Rätselraten im Schnellrestaurant: Allergenkennzeichnung weiterhin mangelhaft

Autor/in: , Redaktion: Dr. Bertil Kluthe
© Kluthe-Stiftung Ern√§hrung und Gesundheit

Dienstag, 31. März 2015

Seit Mitte Dezember ist die Kennzeichnung der 14 Stoffe, die am h√§ufigsten Allergien ausl√∂sen (Allergene), auch f√ľr lose dargebotene Lebensmittel und Speisen gesetzlich verpflichtend. Dass insbesondere in der Schnellgastronomie Nachbesserungsbedarf besteht, zeigt eine aktuelle Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Menschen mit einer Lebensmittelallergie sind auf¬†detaillierte Informationen angewiesen, welche Zutaten in verarbeiteten Lebensmitteln enthalten sind. Dies gilt nicht nur f√ľr verpackte Ware, sondern auch f√ľr Gerichte, die au√üer Haus verzehrt werden. Seit dem Inkrafttreten der Lebensmittelinformations-Verordnung am 13. Dezember 2014 ist die Kennzeichnung von Allergenen f√ľr lose dargebotene Lebensmittel und Speisen gesetzlich vorgeschrieben. Zuvor hatten die Betreiber der Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie drei Jahre Zeit, sich auf die Kennzeichnungspflicht vorzubereiten. H√§ufig ist diese √úbergangsfrist jedoch ungenutzt verstrichen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun feststellen musste.

F√ľr ihre Stichprobe besuchten die Verbrauchsch√ľtzer insgesamt 94 Schnellrestaurants in D√ľsseldorf, Aachen und K√∂ln. Zu den Schnellrestaurants z√§hlten Imbissbuden, Burger- und D√∂nerl√§den sowie Pizzerien. Acht Wochen nach Inkrafttreten der Allergenkennzeichnungspflicht pr√ľften die Verbrauchersch√ľtzer, ob und wie die Allergene in den angebotenen Gerichten gekennzeichnet wurden. Dabei stellten sie fest, dass lediglich einer von f√ľnf Betrieben der Kennzeichnungspflicht Folge leistete. Von diesen insgesamt 19 Betrieben hatten 14 Betriebe schriftliche Informationen in einer Kladde oder Informationsbl√§tter zur Hand. In den restlichen f√ľnf Betrieben wurden die Verbraucher √ľber ein Schild auf die M√∂glichkeit hingewiesen, sich m√ľndlich beim Verkaufspersonal zu informieren und erg√§nzende schriftliche Dokumentationen zu erhalten. Bei den anderen Betrieben fehlte jeder Hinweis auf allergene Zutaten. Ganz im Gegensatz dazu gestaltete sich die Allergenkennzeichnung der gro√üen Fast-Food-Ketten. Hier wurden die Kunden vorbildlich informiert.

Wolfgang Schuldzinski, Vorstand der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, betont: „Ganz gleich, ob belegtes Br√∂tchen, Salat, Pizza oder Nudelgericht: Die Kennzeichnung von allergenen Zutaten ist notwendig f√ľr Menschen, die unter einer Lebensmittelunvertr√§glichkeit leiden. Deshalb m√ľssen alle Betriebe, die Snacks und Fast-Food-Mahlzeiten anbieten, ihrer Informationspflicht zu Allergenen in loser Ware umgehend nachkommen“. Schuldzinski sieht auch die amtliche LebensmitteluŐąberwachung in der Pflicht, die Einhaltung der Vorgaben konsequenter zu uŐąberpruŐąfen. Hinsichtlich der Art und Weise der Allergenkennzeichnung besteht zudem Nachjustierungsbedarf. Denn: „Die Verordnung regelt bislang nur, dass ‚Äď aber nicht wie ‚Äď allergene Stoffe bei loser Ware schriftlich dokumentiert werden m√ľssen. Hier ist eine eindeutige und verst√§ndliche Form dringend n√∂tig‚Äú, so Schuldzinski.

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verfasst von am 31. März 2015 um 06:14

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