechen sich die Anhänger dieser Modegetränke? Hier wurde vor allen Dingen die wach machende und leistungssteigernde  Wirkung genannt. Darüber hinaus trägt der Geschmack zum hohen Verzehr von Energydrinks bei.

Die Menge der verzehrten Getränke variiert mit dem Anlass: Während des Tanzen in Clubs tranken die Befragten durchschnittlich ca. einen Liter Energydrinks in Kombination mit Alkohol. Bei LAN-Parties, bei denen auch mal zwei Nächte hintereinander durchspielt wurden, stieg der Konsum zum Teil erheblich an auf bis zu 5 Liter innerhalb von 24 Stunden. Vergleichbare Extrembeispiele fanden die Wissenschaftler auch in Diskotheken und auf Musikfestivals, bei denen in 24 Stunden bis zu 4 Liter Energydrinks gemischt mit alkoholischen Getränken konsumiert wurden.

Was die Warnhinweise auf den Verpackungen angeht, scheinen die jungen Menschen ähnlich abgestumpft zu sein wie langjährige Raucher. Die meisten Konsumenten wissen zwar, dass die Getränke nicht unproblematisch sind, dies hat jedoch keine Auswirkungen auf ihre Beliebtheit. Informationen über Inhaltsstoffe und mögliche gesundheitliche Risiken stuften die Mehrheit der Befragten als unwichtig ein. Trotz ihres riskant hohen Konsums hatten sie keine Bedenken hinsichtlich ihrer eigenen Gesundheit und auch die Kombination mit Alkohol, körperlicher Anstrengung und Schlafentzug schien für sie kein Problem zu sein. Fazit: In diesem Fall haben wohl leider Werbung und Gruppenzwang die Nase vorn…

Quelle:
Bundesinstitut für Risikobewertung (2013): Anlassbezogene Befragung von Hochverzehrern von Energy-Drinks.

verfasst von am 19. Februar 2014 um 07:05

Was ist das?

DEBInet-Ernährungsblog - über uns

Unsere Autoren schreiben für Sie über Aktuelles und Wissenswertes aus Ernährungswissenschaft und Ernährungsmedizin. Die redaktionell aufbereiteten Texte richten sich nicht nur an Experten, sondern an alle, die sich für das Thema "Ernährung" interessieren.

Sie können sich die Beiträge per Newsletter zuschicken lassen oder diese über RSS-Feed oder Twitter abonnieren.

Der "DEBInet-Ernährungsblog"
ist ein Projekt der


© 2010-2016 Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Ein Kommentar zu “Nichts sehen, nichts hören, weitertrinken”

  1. Ich hoffe das dieser Energie Drink – Trend, wie viele andere Trends auch, doch recht schnell wieder vorüber geht.
    Vorallem bei jungen Konsumenten sehe ich eine recht große gefahr, da einige mittlerweile auch Schlaf durch Energie Drinks ersetzen.

Kommentar abgeben