Paprika gegen Parkinson?

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ernährung und Gesundheit

Dienstag, 28. Mai 2013

Nikotin in Nachtschattengewächsen könnte Nerven schützen

Wer regelmäßig Nachtschattengewächse in der Küche verwendet, könnte dadurch sein Risiko für Parkinson senken. So lautet das Fazit einer amerikanischen Studie, die am 9. Mai in der Zeitschrift Annals of Neurology erschien. „Wir untersuchten in unserer Studie erstmalig einen Zusammenhang zwischen Nikotin aus der Nahrung und der Entwicklung der Parkinson-Erkrankung“, sagt Dr. Susan Searles Nielsen, Erstautorin der Studie.

Paprika
© alancleaver_2000

Parkinson ist eine unheilbare, langsam fortschreitende Krankheit, die das Nervensystem schädigt. Bei der Erkrankung sterben in einem bestimmten Teil des Gehirns Zellen ab, die den Botenstoff Dopamin herstellen. Ohne dieses Dopamin kann das Gehirn nicht mehr richtig mit den Muskeln kommunizieren. In der Folge bewegen sich die Muskeln verlangsamt, sie zittern oder erstarren zeitweise. Im Volksmund heißt die Krankheit daher auch „Schüttellähmung“.

Hinweise auf eine möglicherweise schützende Wirkung von Nikotin bei Parkinson stammen aus einer völlig anderen Richtung. So ergaben einige Studien, dass Raucher seltener an Parkinson erkranken. Aufgrund der Bandbreite möglicher Gesundheitsschäden, die das Rauchen verursacht, ist Nikotin in dieser Form allerdings nicht empfehlenswert. Nikotin ist jedoch nicht nur Bestandteil der Tabakpflanze, auch Tomaten, Paprika, Auberginen und Kartoffeln enthalten das Alkaloid. Alle diese Pflanzen gehören botanisch gesehen in die Familie der Nachtschattengewächse, welche typischerweise Nikotin enthalten.

Nielssen und ihr Team erforschten nun, ob dieses Gemüses möglicherweise einen Effekt auf die Entstehung von Parkinson hat. Ihre Studienergebnisse deuten tatsächlich darauf hin, dass Menschen, die reichlich Nikotin haltiges Gemüse, insbesondere Paprika, essen, seltener Parkinson bekommen. Für Tomaten und Kartoffeln im Einzelnen konnten die Forscher allerdings keinen oder nur einen schwachen Zusammenhang feststellen. Besonders stark ausgeprägt war der Zusammenhang bei Nichtrauchern oder ehemaligen Rauchern, die seit mehr als zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten.

Ein Zusammenhang ist jedoch keine ursächliche Beziehung – ob Nikotin haltiges Gemüse tatsächlich zum Schutz gegen Parkinson beiträgt, bleibt nachzuweisen.

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verfasst von am 28. Mai 2013 um 05:43

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Ein Kommentar zu “Paprika gegen Parkinson?”

  1. Hubert sagt:

    Nachtschattengewächse scheinen einen Einfluss auf Menschen und deren Gesundheit zu haben. Wir haben einen Fall, bei dem gesundheitliche Beeinträchtigungen an den Gelenken, besonders an den Händen, kleinen Fingergelenken mit Versteifungen, Schmerzen, entzündlichen Wärmprozessen, verdickten Gelenken – alles ähnlich einer Arthrose komplett weg bekommen, nachdem wir einen Tipp bekommen hatten auf alle Nachtschattengewächse zu verzichten. Der Erfolg war verblüffend und bereits nach 14 Tagen deutlich erkennbar. Ursache wurde nicht weiter ergründet. Kennt jemand diese Art der Wirkung oder kann sie erklären?

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